Erste Bilanz: Schulen und Kitas weitestgehend leer

Großteil der Familien folgt den Appellen / Notbetreuung für Kinder, deren Eltern besonders im Job gebraucht werden, greift ab morgen

Wo sonst kurz vor acht Schülerhorden zu Fuß und mit dem Fahrrad entlangströmen, war am Montag vielerorts kaum jemand zu sehen. Auf die am Freitagnachmittag kurzfristig verkündete Schließung von Schulen und Kitas wegen des sich ausbreitenden Corona-Virus hatten sich zum Wochenstart offenbar sehr viele Familien eingestellt. Lehrer nahmen mit Eltern und Schülern Kontakt auf, um Aufgaben für die Zeit außerhalb der Schule abzusprechen. Das Land hält seit längerer Zeit digitale Lernplattformen bereit.

„An den Schulen ist ganz wenig los“, schilderte ein Sprecher des Bildungsministeriums gestern die ersten Rückmeldungen von Gymnasien und Sekundarschulen. In vielen Schulen sei niemand aufgetaucht. „Die Menschen gehen mit der Situation schon sehr verantwortungsvoll um.“ Ab morgen werden laut Sozialministerium nur noch Kinder solcher Eltern betreut, die zur Gruppe der unentbehrlichen Schlüsselpersonen gehören. Dazu zählen etwa medizinische, pflegerische und pharmazeutische Berufe, die Justiz, Landesverteidigung, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sowie Berufe, die zur Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur beitragen. Es ist ein Kraftakt für die Familien, aber das Einsehen ist offenbar da. In Burg (Jerichower Land) folgten die allermeisten Eltern dem Aufruf, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Von rund 788 Schülern wurden an den kommunalen Grundschulen 23 Kinder betreut.

In der westlichen Börde waren laut Bürgermeister Fabian Stankewitz selten mehr als fünf Kinder in einer Kita. Gehen die Zahlen noch weiter zurück, wäre eine Zusammenlegung angebracht. Das ist aber vom Land nicht erwünscht, merkte er an. Auch in Stendal und Umgebung verlief der Schulstart wie landesweit sehr ruhig. Von mehr als 507 Grundschülern in Stendal erschienen 22 und wurden in den Horten auch betreut. Ähnlich bei der organisierten Notbetreuung in den Kitas, von rund 900 nutzten 67 das Angebot.

Sowohl in Magdeburg, im Harz als auch im Salzlandkreis blieb das große Chaos rund um die Notbetreuung aus. Die Kita Max und Moritz in Haldensleben (Börde) hat gestern Früh rund 30 Kinder aufgenommen. Wie Kita-Leiter Henrik Hoffmann berichtete, sei die Schließung für einige zu kurzfristig angekündigt gewesen. Lediglich vier Eltern hätten Anträge auf eine Notbetreuung eingereicht. Regulär besuchen 185 Kinder die Kita.

Bis nach den Osterferien sind die Schulen und Kitas geschlossen. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva Gerth, sagte: „Es wird ruhig und sachlich reagiert.“ Man versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Viele Lehrkräfte seien schon „im Internet zu Hause“.

Volksstimme Magdeburg

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