Streit um neue Schulstandorte

„Grundschule Am Unterbär“ – dieser Name hätte etwas gehabt. Fast schon etwas Magisches, wie die Benennung Magdeburger Kitas nach Reinhard Lakomys Geschichtenlieder-Figuren. Doch da die Magdeburger Stadträte nicht so kurz vor den Kommunalwahlen Kleingartensparten – im Falle von Cracau eben jene Anlage „Am Unterbär“ – für den Neubau von Schulen opfern wollen, ist diese Idee der Verwaltung vom Tisch. Stattdessen wurden weitere Argumente gegen den Vorschlag gesammelt: Das Gelände liege zu tief unter dem Straßenniveau. Und auch für den Trend, dass Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht würden, gebe es hier keine geeigneten Möglichkeiten.

Eine Mehrheit von SPD, Die Linke/Future, Links für Magdeburg/Tierschutzpartei sowie Bündnis 90/Die Grünen setzte sich stattdessen damit durch, dass im Bereich von Heumarkt oder in der Liegenschaft des Landes im Zusckerbusch 15 eine Schule entsteht.

SPD-Fraktionschef Jens Rösler hatte dafür geworben, dass mit dieser Standortwahl eine Schule entstehe, die für Kinder aus dem nördlichen Bereich Ostelbiens und dem Werder besser zu erreichen sei, als der von CDU/FDP/BfM sowie Gartenpartei favorisierte Standort am Ende der Friedrich-Ebert-Straße Am Brellin. Der sei schon jetzt für eine dreizügige Grundschule beengt – eine Erweiterung sei völlig ausgeschlossen, so das Argument von Rösler. Für die in der Abstimmung unterlegene Variante Am Brellin hatte Christdemokrat Manuel Rupsch geworben: Die Fläche befände sich ohnehin im Eigentum der Stadt. Und fürs „Elterntaxi“ könnte der ohnehin vorhandene Parkplatz von Edeka genutzt werden. Zudem sei in der Nähe ein Sportplatz.

In Sachen Sportplatz verweisen die Befürworter einer Grundschule am Heumarkt zwar darauf, dass hier ein Areal am soziokulturellen Zentrum „Mutter Theresa“ mitgenutzt werden könnte. Doch die Brache, über die die Stadt hier bisher verfügt, reicht für eine neue Schule nicht aus. Das heißt, dass eine weitere Liegenschaft vom Land her muss. Dennis Jannack machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass für seine Fraktion Die Linke/Future das alte Gebäude des Verfassungsschutzes am Zuckerbusch ohnehin die beste Wahl sei.

Doch mit Blick auf dieses machte der Finanzbeigeordnete Klaus Zimmermann deutlich, dass das Land bislang keine Verkaufsbereitschaft signalisiert habe. Vielmehr sei zu hören gewesen, dass es – so sich schadstoffbelastete Fußböden kostengünstig saniert werden könnten – über eine eigene Nutzung nachdenke.

In diesem Fall müssten auch hier Kleingärten geopfert werden, so Lutz Trümper. Ein Unding, so die Verfechter der Variante Am Brellin: Die Sparte „Am Unterbär“ zu retten, um dann andere Sparten zu opfern. Das allerdings, so die Vertreter des „Heumarkt-Lagers“ stimme so nicht: In einem städtebaulichen Rahmenplan sei eine Bebauung dieses Areals im Gegensatz zu „Am Unterbär“ vor Jahren ohnehin beschlossen worden.

Zum zeitlichen Horizont verwies Obebrürgermeister Lutz Trümper übrigens darauf, dass vor dem Neubau von Grundschulen in Ostelbien und in Buckau (siehe Infokasten rechts) andere Schulbauvorhaben stehe. U.a. nannte er die Sanierung des Edithagymnasiums, den Neubau der Grundschule für Stadtfeld, die Sanierung der Grundschule Diesdorf und die Reaktivierung der Schule Moldenstraße.

Volksstimme Magdeburg

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