Hitzefrei – nicht für alle Schüler

Es wird heiß in den kommenden Tagen, sehr heiß. Bis zu 40 Grad Celsius können zur Wochenmitte in der Region erreicht werden. Keine schlechte Nachricht für viele Schüler, sie können vielerorts mit hitzefreien Tagen rechnen, bis dann in der kommenden Woche sowieso die Schule aus ist: Sommerferien.

Ob sie Hitzefrei bekommen, entscheidet die Schulleitung. Vom Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt heißt es, wenn um 11 Uhr mindestens 26 Grad in einem repräsentativen Unterrichtsraum erreicht sind, kann die Schule für die Jahrgänge eins bis zehn nach der fünften Stunde ausfallen. In Ausnahmefällen kann die Schulleitung allerdings auch schon nach der vierten Stunde den Unterricht beenden. Auch die Möglichkeit verkürzter Unterrichtsstunden wird den Schulen vom Ministerium eingeräumt.

So macht es das Siemens-Gymnasium
Am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Magdeburg machen sie es so: Ab der dritten Stunde hat eine Unterrichtsstunde statt 45 Minuten nur 30 Minuten, wie Schulleiter Frank Skroblien erläutert. Zudem sei es den Lehrern freigestellt, ihre Schulstunden anders zu gestalten, etwa für den Unterricht „auf den Schulhof unter einen Baum zu gehen.“ Das ganze Stunden wegen der Hitze ausfallen, sei vorerst nicht vorgesehen, sagt Skroblien.

Andere Schule, andere Regelung. An der Internationalen Schule Pierre Trudeau in Barleben müssen die Schüler in dieser Woche nur bis 12.10 Uhr in den Unterricht. So berichtet es Schulleiter Michael Kleinen. Zudem gebe es spezielle Regelungen für die Unterrichtszeit: So könnten Schüler etwa jederzeit aufstehen, um sich etwas zu trinken zu holen.

Schüler schlafen schlechter
Kleinen betont, es müsse stets sorgsam abgewogen werden, ob Hitzefrei erteilt werde. Schließlich könne es auch zum Problem für die Eltern werden, wenn Kinder früher abgeholt und betreut werden müssten. Auch der Richtwert von 26 Grad Celsius sei da keine belastbare Größe, betont Kleinen. „Es ist nicht jeder Unterrichtsraum gleich“, sagt der Schulleiter. Auch sei die Konzentration unabhängig von der Temperatur in der Schule bei einigen Schülern schlechter, weil sie wegen der Hitze schlechter schliefen, berichtet Kleinen.

„Zum Thema Hitzefrei schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Heike Herrmann, Direktorin der Lessing-Schule in Salzwedel. Einerseits täten ihr die Schüler leid, wenn sie bei der Hitze im Unterricht sitzen müssten, andererseits sei das im späteren Berufsleben auch nicht anders, betont Herrmann. Derzeit hat ihre Schule Projektwoche, bis 12 Uhr müssen die Schüler bleiben. Noten bekämen sie in der Woche vor Ferienbeginn ohnehin nicht mehr.

Weniger Spielraum für eine Unterrichtsverkürzung haben die Grundschulen. Wie Annett Müller, Schulleiterin der Grundschule Weitlingstraße in Magdeburg berichtet, sei ihnen vorgegeben, die Kinder 5,5 Stunden am Tag zu betreuen. Laut Ministerium bis mindestens 13.30 Uhr. Allerdings werde der Anspruch an die Kinder bei der Hitze heruntergefahren, sagt Müller.

Wie lange es bei den derzeitigen Regelungen des Ministeriums bleibt, ist ungewiss. 2018 konnten Schulen an sehr heißen Tagen schon vor 11 Uhr die Temperatur messen und über Hitzefrei befinden. Vom Ministerium heißt es dazu auf Nachfrage, man wolle vorerst abwarten.

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