„Ich will in die Schule zurück!“

Eltern wünschen sich von der Verwaltung kreative Lehrkonzepte für ihre Kinder
Die allgemeinen Schulschließungen stellen viele Eltern jeden Tag vor neue Probleme. Es zeigt sich, dass gemeinsames Lernen mit einem Pädagogen unersetzlich ist. Für die „Zuhause-Schule“ fehlen auch praktikable Konzepte. Die Wissensvermittlung bleibt nicht selten auf der Strecke.

Jeder, der schulpflichtige Kinder hat, hat in den letzten 14 Tagen erlebt, was es für Schüler und Eltern bedeutet, Schule zu Hause stattfinden zu lassen. Für Eltern, Schüler und Lehrer ist es eine Herausforderung und enorme zusätzliche Belastung, von einem Tag auf den anderen diese Umstellung zu organisieren.

Trotz des Bemühens der Lehrer, den Schülern das Erschließen der Unterrichtsinhalte in Form von Lehrbüchern oder Arbeitsblättern zu ermöglichen, bleibt vieles auf der Strecke.

Voraussetzung für ein wirkliches Lernergebnis ist die Wissensvermittlung durch einen Pädagogen. Die Schüler sind es gewohnt, die Lerninhalte erklärt zu bekommen – Eltern sind in aller Regel „nur“ für eine Kontrolle, Korrektur oder auch Unterstützung bei den Hausaufgaben zuständig.

Dass diese pädagogische Anleitung durch die Lehrer fehlt, wird gerade überdeutlich und erzeugt viel Frust bei Schülern und Eltern. Die unzähligen Angebote von Lernplattformen und Fernsehsendern gibt es – keine Frage. Hier jedoch das geeignete und für die konkrete Aufgabe passende Material herauszufiltern verschlingt schon aufgrund der schieren Menge an scheinbar verfügbarem Material viel Zeit. Aus meiner Sicht wäre es dringend nötig, den Schülern und Eltern für jede Klassenstufe und zu jedem Themenkomplex konkrete Angebote auf Lernplattformen oder Lehrvideos vorzuschlagen und es nicht den Schülern und Eltern zu überlassen, welche zusätzlichen digitalen Angebote genutzt werden können.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Lehrer bzw. ein Lehrer den Unterrichtsstoff ganz klassisch an der Schultafel entwickelt,eine filmische Aufzeichnung dieser „Schulstunden“ erfolgt und diese dann über die digitalen Plattformen den Schülern zur Verfügung gestellt werden könnte.

In diesem „vertrauten Lernmodell“ erhalten die Schüler die nötige Anleitung und Strukturierung, sodass die anstehenden Aufgaben leichter und besser erfüllt werden können.

Ich wünschte mir sehr, dass Politik und Schulverwaltung hier aktiv und kreativ werden, um Hilfe zu leisten und es nicht dem Selbstlauf überlassen, wie sich Schulen, Lehrer, Eltern und Schüler organisieren.

Es ist für die Schulverwaltung des Landes sicher keine unlösbare Aufgabe in Zusammenarbeit mit Lehrern, Pädagogen und den Landesrundfunkanstalten auch kurzfristig geeignete Lehrfilme zu gestalten und so ein strukturiertes Lernen zuHause zu ermöglichen. Das Telekolleg ist ja keine neue Erfindung und die vielen kreativen Ideen von Künstlern und Musikern, die ihre Angebote binnen kürzester Zeit ins Netz verlegt haben, zeigen, dass es geht.

Die praktische Umsetzung kann sicher auch durch die Schulen erfolgen – die Schulverwaltungen müssen diesen Prozess jedoch organisieren und lenken.

Sicher braucht auch dies eine gewisse Zeit und kann nicht perfekt sein – aber es wäre eine enorme Erleichterung und würde dem Bildungsauftrag entsprechen.

Volksstimme Magdeburg

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