Volksbegehren für mehr Lehrer

Eine Initiative gegen den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt will ein Volksbegehren starten. Ziel sei, mit einer Änderung des Schulgesetzes erstmals verbindlich zu regeln, wie viele Lehrkräfte und andere Mitarbeiter an den Schulen im Land fest eingesetzt werden müssten, sagte Sprecher Thomas Jaeger gestern in Halle.

Nach Angaben des Landesschulamts sind derzeit rund 550 Stellen an allgemein- und berufsbildenden Schulen im Land ausgeschrieben. Ob 100 Prozent des Unterrichts im kommenden Schuljahr ab dem 15. August abgesichert werden könnten, blieb noch offen. Gestern erhielten rund 196 000 Schüler im Land ihre Zeugnisse und verabschiedeten sich in die sechswöchigen Sommerferien.

Der Philologenverband Sachsen-Anhalt, die Vereinigung der Schulleiter an Gymnasien also, blickt „sorgenvoll“ ins neue Schuljahr. Er rechnet mit einer Unterrichtsversorgung von nur 95 Prozent. „Zahlreiche unterrichtliche Wahl- und Förderangebote werden dem Rotstift zum Opfer fallen, Stundenkürzungen sind programmiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Das wahre Ausmaß würden Eltern und Schüler spüren, wenn im Herbst ohne personelle Reserven die Erkrankungszahlen anstiegen.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte gestern der Volksstimme: „Wir wissen, dass die Situation angespannt ist. Deshalb wird an verschiedenen Varianten gearbeitet, beispielsweise durch finanziell attraktive Angebote oder Arbeitszeitkonten die Situation zu verbessern. Wir wollen ein Gesamtpaket schnüren, dass dann gemeinsam mit den Verbänden und Gewerkschaften diskutiert wird.“

Volksstimme Magdeburg

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