Produktives Lernen – der Ausflug in die Praxis

Das Erbe – Was von der DDR geblieben ist / Projekt „Duales Lernen“ landesweit gestartet / Chance für Betriebe, um Nachwuchs zu gewinnen

Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer. Weniger als ein Jahr später war Deutschland wieder vereint. Doch spurlos verschwunden ist die Deutsche Demokratische Republik keineswegs. Der MDR und die Volksstimme stellen in einer Serie fünf Überbleibsel vor, die sich durchgesetzt haben. Wie das Duale Lernen – zu DDR-Zeiten besser bekannt als Produktive Arbeit, kurz PA.

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Startschuss für digitale Aufrüstung der Schulen

Ab Dienstag können Träger Anträge stellen / 138 Millionen Euro stehen bereit / Geld fließt abhängig von der Schülerzahl

Lange war er angekündigt: Ab 1. Oktober können Träger in Sachsen-Anhalt nun Anträge auf Mittel aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern zur IT-Ausstattung der Schulen stellen. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte der Volksstimme gestern: „Es kann losgehen. Es wurde viel über den Digitalpakt geredet und diskutiert, aber nun sind wir am Ziel.“

Als Schwerpunkt sieht der Pakt die Verkabelung und Vernetzung der Schulen mit schnellen Internetanschlüssen, inklusive Schul-WLAN vor. Darüber hinaus werden Geräte wie Smartboards, Notebooks oder Tablet-PCs gefördert. Um Geld zu bekommen, müssen Schulträger ein technisch-pädagogisches Konzept vorlegen. Die maximal abrufbaren Summen stehen bereits fest. Abhängig von der Schülerzahl bekommen alle Träger einen Budgetrahmen. Magdeburg etwa kann auf bis zu 12,9 Millionen Euro zugreifen.

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Erstes Stadt-Gymnasium mit Hort

Einsteins mit Alleinstellungsmerkmal für alle kommunalen Schulen ab Klasse 5 / Plätze auch für andere Schulen verfügbar
Das Albert-Einstein-Gymnasium ist die erste kommunale Schule ab Klasse 5 mit einem angebundenen Hortbetrieb. 25 Schüler werden nach Schulschluss im Hort betreut – knapp zwei Drittel der verfügbaren Plätze werden derzeit genutzt. Der Weg dahin war lang.

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Erstes Stadt-Gymnasium mit Hort

Einsteins mit Alleinstellungsmerkmal für alle kommunalen Schulen ab Klasse 5 / Plätze auch für andere Schulen verfügbar
Das Albert-Einstein-Gymnasium ist die erste kommunale Schule ab Klasse 5 mit einem angebundenen Hortbetrieb. 25 Schüler werden nach Schulschluss im Hort betreut – knapp zwei Drittel der verfügbaren Plätze werden derzeit genutzt. Der Weg dahin war lang.

Sie kommen gut gelaunt in den Raum 102, sprechen mit Josefin Hickisch ihre Hausaufgabe ab und beraten gemeinsam, wie der Nachmittag gestaltet werden kann. Nach Schulschluss haben Schüler des Einsteingymnasiums seit Jahresanfang die Möglichkeit, sich am Hort zu beteiligen. Mit elf Schülern gestartet, hat sich das Angebot herumgesprochen. 25 Kinder besuchen aktuell Josefin Hickisch und ihren Kollegen Matthias Nölle, die für Die Brücke (freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe) den Hortbetrieb leiten. „Das Angebot wird mit den Kindern abgestimmt. Dabei profitieren wir auch von der guten Infrastruktur und den Möglichkeiten im Stadtteil“, so die 29-jährige Pädagogin. Ein Besuch in der zu Fuß in wenigen Minuten erreichbaren Schwimmhalle sei ebenso möglich wie eine Sporteinheit in der benachbarten Sporthalle des Gymnasiums oder eine Stippvisite im Trampolinpark im Florapark. Für Sport und Spiel wird auch der Floraparkgarten genutzt.

