Gesunde Snacks für die Umwelt

Ein Fördergeldbescheid über 65 000 Euro ist gestern am Werner-von-Siemens-Gymnasium an den Verein „Liba“ überreicht worden. Er setzt sich für eine nachhaltige Ernährung ein.

Sich nachhaltig zu ernähren für sich selbst, aber eben auch für die Umwelt, ist das Ziel mehrerer Arbeitsgemeinschaften am Werner-von-Siemens-Gymnasium. Dafür hat Schulleiter Frank Skroblien den Verein „Liba“ gewonnen, der an dem Gymnasium in Alte Neustadt die Nachhaltigkeitsarbeitsgemeinschaft leitet, und ist darüber sehr froh. Damit die AG auch in Zukunft fortgesetzt werden kann, hat der Verein gestern einen Fördergeldbescheid vom Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. 65 000 Euro stehen zur Verfügung, damit die Mitglieder ihr Bildungsprojekt „Nachhaltige Ernährung macht Schule 2019“ fortführen können und Kinder und Jugendliche an insgesamt sechs Schulen und Patenschulen mit dem Thema vertraut gemacht werden.

Ernährung im Schulalltag
Die Idee ist, im Schulalltag eine nachhaltige Ernährung zu erlernen und anzuwenden. Für einige Schüler hat das auch bereits harte Einschnitte bedeutet, wie gestern einer der teilnehmenden Schüler des Siemensgymnasiums erzählte. Er habe seinen Eltern alles, was er zum Thema nachhaltige Ernährung gelernt hatte, erklärt. Seither gebe es bei ihm zu Hause nur noch sehr wenig Fleisch, und wenn überhaupt, dann in Bioqualität. Das sei für den Jungen eine ganz schön große Umstellung gewesen. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft haben sich die Schüler aber auch mit der Regionalität und Saisonalität befasst, haben Biobetriebe und Landwirtschaftsbetriebe in der Umgebung besucht.

Aus den sechs Schulen in Magdeburg und im Landkreis Börde, die in das Projekt aufgenommen wurden, werden circa 87 bis 115 Schülerinnen und Schüler auf diese Weise zu Nachhaltigkeitscoaches ausgebildet. Der Verein habe mehr Anfragen aus Schulen, als er bewältigen könne.

Das Umweltministerium Sachsen-Anhalts fördert Projekte im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung und bewilligt dafür im Jahr 2019 insgesamt 20 Projekte. Von den 30 Antragstellern landete das Projekt des Vereines „Liba“ auf dem dritten Platz, berichtete Staatssekretär Klaus Rehda am Rande der Übergabe des Fördergeldbescheides. Ziel der Förderung sei, die nachhaltige Entwicklung und das Umweltbewusstsein zu fördern. Gleichzeitig soll das Engagement von unterschiedlichen Projektgruppen vor Ort für eine umweltgerechte Entwicklung verbessert und Impulse für eine zukunftsfähige und nachhaltige Umweltbildung gegeben werden.

Noch Anträge möglich
Für das Förderjahr 2019 stehen insgesamt 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Auch im Jahr 2020 ist geplant, eine solche Förderung anzubieten. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2019.

Frank Skroblien legt großen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit – in unterschiedlichen Fächern werde Wissen zum Thema vermittelt. Was ihn optimistisch für die Zukunft stimmt, ist, dass viele vor allem junge Leute bereits umdenken und auf eine nachhaltige Lebensweise achten. Im Siemensgymnasium gibt es zum Beispiel eine Cafeteria, in der Schüler gesunde und nachhaltige Speisen kaufen können. Sie wird aber nicht nur von Schülern gemacht. Es gibt auch eine Arbeitskraft, die viel vorbereitet. Außerdem sind die FSJ-lerin und die Schulsozialarbeiterin in das Projekt eingebunden. Die Cafeteria arbeitet trotz des großen Zulaufs von Lehrern und Schülern nicht kostendeckend. Um das Angebot zu erweitern, würde die Schule gern eine größere Cafeteria mit Kochgelegenheiten einrichten. Entsprechende Anfragen seien bei der Stadt bereits gestellt worden. Das Ergebnis stehe noch aus.

Volksstimme Magdeburg

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