Schulstreit geht heute weiter

In der Standortdebatte kündigen Kleingärtner Protest vorm Rathaus an
Der seit Monaten anhaltende Streit um den künftigen Standort einer neuen Grundschule in Ostelbien geht heute im Stadtrat in eine neue Runde. Unter Tagesordnungspunkt 6.4 steht die Frage, wo die Schule gebaut werden könnte.

In der Diskussion sind bisher die Standorte Am Brellin, am Heumarkt sowie dem Gelände einer ehemaligen Traglufthalle neben der Grundschule Am Brückfeld.

Zur heutigen Stadtratssitzung will Linken-Abgeordneter Karsten Köpp den Antrag stellen, die Entscheidung über den neuen Standort für die Grundschule auf die Sitzung am 9. Juli zu vertagen. Sein Hauptargument: Die bisherigen Planungsgrößen für die neue Grundschule in Ostelbien sollten von der Verwaltung überdacht werden, denn an keinem der bisher diskutierten Standorte stehe derzeit die von der Verwaltung kalkulierte Fläche von 7000 Quadratmetern zur Verfügung. Köpp: „Doch was nutzt eine Planungsgröße, wenn sie nicht sinnvoll realisierbar ist?“ Angesichts steigender Schülerzahlen brauche es mehr Kreativität und Mut, neue Wege zu beschreiten. Um einen solchen Weg zu eröffnen, solle der Oberbürgermeister mehr Zeit für eine sachgerechte Prüfung bekommen. In diese Prüfung gehöre aus seiner Sicht auch das Grundstück der ehemaligen Traglufthalle an der Friedrich-Ebert-Straße. Diese Fläche in einer Größe von 4 700 Quadratmetern befinde sich im Eigentum der Landeshauptstadt und grenze an das Schulgelände der Sportsekundarschule „Hans Schellheimer“. Sporthallen und Außengelände könnten gemeinsam von den ansässigen Schulen genutzt werden. Neben der Prüfung neuer Planungsgrößen könnte die Prüfung weiterer Standorte für die neu zu bauende Grundschule stehen. Ziel dieser erneuten Abwägungen sollte es sein, Anfang Juli 2020 eine „gut fundierte Entscheidung“ im Stadtrat zu ermöglichen.

Ob die Stadträte Köpp folgen, ist fraglich. Zum einen wäre für eine Verschiebung eine Mehrheit notwendig. Zum anderen plädieren die Ratsfraktionen der Linken und der SPD nun mit einem Änderungsantrag für den Bau der Schule am Heumarkt.

Entsprechend alarmiert sind die Kleingärtner der über 90 Jahre alten Anlage Am Zuckerbusch, die nun doch wieder um ihre Anlage fürchten. Vor der Ratssitzung heute haben sie schon mal zum Protest vor dem Rathaus aufgerufen. Ob es was nutzt und welcher Antrag sich letztlich durchsetzt – alles offen.

Das gilt auch für den Vorschlag der AfD. Sie sieht die neue Grundschule auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofes am Winterhafen. CDU/FDP favorisieren den Standort Am Brellin.

Volksstimme Magdeburg

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