Streit um Abi-Vorklausuren

Schüler sollen ab dieser Woche Arbeiten schreiben / Gewerkschaft: „Das ist fahrlässig“ / Abi-Prüfungen ab 4. Mai

Trotz Pandemie-bedingter Schulschließungen: Ab dieser Woche sollen Sachsen-Anhalts Gymnasien ausstehende Klausuren des letzten Abi-Kurshalbjahres, darunter Vorprüfungen, schreiben lassen. Wegen der Schulschließungen der vergangenen Wochen seien solche Arbeiten in etwa der Hälfte der Schulen noch zu absolvieren, teilte das Bildungsministerium gestern mit. Mehrere tausend Schüler dürften betroffen sein. Bei den Prüfungen müssen die Schulen geltende Sicherheitsauflagen einhalten, betonte Ministeriumssprecher Stefan Thurmann. Die Einrichtungen hätten aber die Möglichkeit alternativ zu Klausuren besondere Lernleistungen, wie Hausarbeiten, zu benoten. Die Gewerkschaft GEW kritisiert den Plan: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das fahrlässig“, warnte Landeschefin Eva Gerth. Vornoten könne man ohne die noch ausstehenden Klausuren vergeben. Gestern gab das Ministerium auch die Termine für die schriftlichen Abi-Prüfungen bekannt. Sie sollen in zwei wählbaren Runden ab 4. Mai sowie ab 2. Juni stattfinden.

Volksstimme Magdeburg

„Ich will in die Schule zurück!“

Eltern wünschen sich von der Verwaltung kreative Lehrkonzepte für ihre Kinder
Die allgemeinen Schulschließungen stellen viele Eltern jeden Tag vor neue Probleme. Es zeigt sich, dass gemeinsames Lernen mit einem Pädagogen unersetzlich ist. Für die „Zuhause-Schule“ fehlen auch praktikable Konzepte. Die Wissensvermittlung bleibt nicht selten auf der Strecke.

Jeder, der schulpflichtige Kinder hat, hat in den letzten 14 Tagen erlebt, was es für Schüler und Eltern bedeutet, Schule zu Hause stattfinden zu lassen. Für Eltern, Schüler und Lehrer ist es eine Herausforderung und enorme zusätzliche Belastung, von einem Tag auf den anderen diese Umstellung zu organisieren.

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„Wir sollten überlegen, was Schüler umtreibt“

Der Leiter der Evangelischen Sekundarschule über seine Erfahrungen aus der coronabedingten nach Hause verlagerten Schule als Lernort

Die letzten beiden Wochen haben gezeigt, was wir Lehrenden dieses Landes zu leisten vermögen. In kürzester Zeit haben Schulen Notbetreuungspläne organisiert, lehrplangemäße Aufgaben erstellt und auf unterschiedlichsten Wegen zu den Haushalten der Schülerinnen und Schüler gesandt. Es hagelt geradezu auf die Elternhäuser ein: digitale Lernangebote, Dokumenten-Uploads, Selbststudium und die Aufforderung, neue Inhalte selbstständig zu erarbeiten, oft garniert mit dem Hinweis, dass Bewertungen weiterlaufen und klar gesetzte Fristen „einzuhalten sind“.

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Mehr Schüler in Notbetreuung des Landes

In der zweiten Woche pandemie-bedingter Schulschließungen in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Schüler in staatlicher Notbetreuung gestiegen. Wurden in der ersten Woche noch 571 Grundschüler betreut, stieg die Zahl jetzt auf 700, teilte Bildungsministeriums-Sprecher, Stefan Thurmann, gestern mit. In Förderschulen wuchs die Zahl von 58 auf 74.

Die Inanspruchnahme bleibt dennoch auf niedrigem Niveau. Bei landesweit 448 Grundschulen kommen statistisch nur zwei betreute Kinder auf eine Einrichtung. Normalerweise besuchen rund 69 000 Schüler Sachsen-Anhalts Grundschulen. Die Notbetreuung wird damit lediglich von einem Prozent der Schüler in Anspruch genommen. Noch weniger genutzt wird das Angebot an den weiterführenden Schulen. Landesweit wurden in dieser Woche neun Schüler an Sekundarschulen, sieben an Gemeinschaftsschulen und fünf an Gymnasien betreut.

Anspruch auf Notbetreuung haben Familien, in denen ein Elternteil im medizinischen, pflegerischen oder pharmazeutischen Bereich arbeitet. Auch Familien, in denen beide Eltern in kritischen Einrichtungen wie Polizei oder Feuerwehr arbeiten, können das Angebot nutzen.

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Alle Bundesländer einig: Abitur gibt es nur mit Prüfung

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat die Einigung mit seinen Amtskollegen auf ein Festhalten an Abiturprüfungen trotz Corona-Pandemie begrüßt. Die Vergleichbarkeit des Abiturs bleibe damit auch in Krisenzeiten gewährleistet. Damit werde garantiert, dass für das Abitur gleiche Maßstäbe angelegt würden. Zuvor hatte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bei ihren Amtskollegen für viel Kritik gesorgt, weil sie im Alleingang die Abiturprüfungen in ihrem Land absagen wollte.

Auch Tullner äußerte sein Unverständnis über diesen Schritt und forderte eine gemeinsame Lösung der Länder. Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, die Abiturprüfungen zu verschieben und allen rund 5700 Jugendlichen die Wahl zu lassen, ob sie die ersten Termine oder eine zweite Runde im Juni für ihre Abschlussprüfungen nutzen. Ursprünglich war der Start für den 27. April vorgesehen. Wann es jetzt losgeht, soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

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Schule an Schüler

Editha-Gymnasium setzt in der Zwangspause auf den Unterricht über das Internet
In ganz Deutschland ruht der Schulbetrieb. Doch der Unterricht muss weitergehen. Viele Schulen nutzen daher das Internet. Beispiel Editha-Gymnasium: Hier werden nicht nur Aufgaben verteilt. Es gibt auch Sprechstunden und Tests.

