In der 8. Stunde macht das Erfinden am meisten Spaß

In der Schule steht nicht nur das Einmaleins, Grammatik und Turnen auf dem Stundenplan: Mit dem Projekt „Fifty-Fifty“, zu Deutsch Hälfte-Hälfte, sollen Magdeburger Schüler motiviert werden, durch umweltfreundliches Verhalten Energie zu sparen. Der Name ist hierbei Programm: 50 Prozent der eingesparten Energiekosten werden der Schule zur Verfügung gestellt. In der Landeshauptstadt sind im Schuljahr 2016/2017 dadurch insgesamt rund 10 Tonnen Kohlendioxid und 5400 Euro an Energie-kosten eingespart worden. Das wurde bei der Abschlussveranstaltung des 19. „Fifty-Fifty“-Projekts am Mittwoch in den Räumlichkeiten der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) bekanntgegeben. Die jungen Teilnehmer aus sieben Schulen stellten hier gemeinsam mit ihren Lehrern stolz ihren Beitrag zum Klimaschutz und Energiesparen vor. Folgende Schulen haben am Energiesparprojekt teilgenommen: die Gemeinschaftsschulen Oskar Linke, Gottfried Wilhelm Leibniz und Johann Wolfgang von Goethe, die Grundschulen Am Fliederhof, Am Kannenstieg und Am Pechauer Platz und das Editha-Gymnasium.

Wetterstation hilft sparen
Gewonnen hat die Leibniz-Gemeinschaftsschule. Lehrerin Kathleen Friedrichs hat gemeinsam mit den Schülern Robin (12), Mahmoud (12), Gvan (14) und Ahmed (13) an einer speziellen digitalen Wetterstation getüftelt, die anzeigt, ob die Temperatur im Raum wirklich immer stimmt. Treffpunkt: in der Schule, 8. Stunde. Da machte das Erfinden richtig Spaß. Unterstützung bekamen sie dabei von Katja Matthes, einer Freundin von Friedrichs, die im Software-Bereich tätig ist. Durch das Projekt sparte die Schule 1357 Euro Energiekosten ein. Was sie mit dem Geld vorhaben? „Die Summe wird der ganzen Schule zugutekommen“, verrät Kathleen Friedrichs. „Bücher, neue Geräte und Ausflüge wären eine Option.“

„Fifty-Fifty“ wurde 1999 vom Umweltamt ins Leben gerufen. Heute wird dieses gemeinsam mit den SWM, dem Ingenieurbüro Idee und Bau und dem Kommunalen Gebäudemanagement (KGM) durchgeführt. Die Schulen verpflichten sich, drei Jahre an dem Projekt teilzunehmen. Das Projekt beginnt für die Schulen mit einer Projektwoche, an welcher rund 20 Schüler der Schule teilnehmen. Die Woche gliedert sich in drei Teile: einen Einführungstag, eine Exkursion und drei Gruppenarbeitstage. Im Rahmen der Gruppenarbeitstage setzen sich die Schüler mit den Themen Strom, Wärme und Wasser auseinander. Hierbei erarbeiten sie sich die Themen nicht nur theoretisch, sondern können praktisch erkunden, wo in ihrem Schulgebäude Wärme, Wasser und Strom verbraucht wird. Gemeinsam überlegen die Schüler, wo Stromfresser lauern und wie und wo Energie gespart werden kann.

373 000 Euro seit Beginn
Besonders gut gelingt die Einsparung durch Stoßlüftung, Temperaturregelungen und das Ausschalten von überflüssigem Licht. Angeleitet werden sie dabei vom Umweltamt und dem Ingenieurbüro Idee und Bau. Die Einsparungen werden jährlich errechnet und ausgewertet. An dem Energiesparprojekt nahmen bislang über 40 Schulen teil. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit Projektbeginn wurden insgesamt 373 000 Euro Energie- kosten eingespart.

Volksstimme Magdeburg 04.05.2018

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