15 Eltern klagen gegen die Stadt

Mehrere Familien wollen die Entscheidung zur Zuordnung ihrer Kinder nicht akzeptieren. Zwar haben sich fünf Klagen bereits inhaltlich erledigt. Doch in zehn Fällen laufen noch Verfahren gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht. In den meisten Fällen geht es darum, dass Kindern nicht wie von den Eltern gewünscht, ein Platz an einer IGS gewährt wurde.

Rund 2000 Kinder werden ab August fünfte Klassen an Magdeburger Schulen besuchen. Für die überwiegende Zahl von ihnen ist klar, wo sie künftig die Schulbank drücken werden. Doch es laufen weiterhin Klagen, wie Kerstin Richter, Leiterin des Fachbereichs Schule in der Magdeburger Stadtverwaltung, während der letzten Sitzung des Schulausschusses des alten Stadtrats berichtete. Und damit stehen einige Familien vor der Situation, dass möglicherweise erst im Laufe der Ferien über die Zukunft ihrer Kinder entschieden wird.

In ihrem Amt waren zu diesem Zeitpunkt 15 Klagen bekannt. In fünf Fällen habe sich der Sachverhalt inzwischen geklärt, da Kinder doch noch in die gewünschten Schulen nachrücken konnten oder sie weggezogen sind. In den anderen Fällen müsse das Gericht entscheiden.

In den vergangenen Wochen hatten beispielsweise in den Fällen des Hegelgymnasiums alle Wünsche trotz einer langen Warteliste doch noch erfüllt werden können. Man müsse darüber nachdenken, wie man dieses Verfahren in den kommenden Wochen effektiver gestalten könne, so Kerstin Richter.

Hauptknackpunkt ist das große Verlangen vieler Familien, ihre Kinder an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) unterzubringen. Um diese geht es auch in den noch offenen Verfahren im Wesentlichen. Seit Jahren übersteigt die Zahl der Interessenten für einen Platz in den fünften Klassen der IGS „Regine Hildebrandt“ oder der IGS „Willy Brandt“ die der vorhandenen Plätze zum Teil um das Doppelte. Zwar hofft die Stadt darauf, dass sich die Situation mit der neuen Grundschule an der Wilhelm-Kobelt-Straße und der dann möglichen Nutzung der Räume der bisher am Westring ansässigen Grundschule durch die IGS „Willy Brandt“ sowie durch die Kooperation von IGS „Regine Hildebrandt“ und der bisher im Stadtzentrum ansässigen Leibniz-Gemeinschaftsschule entspannt – doch das ist Zukunftsmusik. Und daher ist die Hoffnung der Stadt kein Trost für die jetzt betroffenen Familien.

Bei den Integrierten Gesamtschulen handelt es sich um eine Schulform, die in kommunaler Trägerschaft nur in Halle und in Magdeburg angeboten wird. Im Gegensatz zu Gemeinschaftsschulen, die aus den meisten Magdeburger Sekundarschulen entstanden sind, erfolgt an den IGS bereits früher in Form von Kursen eine Differenzierung der Schüler, welchen Abschluss sie am Ende ihrer Schullaufbahn anstreben.

Das Land sieht in der Integrierten Gesamtschule eine eigenständige Schulform, über deren Wahl nach dem Gesetz die Familien frei entscheiden können. Die Stadt argumentiert, dass der angestrebte Schulabschluss im Mittelpunkt steht. In diesem Sinne wären Gemeinschafts- und Gesamtschule gleichzusetzen.

Volksstimme Magdeburg

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