Ausnahmezustand – und man hört nichts. Wenn es zur Pause geklingelt hat, bleiben die Gänge des Editha-Gymnasiums am Lorenzweg leer. Hier wie in den anderen Schulen in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas.

Auf der Homepage der Schule sind zunächst Bilder von Lehrern und weiteren Mitarbeitern der Schule in einer Collage zu sehen. Sie alle zeigen auf ihrem Foto ein Wort, und zusammen richten sie einen Gruß an ihre Schüler: „Wir finden es toll, dass Ihr das Homeschooling rockt und von zu Hause aus durchhaltet. Leben retten war noch nie so einfach! Bleibt solidarisch! Stay@home #bleibt gesund Eure Lehrer“.

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Pressemeldung der Landesregierung vom 24.03.2020

Auszug:
„Bis Sonntag, 19. April, soll das öffentliche Leben in Sachsen-Anhalt weitgehend ruhen, um die Verbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen. Schulen und Kindertagesstätten bleiben damit eine Woche länger als bisher geplant geschlossen; die Regelungen zur Notbetreuung werden erweitert.“

Schulen im Land bleiben länger zu

bi-Prüfungen werden in Sachsen-Anhalt verschoben / 500-Millionen-Hilfspaket aufgelegt
Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt bleiben länger dicht als bislang geplant. Und: Die Landesregierung will 500 Millionen Euro zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bereitstellen.

Schulen und Kindertageseinrichtungen sollen frühetens wieder am Montag, 20. April, und damit eine Woche später als bisher vorgesehen ihre Pforten öffnen. Das teilte gestern Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit. Im Land gibt es 197 100 Schüler, weitere 150 000 Kinder besuchen Kitas.

Die Regeln zur Notbetreuung werden erweitert. Diese ist jetzt möglich, wenn ein Elternteil in der medizinischen, veterinärmedizinischen, pharmazeutischen oder pflegerischen Versorgung tätig ist. Dann kann für Kinder bis zwölf Jahre ein Platz in Kita, Schule oder Hort in Anspruch genommen werden.

Für andere Familien gilt wie bisher: Notbetreuung ist möglich, wenn beide Erziehungsberechtigten zu unentbehrlichen Schlüsselpersonen gehören – wie Feuerwehr, Polizei, Justiz oder Rettungsdienst.

Abi-Prüfungen werden verschoben
Wegen der Verlängerung der Schulschließungen ändert Bildungsminister Marco Tullner (CDU) den Zeitplan für die Abiturprüfungen. Ursprünglich sollten diese am 27. April beginnen, das gilt nun nicht mehr. Neue Termine würden in den nächsten Tagen bekanntgeben, teilte sein Sprecher mit. Darüber hinaus werde man jedem Schüler in diesem Jahr zwei Termine für die schriftlichen Abi-Prüfungen anbieten. Betroffen von der Planänderung sind rund 5700 Schüler.

Bereits in der vorigen Woche waren die Prüfungen für die rund 8000 Realschüler verschoben worden. „Wir garantieren weiterhin, dass jeder Absolvent einen ordentlichen und fairen Zugang zu einem Abschluss bekommt“, betonte Tullner.

Volksstimme Magdeburg

Schulprüfungen werden verschoben

Die Prüfungen für den Realschulabschluss werden in Sachsen-Anhalt verschoben. Ursprünglich sollten diese am 20. April beginnen. Der neue Zeitplan sieht als ersten Prüfungstag den 11. Mai vor. Davon betroffen sind rund 8000 Realschüler. Das teilte das Bildungsministerium gestern mit. Die schriftliche Prüfung im Fach Deutsch ist nun am 11. Mai, er folgen die Fächer Englisch (13. Mai) und Mathematik (15. Mai).

Der Fahrplan für die bevorstehenden Abiturprüfungen bleibt laut Bildungsministerium davon derzeit unberührt. Die Prüfungen für die etwa 5700 Schüler sollen wie geplant am 27. April beginnen. Für alle Schüler, die die ursprünglichen Termine aufgrund der aktuellen Situation nicht wahrnehmen können, gibt es reguläre Nachschreibetermine Anfang Juni.

In Bayern sind die Abiturprüfungen um drei Wochen auf den 20. Mai verschoben worden.

„Wir werden sicherstellen, dass jeder Absolvent einer Schule in Sachsen-Anhalt einen fairen Zugang zu den Prüfungen bekommt und damit die Chance erhält, den gewünschten Schulabschluss zu erreichen“, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU).

In Sachsen-Anhalt sind die Schulen bis zum 13. April geschlossen.

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Erste Bilanz: Schulen und Kitas weitestgehend leer

Großteil der Familien folgt den Appellen / Notbetreuung für Kinder, deren Eltern besonders im Job gebraucht werden, greift ab morgen

Wo sonst kurz vor acht Schülerhorden zu Fuß und mit dem Fahrrad entlangströmen, war am Montag vielerorts kaum jemand zu sehen. Auf die am Freitagnachmittag kurzfristig verkündete Schließung von Schulen und Kitas wegen des sich ausbreitenden Corona-Virus hatten sich zum Wochenstart offenbar sehr viele Familien eingestellt. Lehrer nahmen mit Eltern und Schülern Kontakt auf, um Aufgaben für die Zeit außerhalb der Schule abzusprechen. Das Land hält seit längerer Zeit digitale Lernplattformen bereit.

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