Klassen-Kampf in Magdeburg

Fürs kommende Schuljahr werden schon jetzt 89 Kinder mehr als geplant erwartet. Immer mehr Erstklässler besuchen die Magdeburger Schulen. Dabei hat die jüngste Erhebung ergeben, dass die Zahl der Einschüler im kommenden Jahr sogar die Prognose übertrifft, die anhand des Einwohnermelderegisters erstellt wurde.

Die Zeiten, dass wegen zu geringer Schülerzahlen in Magdeburg Schulen dichtmachen müssen, sind zumindest vorerst vorbei. Mit Blick auf die Zahl der in Magdeburg geborenen Kinder ist schon jetzt klar, dass der Bedarf an Unterrichtsräumen in den Schulen auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird.

Mehr noch: Die Prognosen zur Zahl der Einschüler werden immer wieder übertroffen. Inzwischen hat nämlich die Stadtverwaltung die bis vor kurzem gültige Einschätzung für das kommende Schuljahr nach oben korrigiert.

In den letzten Schätzungen für die Zahlen der Einschüler lag die Verwaltung bei 2094 Mädchen und Jungen, die im kommenden Jahr die ersten Klassen besuchen werden. Inzwischen gehen die Experten aber von 2183 Kindern aus. Nach jetzigem Stand stehen aber nur 2136 Plätze in den ersten Klassen zur Verfügung. Damit ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 47 Plätzen. Die Lösung für das Platzproblem an den Grundschulen Magdeburgs: An einigen Schulen werden mehr erste Klassen eröffnet, als ursprünglich geplant.

Unter anderem soll die Kapazität von sechs ersten Klassen an der Grundschule Im Nordpark ausgeschöpft werden. In diesem Jahr gab es hier vier erste Klassen. Platz ist aber laut Stadtverwaltung für sechs Klassen. Und auch die Grundschule Diesdorf – wo es in diesem Jahr zwei erste Klassen gab – wird größer. Dank der laufenden Modernisierung soll hier Platz für vier Klassen sein. Bereits eingeplant sind seitens der Stadtverwaltung auch vier erste Klassen, die an der Bertolt-Brecht-Straße eingeschult werden sollen. Jeweils eine zusätzliche erste Klasse ist in Brückfeld, in der Hegelstraße und in Sudenburg geplant.

Angesichts der Platzkapazitäten an einigen Schulen ist eine solche Entwicklung auf Dauer nicht durchzuhalten. Daher laufen an vielen Stellen der Stadt Arbeiten und Planungen zur Erweiterung der vorhandenen Schulen. Daneben geht es auch um neue Grundschulen – die Volksstimme berichtete. In den Planungen schlägt sich dies auch darin nieder, dass einige Schulen nicht mehr so viele erste Klassen aufnehmen können wie bisher. Je eine Klasse weniger soll es daher in den Grundschulen am Umfassungsweg, in der Schmeilstraße, am Grenzweg, in der Weitlingstraße, am Glacis, in der Leipziger Straße, am Hopfengarten und im Lindenhof geben.

Überraschungen zum Beginn des Schuljahrs
Ein Blick auf das laufende Schuljahr zeigt ohnehin, dass die beste Planung kaum eine Punktlandung garantiert. Ein Grund: Es ist nur schwer im Vorfeld einzuschätzen, welche Schüler an einer freien Schule eingeschult werden. Und auch der Zuzug in die Stadt wie die Umzüge innerhalb Magdeburgs stellen nur schwer zu kalkulierende Größen dar.

Beispiel Grundschule Am Nordpark. Laut Stadtverwaltung hätte es hier Platz für sechs erste Klassen mit 124 Schülern gegeben. Am Ende waren es nur vier Klassen mit 91 Kindern. Fürs nächste Jahr rechnet die Verwaltung mit Stand September mit 124 Mädchen und Jungen, die in der jüngst erweiterten Grundschule in der Alten Neustadt Lesen und Schreiben lernen sollen.

Nicht in den Rechnungen der Stadtverwaltung enthalten ist die Zahl der sogenannten Verweiler. Bei ihnen handelt es sich um jene Schüler, die aufgrund ihres Lerntempos weniger schnell die ersten beiden Schuljahre absolvieren. Derzeit werden die betroffenen Jungen und Mädchen nicht mehr als Sitzenbleiber bezeichnet.

Volksstimme Magdeburg 26.10.2018

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