Schulen auf, wo immer es geht!

Enge in den Klassenzimmern spitzt sich zu / Verwaltung legt Programm zur Linderung bis 2024 vor
Der Platznot in den Kindertagesstätten folgt die in den Schulen auf den Fuß. Jährlich mehr als 2000 Einschüler sprengen die Kapazitäten der bestehenden Klassenzimmer – neue Räume müssen her.

„Vorgezogene Schulentwicklungsplanung zur Absicherung des Beschulungsbedarfes für die Schuljahre 2019/20 – 2023/24“ ist ein Beschlusspapier überschrieben, das die Verwaltung dem Stadtrat am morgigen Donnerstag zur Entscheidung vorlegt. Eigentlich steht die Schulplanung für den genannten Zeitraum erst Ende 2018 an. Weil sich die Platznot in den kommenden Jahren allerdings so deutlich abzeichnet und damit das Erfordernis für Neubauten oder Erweiterungen, die nicht von heute auf morgen aus dem Boden gestampft werden können, soll der Stadtrat bereits jetzt die Schulentwicklung bis 2024 abstecken.

Fakt ist bereits jetzt, „dass zumindest bis zur Fertigstellung zahlreicher Baumaßnahmen der Beschluss des Stadtrates einer mittleren Klassenfrequenz mit 22 Schülern je Klasse schwierig umzusetzen ist“, stellt der Bildungbeigeordnete Matthias Puhle (SPD) in der Begründung zum Beschlusstext fest.

Problem wächst sich aus
Konkret fehlen in den Einschülerjahrgängen 2019 bis 2023 jedes Jahr 200 bis 500 Plätze an den Grundschulen, kalkuliert die Stadt mit Klassengrößen von im Schnitt 22 Kindern. Fast 2500 Abc-Schützen 2023 stehen nur gut 1900 Plätze in Grundschulen gegenüber. Aber selbst bei 25 Kindern pro Klasse (2176 Plätze Gesamtkapazität) reicht der Platz – rechnerisch enorm auf Kante genäht und ohne Berücksichtigung von Verweilern in den ersten Klassenstufen – nur bis 2020.

Als Akutbehandlung verordnet die Stadt manchem Schulstandort mehr Kinder, als er zu schultern in der Lage ist. So müssen die Schulen an der Leipziger Straße und im Nordpark schon 2018 ganze sechs Eingangsklassen aufnehmen – für die Zukunft keine Option, sollen sich die Schüler in den Häusern nicht stapeln. Aber aktuell bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als die Schulen restlos vollzustopfen – übergangsweise werden die Schulen in Sudenburg und Rothensee die Horträume als Klassenräume nutzen; perspektivisch werden neue Horträume erschlossen.

Mittelfristig sollen fünf neue Grundschulen in alten Objekten oder Neubauten eröffnen: in Stadtfeld (Schlachthofgelände), Leipziger Straße (Bertolt-Brecht-Straße), Alte Neustadt (Moldenstraße), Buckau und Cracau (Standorte hier noch ungeklärt). Die Leibniz-Gemeinschaftsschule soll bis 2021 ihren Standort an der Hegelstraße räumen und Platz zur Erweiterung der benachbarten Grundschule machen. Für die Leibnizschüler wird die seit Jahren leerstehende und in jüngerer Vergangenheit schon zum Abriss vorgesehene ehemalige Victor-Jara-Schule (DDR-Schulbau Typ Erfurt) an der Pablo-Neruda-Straße neu hergerichtet.

Aktuell stehen die Grundschulen im Ausbaufokus. In der Folge – so viel steht fest – wird es auch in den weiterführenden Schulen immer enger. Laut Puhle hat die Verwaltung das im Blick und bereitet Erweiterungen auch für Gemeinschafts- und Gesamtschulen vor. Die Zeit drängt.

Volksstimme Magdeburg 04.04.2018

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