Endspurt im Schneckenrennen

Verwaltung legt Beschlussvorlage zur Erweiterung der Grundschule Ottersleben vor
Nach über zehn Jahren wird das Platzproblem in der Grundschule Ottersleben gelöst: Die Verwaltung legt einen Grundsatzbeschluss vor, der auf eine Erweiterung der Kapazität mit Hilfe eines Neubaus abzielt. Dieser soll auf einem Nachbargrundstück entstehen.

Nun also doch, ist man geneigt zu sagen. Die Stadtverwaltung hat einen Grundsatzbeschluss erarbeitet, der eine Erweiterung des Schulgebäudes an der Richard-Dembny-Straße vorsieht. Laut einer Vorlage für den Stadtrat ist geplant, die Kapazität der Grundschule mit Hilfe eines Anbaus zu erhöhen. Ziel ist, die Schule künftig fünfzügig zu führen, sprich fünf Klassen pro Klassenstufe zu unterrichten. Ganz so, wie dies aktuell schon der Fall ist: Eine Erweiterung der Schülerzahl von derzeit knapp 430 ist nicht vorgesehen, um dies klarzustellen. Es sollen aber alle Schüler wieder an einem Standort zusammengeführt bzw. unterrichtet werden. Bewohner wie Mitglieder des Heimatvereins Ottersleben (HVO) und Lokalpolitiker favorisierten dafür bereits seit Jahren eine Erweiterung des bestehenden Hauses.

Abgelehnter Neubau und Kostensteigerung

Hintergrund: Seit dem Umbau der Schule und deren Wiedereröffnung im Schuljahr 2003/04 prägen Platzprobleme den Betrieb. Weil nicht genügend Räumlichkeiten am Schulstandort zur Verfügung stehen, besuchen die Viertklässler mit der Sekundarschule „Ernst Wille“ in Frankefelde einen Außenstandort. Zuletzt spitzten sich die Diskussionen um eine Lösung des Problems zu, als die Verwaltung Pläne vorlegte, eine Schule nahe dem Amtsgarten im Wohngebiet der Hängelsbreite errichten zu wollen, um das Platzproblem zu lösen. Dies fiel bei einem knappen Stadtratsvotum durch. Andere kommunale Grundstücke, auf denen ein Schulneubau errichtet werden könnte, ließen sich in Ottersleben nicht finden. Am Nordenfeld hätte es zwar eine geeignete Fläche gegeben, diese wäre allerdings mit einem Ankauf verbunden, was die Kosten für das Gesamtprojekt in die Höhe getrieben hätte.

Freistehendes Gebäude für Schule und Hort

Die Bemühungen um den Ankauf eines Nachbargrundstücks in Alt Benneckenbeck wurden daraufhin forciert und führten im Januar auch zum Erfolg. Ein vom Kommunalen Gebäudemanagement (KGM) beauftragtes Planungsbüro gab nun grünes Licht, dass das erarbeitete Raumkonzept auf dem angekauften Grundstück umgesetzt werden kann. Vorgeschlagen wird der Bau eines eigenständigen Gebäudes, das über zwei Haupteingänge sowie einen Aufzug verfügt. Der von der Verwaltung favorisierten Variante des Solitärbaus hätten Schul- als auch Hortleitung zugestimmt, heißt es. Dessen Vorteil besteht u. a. darin, dass der Bau des Hauses ohne Eingriff in den laufenden Schulbetrieb umgesetzt werden könnte und Schüler kurze Wege zwischen Haupt- und Nebengebäude haben würden. Zudem kann mit dem Solitärbau eine städtebauliche Lücke auf der unbebauten Ecke Alt Benneckenbeck/Richard-Dembny-Straße geschlossen werden, so ein weiteres Argument, wobei die grundsätzliche offene Bauweise im Stadtteil erhalten bleibt. Sollten die Schülerzahlen in den kommenden Jahren zurückgehen, könnte das neue Gebäude anderen kommunalen Zwecken dienen.

Als nächsten Schritt passiert die Beschlussvorlage die Ausschüsse wie jenen für Bildung, Schule und Sport am 22. Mai, ehe der Stadtrat sich mit dem Thema während seiner Sitzung am 14. Juni befasst. Im Dezember 2016 beschloss der Stadtrat, die Kapazitäten in drei Grundschulen zu erweitern. Dazu zählte auch die Ottersleber Schule.

Volksstimme Magdeburg 26.04.2018

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