Zukunftskonzept oder Nebelkerze?

32 Seiten stark ist die Broschüre, die Bundesbildungsministerin a. D. Johanna Wanka (CDU) am Donnerstag im Namen der Teilnehmer des „Schulfrieden“-Formats der Öffentlichkeit präsentierte. Nach sechs Treffen seit Herbst skizziert das Papier in 47 Thesen, wie es künftig besser laufen soll mit der Bildung in Sachsen-Anhalt. Eine Auswahl:

Grundschulverbünde
Die Teilnehmer einigten sich darauf, dass sich das bestehende Schulsystem mit Gymnasien, Sekundar- und Förderschulen bewährt hat. Vor allem Grundschulen sollen nah am Wohnort bleiben. Dafür sollen sie flexibler zusammenarbeiten können. Bislang ist neben einem Haupt- nur ein Nebenstandort erlaubt, künftig sollen es mehrere sein. Auch bei der Größe soll es Spielräume geben. So kann sich das Land vorstellen, von der Vorgabe 80 Schüler am Hauptstandort und 40 an der Außenstelle abzuweichen. Eltern sollen selbst entscheiden, an welcher Schulform ihr Kind nach der Grundschule lernt.

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Immer mehr Kinder beim Therapeuten

Barmer: Zahl hat sich verdreifacht

Junge Menschen in Sachsen-Anhalt suchen immer häufiger Hilfe beim Psychotherapeuten. LautArztreport der Krankenkasse Barmer hat sich ihre Zahl seit dem Jahr 2009 mehr als verdreifacht. Demnach begaben sich damals landesweit rund 5100 Menschen unter 25 Jahre in psychotherapeutische Behandlung, zehn Jahre später waren es rund 16 000.

Ein Anstieg um 214 Prozent, nur in Mecklenburg-Vorpommern fällt dieser Zuwachs laut Barmer noch stärker aus. Gründe dafür sind laut Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Krankenkasse, eine gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz für die Hilfsangebote sowie leichtere Zugangsmöglichkeiten. Zudem habe sich die Zahl der Therapeuten erhöht. Im Jahr 2013 kümmerten sich nach Barmer-Angaben noch 71 Therapeuten im Land um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, 2019 waren es bereits rund 115.

Deutlich gestiegene Nachfrage im Lockdown Stark gestiegen ist dieNachfrage nach psychotherapeutischer Hilfe laut Ostdeutscher Psychotherapeutenkammer im zweiten Lockdown. Eine Umfrage der Kammer hat ergeben, dass rund 80 Prozent der Psychotherapeuten im März 2021 eine deutlich gestiegene Nachfrage sehen.„Die meistenKollegen sagen, sie haben keine Kapazitäten mehr“, berichtet Barbara Breuer-Radbruch, Magdeburger Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Wer eine Therapie beginnen möchte, müsse mit Wartezeiten zwischen drei Monaten und einem Jahr rechnen, sagt sie.

Volksstimme Magdeburg

Rolle und Bedeutung der Medien

Tag der Pressefreiheit in den Schulen

Am 3. Mai ist der Tag der Pressefreiheit. Bundesweit werden aus diesem Anlass unter dem Stichwort „Journalismus macht Schule“ Veranstaltungen mit Journalisten angeboten, teilte die Landeszentrale für Politische Bildung mit. Dieses Jahr nehme Sachsen-Anhalt erstmals an den Schülermedientagen teil, hieß es weiter. Organisiert würden sie im Land von fjpmedia, dem Verband junger Medienmacher, und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Bundesweiter Projektpartner sei ein Zusammenschluss namhafter Journalistinnen und Journalisten, der die inzwischen sehr erfolgreiche Aktion „Journalismus macht Schule“ vor einigen Jahren ins Leben gerufen habe. Ziel sei es, insbesondere bei jungen Menschen die Medienkompetenz zu stärken.

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Schulprojekt für guten Zweck

Werner-von-Siemens-Gymnasium nimmt am Wettbewerb „Eure Vision – unsere Aktion“ teil

Mit dem Projekt „November Greens“ wollen die Schüler des Magdeburger Gymnasiums auf wichtige Themen aufmerksam machen, unterstützen soziale Einrichtungen und wollen nun auch beim Schülerwettbewerb gewinnen. Die Volksstimme wollte wissen, worum es bei dem Projekt eigentlich geht. Zum 15. Mal findet der Schülerwettbewerb „Ideen machen Schule“, der nun den Namen „Eure Vision – unsere Aktion“ trägt, statt. Auch Schüler des Werner-vonSiemens-Gymnasiums haben ihre Bewerbung abgeschickt. Mit dem Projekt „November Greens“ wollen sie gewinnen und das Preisgeld an soziale Einrichtungen spenden.

