Die Feuerwehr übernimmt den Unterricht

Was tun, wenn es brennt? Fragen wie diese greifen in diesen Tagen die Grundschulen der Stadt auf und beantworten sie u. a. mit Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt. Olvenstedter Kameraden sorgten an der Grundschule „Am Fliederhof“ für ein realistisches Szenario.

Rauch dringt aus dem Kellerbereich der Schule, die Sicht im Werkunterrichtsraum ist nur noch eingeschränkt möglich. „Was tut ein Feuerwehrmann in solch einer Situation?“, fragt Wehrleiterin Annette Siedentopf am Montagmorgen die Klasse um Lehrerin Katrin Winkler und bekommt die Antwort von einem Siebenjährigen: „Er geht auf den Boden und krabbelt durch den Raum.“ Um ein realistisches Szenario zu kreieren, haben die Kameraden den Raum mittels Nebelmaschine mit Rauch gefüllt. Krabbelnd haben die Schüler diesen verlassen. „Der Rauch steigt nach oben, vom Boden aus hat man eine bessere Sicht“, heißt es dazu im Vorfeld.

Tipps wie diese und Anleitungen, wie sich speziell Kinder im Ernstfall verhalten, haben zwölf Kameraden bei praktischen Übungen und mit ihrer Ausrüstung sowie Gerätschaft als Anschauungsmaterial beim Brandschutzaktionstag weitergegeben. Das Thema „Brandschutz“ ist ein fester Bestandteil des Sachkundeunterrichts. Das Wissen konnten die über 180 Schüler der Einrichtung an der Hans-Grade-Straße nun mit den Experten der freiwilligen Feuerwehr zur Anwendung bringen. Dass Feuerwehrmänner und -frauen eine große Aufmerksamkeit erregen, hat sich die Schule gern zu eigen gemacht, so Schulleiter Michael Ahnert: „Der Feuerwehr bietet sich mit dem Aktionstag die Möglichkeit, über ihre Arbeit zu informieren und für sich zu werben. Die Schüler sind begeistert, dass sich die Kameraden die Zeit genommen haben für sie.“

Apropos Zeit: Annette Siedentopf verweist darauf, dass das Zeitfenster zur Umsetzung des vom Land vorgegebenen Brandschutzaktionstages zu eng ist, damit die über 30 Grundschulen in der Stadt diesen organisieren können. Die Olvenstedter Feuerwehr habe 15 Anfragen erhalten und „wird auch im April aktiv sein, damit wir die Grundschüler und ihre Schulen nicht enttäuschen“, so Siedentopf.

Die Lehrerin und Wehrleiterin wirbt übrigens für den sogenannten Kinderfinder: Dabei handelt es sich um einen reflektierenden Aufkleber, auf den der Name des Kindes eingetragen werden und dieser an der Tür des Kinderzimmers angebracht werden kann, damit im Ernstfall Einsatzkräfte es leichter ausfindig machen können.

Volksstimme Magdeburg

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