Buslinien-Problem entbrennt aufs Neue

„An manchen Tagen ist mein Kind über elf Stunden außer Haus“, beklagt sich eine Mutter über die Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs ab dem Pechauer Platz Richtung Süden. Das Thema ist kein neues. Bereits seit mehreren Jahren beschweren sich Eltern von Kindern, die weiterführende Schulen westlich der Elbe besuchen, aber in den Ortschaften Pechau, Randau oder Calenberge wohnen, über die Fahrzeiten des öffentlichen Personennahverkehrs der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB).

Das Thema kam jetzt im Rahmen eines Gesprächstermins, zu dem der Fachbereich Schule und Sport der Stadt Magdeburg alle Beteiligten eingeladen hatte, erneut auf den Tisch. Anstoß dazu gaben drei Schüler des Hegelgymnasiums, die Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper ihr Problem bei der Kindersprechstunde schilderten.

Zu spät beim Unterricht
Viele Schüler weiterführender Schulen aus den Ortschaften Pechau, Randau und Calenberge nutzen das Liniennetz der MVB täglich für den Schulweg. Die Ortschaften werden dabei von einem Bus bedient, der auch zu den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag nur einmal stündlich fährt. Durch die Abfahrtzeit am Morgen erreichen einige Schüler die Schule regelmäßig zu spät. Kommt es am Nachmittag nach Schulschluss zu Anschlussproblemen, erreichen die Schüler den Bus 56 am Pechauer Platz nach Pechau, Randau und Calenberge nicht und müssen auf den nächsten Bus warten. Der fährt erst eine Stunde später. Manche Eltern holen ihre Kinder dann ab. Darüber, dass die aktuelle Situation kein Dauerzustand sein kann, sind sich die anwesenden Eltern einig.

Für die MVB nahm Uwe Schulz als Abteilungsleiter der Verkehrsplanung am Treffen teil. Er hörte sich die Anliegen der betroffenen Eltern zunächst an.

Veränderte Buszeiten
Eine Lösung, mit der alle zufrieden wären, ist eine Verschiebung der Abfahrtzeiten. Morgens soll der Bus zehn Minuten eher losfahren, am Nachmittag zehn Minuten später. Doch bevor es zur Änderung der Abfahrtzeiten kommt, muss Uwe Schulz diese prüfen. Das wolle er bis Mitte April erledigt haben, versprach er. Dabei müssen der Verkehrsplaner und sein Team auf die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten achten. Einen zweiten Bus einzusetzen, schloss er aus. Dafür fehlen dem Unternehmen Busse und Personal. Sobald der Prüfauftrag bearbeitet ist, wollen sich die Beteiligten wieder austauschen.

Volksstimme Magdeburg 03.03.2018

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