Streit im Elternrat des Landes

Der Landeselternrat soll die Interessen von 300 000 Eltern beim Land in Bildungsfragen vertreten. Jetzt aber wird die Arbeit des Gremiums von einem heftigen Streit belastet: Nur ein halbes Jahr nach der Neuwahl sind mehrere Mitglieder des sechs Personen umfassenden Vorstands massiv in die Kritik geraten. Der Vorstand könnte vor der Neubesetzung stehen:

Sowohl für den Vorsitzenden als auch für den Stellvertreter und einen von vier Beisitzern liegen der Volksstimme Abwahlanträge vor. Sie sind von mehreren Mitgliedern unterzeichnet. Ein Verhalten wie „Herrscher und Gefolge“, „Ausspielen von Mitgliedern“, „eigenmächtige Entscheidungen“ – das werfen Mitglieder je einzelnen der Benannten vor. Aus Protest gegen den Führungsstil „insbesondere eines Vorstandsmitglieds“ hatten die drei übrigen Beisitzer bereits zum 31. Mai ihren Rücktritt erklärt. Auch zwischen den drei jetzt von Abwahlanträgen Betroffenen gibt es Differenzen. Deutlich wird das in einer internen Mail nach einem Gespräch mit Bildungsstaatsekretärin Eva Feußner (CDU) vergangenen Donnerstag. Ein Vorstand wirft dem anderen darin vor, „unsere politischen Partner anzuschreien und zurechtzuweisen“.

Dem Vernehmen nach ist man im Ministerium irritiert über das Verhalten. Der Landeselternrat sei bereits seit Monaten kein verlässlicher Partner mehr, heißt es hinter vorgehaltener Hand auf den Fluren der Behörde. Vertreter des Elternrats wollten sich auf Anfrage nicht zu Details äußern. Für das Gremium geht es auch um den guten Ruf. Der Elternrat ist einer der Mitinitiatoren einer Volksinitiative gegen den Lehrermangel.

Volksstimme Magdeburg 14.06.2018

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