Stadt plant Schulen – Gärtner sauer

Neue Grundschulen für Buckau und Cracau. Das ist der Plan der Stadtverwaltung. Mehr Platz zum Lernen soll geschaffen werden. Die frohe Kunde für Eltern, Lehrer und Kinder teilen nicht alle. Kleingärtner sind verstimmt, weil sie Parzellen aufgeben müssten.

Der Kinderboom aus Geburten und Zuzug in Magdeburg führt zu weiteren konkreten Folgen in der Schulplanung. Nachdem die meisten vorhandenen Einrichtungen bis auf den letzten Platz besetzt und bereits eine neue Schule mit Sporthalle an der Gieselerhalle (Grundschule Stadtfeld) geplant sind, geht die Stadtverwaltung noch zwei Schritte weiter. In Cracau/Brückfeld, hier sogar mit Sporthalle, sowie Buckau können die steigenden Schülerzahlen mit Hortbetrieb nur noch mit dem Neubau von Grundschulen bewältigt werden.

In der Dienstagrunde der Stadtminister mit OB Lutz Trümper (SPD) wurde die Planung der Verwaltung gebilligt, zwei Schulen zu errichten. Die Entscheidung trifft der Stadtrat am 24. Januar 2019.

Zuvor hatte die Verwaltung in Buckau 14 und in Ostelbien 4 mögliche Standorte untersucht. Kriterien waren unter anderen Eigentumsverhältnisse, Lage, Erreichbarkeit mit Bus und Bahn und Grundstücksgröße. Die Wahl in Buckau fiel auf ein Grundstück am Schanzenweg und in Ostelbien auf ein Areal an der Berliner Chaussee/Herrenkrugstraße.

Pikant: Beide geplanten Bauplätze sind derzeit noch Gartenanlagen. In Buckau bewirtschaften Kleingärtner die Anlage „Fort I“. An der Herrenkrugstraße/Berliner Chaussee sind es die Pächter der Sparte „Am Unterbär“. Noch pikanter: Die Gartenfreunde wissen bisher noch nichts von den Planungen. Als die Volksstimme gestern Nachmittag Magdeburgs Gartenverbandschefin Ute Simon zu den Plänen befragt, ist sie überrascht. „Ich weiß zwar, dass die Stadtverwaltung nach Standorten für Schulen sucht. Aber von den konkreten Plänen ist mir nichts bekannt. Es wäre besser gewesen, offen mit uns zu sprechen und nicht eine solche Geheimniskrämerei zu betreiben. Begeistert sind wir natürlich nicht.“

Stadt darf kündigen
Verhindern können die Gartenfreunde den Bau nicht. Laut Bundeskleingartengesetz darf sich die Stadt eigene Flächen greifen, um darauf Bauten in öffentlichem Interesse zu errichten. Sowohl „Unterbär“ als auch „Fort I“ sind stadteigene Grundstücke und nur an die Gartenfreunde verpachtet. Nach Angaben des Gartenverbandes handelt es sich in beiden Fällen aber um gut belegte Sparten.

Benötigt werden jeweils 6000 bis 7000 Quadratmeter Fläche, was nach Schätzungen etwa 10 bis 15 Gärten in den Anlagen betreffen könnte.

Finanzierung noch offen
Für die Stadt hingegen ist ein anderer Hintergrund spannend. Die Finanzierung der Neubauten steht unter dem Vorbehalt von Fördermitteln.

OB Lutz Trümper macht schon mal Druck. Bei bei der Vorstellung der Pläne mahnte er das Land an, das im Mai 2018 aus seiner Sicht zugesagte Förderprogramm für Schulneubauten „endlich aufzulegen“. Ohne die Fördergelder sei die Finanzierung der neuen Grundschulen nicht gesichert.

Kosten für die beiden Grundschulen wurden ohnehin noch nicht genannt. Als Vergleich kann man aber die geplante Grundschule Stadtfeld nehmen. Sie kostet mit Sporthalle 18 Millionen Euro.

Volksstimme Magdeburg 28.11.2018

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