Magdeburg hofft auf 2400 Rechner für Schüler

Landesprogramm soll Kommunen bei der Ausstattung unterstützen / Offene Fragen zum Zeitpunkt und zur Wartung der Computertechnik

Das Land möchte die Kommunen beim Kauf von Computern für Schüler unterstützen. Konkret geht es um mobile Endgeräte und es geht um Schüler, die nicht über eine ausreichende Technik verfügen, um wie gewünscht am Unterricht via Internet teilnehmen zu können. Die Rechner sollen von den Schulen an die jeweiligen Schüler ausgeliehen werden.

Wie Kerstin Richter, Leiterin des Fachbereichs Schule und Sport im Ausschuss für Bildung, Schule und Sport, berichtete, rechnet die Landeshauptstadt damit, 2400 Geräte finanzieren zu können. Die Fachbereichsleiterin sagte: „Es fehlt aber noch die Richtlinie des Landes.“ Ohne diese können die Rechner nicht gekauft werden. Die Fördermittel sollen noch in diesem Jahr genutzt werden können. „Das Projekt bis August umzusetzen, halte ich aber für schwierig“, sagte Kerstin Richter. Zur Erinnerung: Am 27. August beginnt das neue Schuljahr.

Matthias Stübig sitzt als sachkundiger Einwohner für die CDU im Magdeburger Schulausschuss. Und er ist Referent im Bildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt und wusste daher aus erster Hand zu berichten. Diskutiert würden derzeit nämlich noch zwei Varianten.

Die freien Schulträger hätten sich bereits für eine zentrale Beschaffung übers Land ausgesprochen. Die andere Variante sieht vor, dass die Kommunen selbst einkaufen. Dazu müsste eine Zuwendungsrichtlinie erstellt werden. „Dann könnten die neuen Geräte frühestens Oktober oder November da sein. Wie es weitergeht, liegt jetzt aber in der Hand der Kommunen“, erläuterte Matthias Stübig.

Tim Liebe, stellvertretender Vorsitzender des Stadtelternrats, hat derweil schon die nächste Frage im Blick: „Schon jetzt ist der Support für die Rechentechnik ein Problem. Bekommt jede Schule etwa einen Administrator?“ Keinesfalls dürfe jedenfalls die Wartung der Computer den Informatiklehrern „übergeholfen“ werden – wie es in der Vergangenheit immer wieder der Fall war. Kerstin Richter ist sich des Problems bewusst – hatte die Stadt ja auch bei einem anderen Förderprogramm zur Digitalisierung der Schulen beim Land höflich angeklopft mit der Frage, wer denn die Folgekosten in Millionenhöhe tragen soll. Doch hier hat sich offenbar kein neuer Stand ergeben. Kerstin Richter jedenfalls berichtete nur davon, dass das Land im Jahr 2018 bereits die Administratoren von den berufsbildenden Schulen abgezogen hatte. Und Katja von Hagen, Schulleiterin des Edithagymnasiums und für die SPD sachkundige Einwohnerin im Ausschuss, erinnerte daran, dass schon jetzt lange Wartezeiten bei Problemen zu verzeichnen seien.

Unabhängig davon, wann wie viele Computer für bedürftige Schüler tatsächlich in den Magdeburger Schulen ankommen: Drei Gedanken dürften die Magdeburger aus dem Rechnerkauf schon einmal mitnehmen: Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Die Digitalisierung wird in der Schule jetzt wirklich eine immer größere Rolle spielen. Und auch für die nächste Pandemie möchte man gerüstet sein.

Volksstimme Magdeburg

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