500 Millionen für schönere Schulen

Energiefressende Heizungen, zugige Fenster, gammlige Toiletten, viele zu kleine Räume: Hunderte Schulen, Kitas und Sporthallen im Land sind heruntergekommen. Um das zu ändern, zapft Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren EU-Geldtöpfe an. Eigentlich finanziert Brüssel keine Schulbauten. Der Trick: Die Gebäude bekommen moderne Heizungen und Wärmedämmung: So sinken Energiebedarf – und CO2-Emissionen. Aufs CO2 kommt es der EU an. Also bewilligt Brüssel auch Gelder.

Fast 100 Gebäude wurden bereits mit dem sogenannten Stark-III-Programm für gut 150 Millionen Euro saniert. Weitere 90 für etwa 180 Millionen Euro sind im Bau oder genehmigt. Um grünes Licht zu erhalten, sind enorm aufwändige Nachweise und Planungen vorzulegen. Jetzt haben es 48 weitere Projekte auf die Liste geschafft. Nun erfolgt noch eine Tiefenprüfung – geht auch die gut, fließen weitere 140 Millionen Euro. Darunter etwa für die Grundschule Süd in Burg oder die Gemeinschaftsschule in Staßfurt. Für jene Gemeinden, die bei „Stark III“ leer ausgehen, hat das Land zudem ein eigenes Schulbauprogramm über 120 Millionen Euro parat. So kommt mehr als eine halbe Milliarde Euro zusammen. „Das ist das größte Infrastrukturprogramm für die Bildung in der Geschichte des Landes“, sagt Finanzminister André Schröder (CDU).

Doch das Bauen kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven: Die Antragsstellung ist zeitraubend. Die Baukosten galoppieren davon. Die EU wollte bei Landschulen nur bis zur Baukosten-Obergrenze von 3 Millionen Euro fördern. Ein Euro darüber – und es gäbe nichts. Erst nach harten Verhandlungen mit Brüssel fiel jetzt das Limit.

Und: Sparen die Gemeinden Geld? „Die Kosten für Heizung und Strom sinken“, sagt Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). Doch mit dem Umbau kommen neue Heizungstechnik, Brandschutztüren und mitunter auch Fahrstühle ins Gebäude. Die Technik muss teuer gewartet werden. „Unter dem Strich sinken die Betriebskosten nicht.“

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