Erstes Stadt-Gymnasium mit Hort

Einsteins mit Alleinstellungsmerkmal für alle kommunalen Schulen ab Klasse 5 / Plätze auch für andere Schulen verfügbar
Das Albert-Einstein-Gymnasium ist die erste kommunale Schule ab Klasse 5 mit einem angebundenen Hortbetrieb. 25 Schüler werden nach Schulschluss im Hort betreut – knapp zwei Drittel der verfügbaren Plätze werden derzeit genutzt. Der Weg dahin war lang.

Sie kommen gut gelaunt in den Raum 102, sprechen mit Josefin Hickisch ihre Hausaufgabe ab und beraten gemeinsam, wie der Nachmittag gestaltet werden kann. Nach Schulschluss haben Schüler des Einsteingymnasiums seit Jahresanfang die Möglichkeit, sich am Hort zu beteiligen. Mit elf Schülern gestartet, hat sich das Angebot herumgesprochen. 25 Kinder besuchen aktuell Josefin Hickisch und ihren Kollegen Matthias Nölle, die für Die Brücke (freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe) den Hortbetrieb leiten. „Das Angebot wird mit den Kindern abgestimmt. Dabei profitieren wir auch von der guten Infrastruktur und den Möglichkeiten im Stadtteil“, so die 29-jährige Pädagogin. Ein Besuch in der zu Fuß in wenigen Minuten erreichbaren Schwimmhalle sei ebenso möglich wie eine Sporteinheit in der benachbarten Sporthalle des Gymnasiums oder eine Stippvisite im Trampolinpark im Florapark. Für Sport und Spiel wird auch der Floraparkgarten genutzt.

Damit auch Schüler mit einem Stundenausfall betreut werden, ist der Hort bereits in den Vormittagsstunden besetzt, verweist Brücke-Geschäftsführer Steffen Hickisch. Die Brücke betritt mit dem Hort am Gymnasium kein Neuland. Sie ist mit einer gleichen Einrichtung an der Grundschule „Fliederhof“ tätig, betreibt darüber hinaus u. a. einen Stadtteiltreff, das Familien- und Jugendhaus (FaJu) „Kümmelsburg“ sowie eine Kindertagesstätte. Hickisch: „Schule und Stadt haben alles getan, dass der Betrieb hier im Gymnasium schnell aufgenommen werden konnte. Die anfängliche Skepsis im Haus ist gewichen.“

Als erster Leiter einer kommunalen Schule ab Klasse 5 hatte Raimund Witte (mittlerweile an einer Schule in Wernigerode als Leiter tätig) im Vorjahr den Hortbedarf für Schüler der Klasse 5 und 6 per Elternbefragung ermitteln lassen und das Ergebnis an die Stadt weitergeleitet. Hintergrund: Bis zur sechsten Klassenstufe wird bei Bedarf Schülern ein Platz im Hort über das Landesrecht zugesichert. Damals verfügte aber nur das in freier Trägerschaft geführte Norbertusgymnasium über einen Hort, später zog das private Internationale Stiftungsgymnasium nach. Somit war die für Grundschüler in den Klassen 1 bis 4 als normal geltende Hortbetreuung fast gar nicht gegeben.

Der Hort im Erdgeschoss des Gymnasiums am Olvenstedter Graseweg ist übrigens nicht nur Gymnasiasten vorbehalten. „Es ist eine offene Einrichtung, die jedem Schüler offen steht“, erklärt Steffen Hickisch. Demnächst sollen Gespräche mit der Gemeinschafts- und Sekundarschule „Wilhelm Weitling“ aufgenommen werden, um das Angebot bekannter zu machen. Schüler könnten beispielsweise mit dem Fahrrad oder mit dem Bus vom Schulstandort an der Sankt-Josef-Straße zum Hort gelangen. Aus den Gesprächen mit den Eltern wisse man, dass sie „ihre Kinder nach dem Unterricht betreuen lassen möchten und für sie gern ein Angebot hätten, wie sie ihre Freizeit mit Gleichaltrigen oder den Freunden verbringen – und es vermeiden möchten, dass sie alleine zu Hause sind“, so Hickisch.

Bis Ende des Jahres erfolgt der Betrieb des Horts in seiner jetzigen Form, so die Regelung mit der Stadt. Im neuen Jahr findet dann ein Betreuungsschlüssel Anwendung.

Volksstimme Magdeburg

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