Jubiläumskonzert im Hegelgymnasium

An einige Konzerte kann sich Thomas König noch besonders gut erinnern. Ein Jazzkonzert beispielsweise, bei dem das Ensemble erst in Magdeburg ankam, als das Konzert schon längst beginnen sollte. „Die Musiker dachten, es würde eine Katastrophe werden. Doch das Konzert entwickelte sich zu einem ihrer besten“, erzählt er. Der freiberufliche Musiker und Komponist lebt für zeitgenössische Konzertmusik. Seit 20 Jahren organisiert er „Konzerte im Kuppelsaal“ des Hegelgymnasiums. Heute findet das 50. Konzert dieser Veranstaltungsreihe statt.

Start zur Schuleinweihung
Begonnen hat alles mit einem Einzelkonzert – dem Eröffnungskonzert zur Einweihung des Schulgebäudes an der Geißlerstraße. Die Schulleitung sei der Ansicht gewesen, dass dieses Konzert keine Ausnahme bleiben sollte. Und so wurde die Konzertreihe ins Leben gerufen.

Etwa 40 Künstler und Ensembles sind seither im Hegelgymnasium aufgetreten. Immer geht es Thomas König als musikalischem Leiter darum, zeitgenössische Konzertmusik nach 1900 zu präsentieren. Bei vielen Konzerten würden zwar die großen Klassiker gespielt werden. „Doch mit dem Ende der Harmonie hört es auf“, sagt er. Und so komme die zeitgenössische Musik, vielen Vorurteilen ausgesetzt, oft zu kurz. „Es gibt sehr vieles, das in den Hintergrund gerät, obwohl es wert ist, aufgeführt zu werden“, so Thomas König. Umso mehr freut er sich über die Unterstützer und Sponsoren, ohne deren Hilfe die Veranstaltungen nicht möglich wären.

Beim heutigen 50. Konzert ist das „Ensemble Royal“ zu erleben. Es besteht aus König (Violine) selbst und den Mitgliedern der Magdeburgischen Philharmonie, Susanne Hofmann (Violine), Fridtjof Keil-von Fabeck (Viola) sowie Nikolaus Gädeke (Violoncello). Zum einen haben sie Thomas Königs zweites Streichquartett „pOco a pocO“ einstudiert, zum anderen haben sie das Programm ergänzt um sein erstes Streichquartett „Moto“ aus dem Jahr 2012 und um ein Meisterwerk der französischen Streichquartettliteratur von Maurice Ravel. Allein die Aufführung des Ravel-Stückes sei für Thomas König ein erfüllter Traum.

Interessant findet König die Mischung des Publikums. Es kämen Gäste aus Magdeburg, aber auch aus dem Schulbetrieb. Schüler hätten sogar freien Eintritt, würden das Angebot aber nicht immer übermäßig annehmen.

Seine Hoffnung ist, dass die Konzertreihe noch lange Bestand haben wird. Immerhin 2500 Besucher seien bei den inzwischen jährlich zwei Konzerten schon gewesen. Der Rhythmus soll auch in der Zukunft beibehalten werden, so dass es jeweils im Frühling und im Herbst ein Konzert gibt. Für viel mehr bleibt dem Freischaffenden, der häufig außerhalb von Magdeburg arbeitet, auch kaum Zeit. Zugute kommen König seine Kontakte zu vielen Musikern, über die er immer wieder auch Neues entdeckt und nach Magdeburg holt.

Jetzt freut er sich erst einmal auf das heutige Konzert, bei dem er selbst auf der Bühne stehen wird. Los geht’s um 19.30 Uhr.

Volksstimme Magdeburg 25.04.2018

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