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Alter MVB-Sitz löst nicht Platznot an Schule

Verwaltung erteilt Idee des Stadtrates für Auslagerung von IGS-Klassen eine Absage

Seit Jahren sind die beiden Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Magdeburg chronisch überfüllt. An der IGS „Willy Brandt“ in Stadtfeld zeichnet sich allerdings eine Entspannung ab, weil die Grundschule „Am Westring“ in naher Zukunft ausziehen soll. Mit ihr teilt sich die IGS derzeit noch ein Gebäude. Die Grundschule soll in einen Neubau ziehen, der an der Wilhelm-Kobelt-Straße geplant ist. Da bis heute aber nicht geklärt ist, wie dieses Projekt überhaupt finanziert werden soll, sind Übergangslösungen für die angespannte Raumsituation gefragt.

Für eine davon hatte der Stadtrat im vergangenen April der Verwaltung einen Prüfauftrag erteilt. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) vor dem Depot in der Spielhagenstraße sollte spätestens bis zum Schuljahr 2020/21 zu Unterrichtszwecken umgebaut werden, um eine zusätzliche 5. Klasse an der IGS aufnehmen zu können, so die Idee der Ratsherren. Damit wäre die Brandt-schule dann fünfzügig.

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Nur 300 neue Lehrer sind im Dienst

Warum zwei Drittel der erhofften Pädagogen an den Schulen noch fehlen
Sachsen-Anhalt braucht zu lange, um neue Lehrer vor die Klassen zu bekommen. Für 900 im Februar ausgeschriebene Stellen standen bei Schuljahresbeginn nur gut 300 neue Kollegen zur Verfügung.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte die Lehrer-Großausschreibung in diesem Jahr extra vorgezogen, um rechtzeitig zum Schuljahresbeginn möglichst viele Lehrer an Bord zu holen. Mit 895 Stellen schrieb das Schulamt im Februar über sein Online-Portal so viele Angebote auf einmal aus wie nie.

Die Ausbeute ist mager: Von 1060 Bewerbern waren bei Schulstart nur 317 neue Lehrer im Dienst – gut ein Drittel des Ziels. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage von Linke-Fraktionschef Thomas Lippmann hervor.

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Neuer Name für die Förderschule und Umzug

Noch befindet sich die Schule am Roggengrund im Bau. Wenn die Förderschule für Körperbehinderte Anfang des kommenden Jahres vom alten Standort am Fermersleber Weg nach Neu-Olvenstedt zieht, wird das Haus „Schule am Sternsee“ heißen. Der Name spielt auf den Steinbruch an, der sich in der Nachbarschaft an der Olvenstedter Chaussee befindet. So sieht es eine Beschlussvorlage für den Stadtrat vor, der über die Namensgebung bei seiner Sitzung im November entscheiden soll. Die Gesamtkonferenz der Schule hatte den Namen im Mai einstimmig beschlossen. Bislang hieß sie „Schule am Fermersleber Weg“, was dann mit dem Umzug nicht mehr zutreffend wäre, so der Hintergrund.

Der Bau ist schon weit vorangeschritten. Aktuell ist ein Bagger auf dem Außengelände im Einsatz. Am Mittwoch wurden die Stühle für das Schulhaus angeliefert. Gegenwärtig wird geprüft, den Umzug vorziehen zu können.

Der Schulstandort am Fermersleber Weg war mit den Jahren zu klein geworden, um den Bedarf an Plätzen in der Schule mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung zu decken. 2016 stimmte der Stadtrat den Plänen zum Umzug der Schule zu. Das Land sicherte eine Förderung von über 80 Prozent der Baukosten (7,5 Millionen Euro) zu, um den jahrelangen Streit mit der Stadt über eine Beteiligung beizulegen.

Volksstimme Magdeburg

Westerhüsen: Ausweichquartier wird gesucht

Eine zweizügige Schule mit Hortbetrieb. Mit einem Umbau der Grundschule Westerhüsen soll dieses Ziel erreicht werden, damit mehr Schüler die Schule an der Zackmünder Straße besuchen können. Dazu ist geplant, die Schule umzubauen. In einem weiteren Schritt ist der Bau einer Ein-Feld-Sporthalle am Standort vorgesehen. Fertigstellung: 31. Dezember 2022. Dafür machte der Stadtrat mit einem Grundsatzbeschluss im vergangenen Jahr den Weg frei. Bis Ende des Jahres soll ein Planungsbüro ausgewählt sein, die Kapazitätserweiterung der Schule zu erarbeiten.

