Leise Zweifel am straffen Zeitplan

Der geplanten Reaktivierung des Schulstandorts Bodestraße steht nichts mehr im Weg: Der von der Stadt seit Monaten erwartete Fördermittelbescheid ist da. Für die Sanierung der Lemsdorfer Schule gibt es einen straffen Zeitplan. Das Haus fungiert künftig als Außenstelle der Berufsbildenden Schule „Hermann Beims“.

„Der Bedarf einer Sanierung ist deutlich erkennbar“, sagte Finanzminister André Schröder (CDU) während der Übergabe des Fördermittelbescheides mit Blick auf das in die Jahre gekommene Schulgebäude. Von 1984 bis 2012 sind hier Grundschüler unterrichtet worden, künftig werden hier junge Menschen auf das Berufsleben vorbereitet. 700 Berufsschüler werden das Haus an der Bodestraße mit Leben füllen. Es wird als Außenstelle der Berufsbildenden Schule (BBS) „Hermann Beims“ genutzt, die Außenstelle an der Schilfbreite (Stadtteil Leipziger Straße) wird aufgrund zu kleiner Kapazitäten geschlossen. Mit der Verlagerung der Nebenstelle wird eine räumliche Nähe zum Berufsschulstandort an der Salzmannstraße (Sudenburg) geschaffen.

4,4 Millionen Euro eingeplant
Dazu sind in Lemsdorf umfangreiche Arbeiten notwendig, die mit Hilfe des Förderprogramms „Stark III“ und des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (Efre) finanziert werden. Ein bereits im Jahr 2016 gestellter Antrag der Stadt ist nun positiv beschieden worden. Konkret: 1,58 Millionen Euro Fördergelder fließen für das knapp 4,4 Millionen Euro schwere Sanierungsvorhaben. Schröder: „Wenn wir mit Mitteln von EU und Land helfen können, optimale Lernbedingungen für unsere Nachwuchskräfte zu schaffen, ist dieses Geld bestens angelegt.“ Für Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) finden nun die zuletzt aufgekommenen öffentlichen Forderungen nach einer Wiederbelebung der Schule als Grundschule ein Ende.

Die geplanten Baumaßnahmen tragen das Prädikat „umfangreich“. U. a. werden im Zuge der energetischen Sanierung die Fassade und das Flachdach erneuert und gedämmt, eine neue Heizungsanlage sowie neue Fenster und Türen eingebaut und im Inneren sämtliche Leitungen ausgetauscht und die Flure und Räume erneuert. Zusätzlich wird der Bau mit einem Aufzug versehen. Recht straff ist der Zeitraum, in dem dies alles geschafft werden soll. Schröder nannte als Termin den 31. Dezember 2019, was von Trümper als sehr „anspruchsvoll“ bewertet wird. D. h., sind die Bauarbeiten nicht innerhalb des vorgegebenen Zeitraums abgeschlossen, gibt es Probleme mit der Förderung. Als erster Schritt stehe zunächst die Ausschreibung der Arbeiten an, so Trümper. „Frühestens Ende des Jahres können die Arbeiten anlaufen“, prognostizierte er. Dann stünde nur noch ein Jahr zum Abarbeiten der Aufgaben zur Verfügung, ehe die Schule in Betrieb genommen werden könne. Und: „Daher hoffen wir, dass es während der Bauzeit keine bösen Überraschungen gibt …“

Viele Schüler – wenig Parkplätze
Skeptisch bewerten übrigens Anwohner den Sanierungsplan. Die jetzt bereits als zu knapp eingeschätzten Stellflächen an der Bodestraße würden nicht ausreichen, um die Fahrzeuge der Berufsschüler aufzunehmen, hieß es beispielsweise bei der Einwohnerversammlung des Oberbürgermeisters im Vorjahr. Parkplätze für die Lehrer der Berufsschule werden direkt auf dem Schul-areal integriert.

Noch offen ist übrigens der Sanierungsplan für die Sporthalle an der Bodestraße. Für dieses Vorhaben steht ein Fördermittelbescheid noch aus. Gleiches gilt für das Edithagymnasium im Stadtteil Nordwest, so Trümper auf Volksstimme-Nachfrage.

Volksstimme Magdeburg 06.03.2018

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