Linke fordert verbindliche „Anti-Mobbing-Strategie“

Nach dem Brandbrief des Stadtelternrates diskutiert der Stadtrat neue Wege für Vorbeugung und Hilfe an Schulen

„Der Aufschrei des Stadtelternrates war dringend notwendig“, sagt Dennis Jannack, Mitglied der Linksfraktion imStadtrat. Gemeint ist der Brandbrief, den Magdeburger Elternvertreter Ende März in Sachen Mobbing und Gewalt an Schulen absetzten (Volksstimme berichtete). Die Eltern beklagten, dass Schulleitungen in Sorge um den Ruf der Einrichtung nachweislich bestehende Probleme herunterspielten.

Auslöser für den in einem Tonfall zwischen Sorge und Empörung verfassten Elternbrief an alle Stadträte waren der Fenstersprung eines Jugendlichen aus einer Schule in Buckau und der Suizidversuch eines 12-jährigen Mädchens, das Feuerwehr und Polizei Mitte März von einer Magdeburger Ringbrücke retteten. Die junge Magdeburgerin hatte sich im Anschluss einem Rettungssanitäter anvertraut und Mobbing an der Schule als Grund für ihre Verzweiflung angegeben.

Nach Debatten im Bildungsausschuss hat die Fraktion Linke/future! im Rat jetzt die Initiative ergriffen und einen fünf Forderungen langen Antrag eingebracht; sein Titel: „Mobbing an Magdeburger Schulen bekämpfen und vorbeugen – Schulsozialarbeit sichern“. Berichte über Mobbing an Schulen würden regelmäßig an die Fraktion herangetragen, so Jannack – von Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher an allen Schulformen.

Die Fraktion fordert die Erarbeitung einer „Anti-Mobbing-Strategie“ für Magdeburger Schulen, die unter anderem verbindliche Vorgehensweisen bei Verdachtsmomenten festlegt. Außerdem solle eine Arbeitsgruppe „Mobbing“ mit Vertretern des Jugendamtes, des Gesundheitsamtes, der Schulen und des Landesschulamtes, des Stadtschüler- und des Stadtelternrates sowie von freien Jugendhilfeträgern gegründet werden. Deren Ziel soll die Stärkung und Entwicklung von Hilfsangeboten sein. Eine weitere Forderung: mindestens ein Schulsozialarbeiter an jeder Schule und mehr Geld für bestehende Interventions- und Beratungsangebote.

Teile des Forderungskataloges der Linken gehen auf Elternwünsche zurück. Der Stadtelternrat hatte unter anderem die Einrichtung einer Stabsstelle Mobbing samt Hilfe-Hotline als niedrigschwelliges Angebot für ratsuchende Betroffene bei der Stadtverwaltung gefordert. Im Bildungsausschuss traf die Idee auf viel Zustimmung. Der Forderungskatalog der Linken wird in den kommenden Wochen in den Ratsausschüssen debattiert.

Land kündigt digitales Hilfeprogramm an
Parallel zur Diskussion auf kommunaler Ebene kündigt das Bildungsministerium den Start eines Anti-Mobbing-Programms unter dem Titel „Gemeinsam Klasse sein“ an. Zum Programm gehört eine digitale Plattform, die sich an Schüler der fünften bis siebten Klassen im ganzen Bundesland richtet. Sie soll zu Beginn des neuen Schuljahres an den Start gehen und allen weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen.

Volksstimme Magdeburg

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