Während der Bauzeit werden Schüler und Lehrer einen Ausweichstandort nutzen. Dies geht aus einer Stellungnahme der Verwaltung auf eine Anfrage der AfD hervor. Aus sicherheitsrelevanten Aspekten sowie für einen schnelleren Baufortgang sei dies notwendig. Offen ist, welches Objekt dafür genutzt wird. Erste Abstimmungsgespräche laufen, „um im Rahmen der Abwägung eine für alle Betroffenen möglichst vertretbare Lösung zu erarbeiten und vorzuschlagen“, so der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport Dr. Matthias Puhle. Und: „Die Beteiligten vor Ort werden zeitnah in diesen Prozess einbezogen.“

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Tullner offen für späteren Schulbeginn

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) zeigt sich offen für einen späteren Schulbeginn, wenn Schulen ihn wollen: „Wir haben eine gewisse Flexibilität beim Beginn des Schultages. Mir ist das auch sehr sympathisch. Wenn alle Beteiligten einen späteren Start wünschen und die Rahmenbedingungen passen, sollte dem nichts im Weg stehen.“ Anlass ist eine repräsentative Umfrage des Kinderkanals unter 1300 Erst- bis Sechstklässlern. Dabei war herausgekommen, dass 98 Prozent der Kinder sich einen Schulbeginn zwischen 8.30 Uhr und 8.50 Uhr wünschen. Tatsächlich beginnt die Schule oft früher, erfasst wird der Schulstart in den einzelnen Schulen allerdings nicht.

Laut einem Erlass des Landes haben die Schulen Spielraum beim Unterrichtsstart. Vorgegeben ist der Rahmen 7 Uhr bis 8.15 Uhr. Auch ein noch späterer Beginn ist auf Antrag beim Landesschulamt prinzipiell möglich, sagte ein Sprecher. Voraussetzung: Die Gesamtkonferenz spricht sich dafür aus, und es gibt keinen Konflikt mit der Organisation des Schülerverkehrs.

Volksstimme Magdeburg

Studie: Bis 2025 fehlen über 26 000 Grundschullehrer

Bis zum Jahr 2025 werden Prognosen der Bertelsmann-Stiftung zufolge mindestens 26 300 Lehrer an Grundschulen fehlen. Damit sei die Lage noch dramatischer, als von der Kultusministerkonferenz (KMK) erwartet, heißt es in einer gestern vorgelegten Studie der Stiftung. Die KMK hatte vergangenen Oktober einen Mangel von 15 300 Grundschullehrern 2025 errechnet.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung bezieht sich auf die Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts aus dem vergangenen Juni. Sie geht für das Jahr 2025 von 3,254 Millionen bis 3,323 Millionen Kindern zwischen 6 und 10 Jahren aus. Die Experten der Bertelsmann-Studie orientierten sich nach eigenen Angaben an der fast niedrigsten Variante – und kamen dabei bereits auf ein Plus von 168 000 Kindern zur Zahlenbasis der Kultusministerkonferenz. Die Folge, so die Studien-Macher: Für 2025 müssten noch mal 11 000 Lehrer mehr eingestellt werden, als von der KMK ermittelt. So komme man auf die Zahl von 26 300 fehlenden Grundschullehrern. Die Bertelsmann-Stiftung hatte im Januar 2018 bereits eine Studie mit ähnlichen Zahlen veröffentlicht, die aber auf einer älteren Bevölkerungsprognose aufbaute. Auch wenn die Größenordnung von damals durch die neue Auswertung weitgehend bestätigt werde, sei man von der „Dynamik doch überrascht worden“, sagte Mit-Autor Dirk Zorn. Die neue Studie sei „ein Weckruf“, denn die Kinder, die im Jahr 2025 in der Grundschule lernen werden, seien schon alle auf der Welt.

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