Das Team von „November Greens“ plant im Moment die große Benefizveranstaltung im September. Foto: Jasmin Teut
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Der Umbau der Westerhüser Grundschule kostet mehr

8,9 Millionen Euro werden für Sanierung und Erweiterung benötigt

Noch bevor das Projekt „Sanierung und Erweiterung“ an der Grundschule Europaschule Westerhüsen umgesetzt wird, haben sich die Kosten erhöht. Die Stadtverwaltung legt den Terminplan für das Vorhaben vor, für das die Schule ausziehen muss. Dem ältesten Schulgebäude der Stadt eine Frischzellenkur verpassen und die Voraussetzungen schaffen, damit die Schülerzahl steigen kann. Darum geht es bei der geplanten Sanierung und beim Bau eines Anbaus an der Europaschule an der Zackmünder Straße.

Ziel ist, die Schule künftig zweizügig zu führen und die Bedingungen für den Hortbereich zu verbessern. Die dafür eingeplanten Mittel in Höhe von 7,67 Millionen Euro reichen nicht aus, wie es in einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung für den Stadtrat heißt. Bei der Vorplanung und Untersuchung des unter Denkmalschutz stehenden Schulhauses ist festgestellt worden, dass „erhebliche statische Eingriffe im Bestandsgebäude sowie zwingend erforderliche Höhenabfangungen im Außenbereich“ nötig sind. Dies führt zu einer KostensteiDer Umbau der Westerhüser Grundschule kostet mehr gerung. Die Gesamtkosten steigen daher auf 8,9 Millionen Euro. Die Höhe der Fördermittel, die in Anspruch genommen werden sollen, bleibt laut Beschlussvorlage unverändert.

Der Stadtrat stimmt im Rahmen seiner Sitzung am 10. Juni darüber ab. Neben der Kostensteigerung ist auch der Terminplan für die Umsetzung des Vorhabens ein Thema. Demnach soll im November des kommenden Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden, die voraussichtlich bis zum Februar 2025 andauern werden. Bei der Terminübersicht wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass keine witterungsbedingte Unterbrechung der Arbeiten im Winter eingeplant wurde. Ab März 2025 soll die umgebaute Schule dann wieder von Lehrern und Schülern besucht werden können. Während der Bauzeit nutzen Grundschule und Hort mit der Schule an der Bertolt-Brecht-Straße (Stadtteil Leipziger Straße) einen Ausweichstandort.

Schulen brauchen Instrumente

Warum der Musiklehrer mehr leistet als die musikalische Umrahmung der Weihnachtsfeier

Das Instrumenten-Repertoire an Magdeburger Schulen soll aufgestockt werden. Auf Volksstimme-Anfrage erläutert Prof. Dr. Georg Maas von der Martin-Luther-Universität in Halle, warum Investitionen in den Musikunterricht auch eine Investition in die Gesellschaft sind. Die Integrierte Gesamtschule „Willy Brandt“ sammelt derzeit Geld für die Reparatur ihres Flügels, die 23 000 Euro kosten würde, zahlreiche Magdeburger Schulen haben zudem Gitarren und Klanginstrumente bei der Stadt als Schulträger beantragt.

Musikunterricht an einer Oberschule in Pegau in Sachsen. Die Schüler versuchen, auf einem Keyboard eine Melodie zu spielen. Symbolfoto: picture alliance / Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/ZB
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Auf Schulabriss folgt noch kein Hortneubau

Neue Einrichtung in Rothensee wird frühestens 2024 fertiggestellt / Schülerzahlen steigen stetig

Der Abriss der alten August-Bebel-Schule in Rothensee ist bereits weit fortgeschritten. Ein Baustart für das neue Gebäude des Grundschulhorts ist aber noch nicht in Sicht. Viel ist nicht mehr übrig vom alten Gebäude der früheren August-Bebel-Sekundarschule. Der Abrissbagger hat mittlerweile ganze Arbeit geleistet. Aktuell wird die meterdicke Bodenplatte abgetragen. Der Altbau macht Platz für ein neues Gebäude, in das der Hort der Grundschule Rothensee einziehen soll. Doch auch wenn der Abbruch demnächst beendet sein wird, heißt das noch nicht, dass auch die Bauarbeiten für den Neubau zeitnah beginnen werden. Anfang 2020 hatte Bürgermeister Klaus Zimmermann die frohe Botschaft verkündet: Der Rothenseer Hort erhält ein neues Gebäude. Die Johanniter-Einrichtung musste bereits ein Jahr zuvor aus Platzgründen aus der Grundschule ausziehen, weil diese künftig zweizügig aufwachsen wird.

Die ehemalige August-Bebel-Schule in Rothensee wird derzeit abgerissen. Sie macht Platz für einen Neubau für den Hort der benachbarten Grundschule. Wann dafür Baustart sein wird, ist derzeit noch unklar. Foto: Stefan Harter
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Kreative Visionen werden mit 50000 Euro belohnt

Wettbewerb für Schüler und ihre Lehrer von PSD Bank und Volksstimme wurde verlängert

Der Schülerwettbewerb „Ideen machen Schule“ hat einen neuen Namen. Unter dem Motto „Eure Vision – unsere Aktion“ ist der Schulwettbewerb in seiner fünfzehnten Runde. Die PSD Bank Braunschweig eG ist auf der Suche nach kreativen Projekten an Schulen im Geschäftsgebiet der Bank. Dazu gehört auch das gesamte Bundesland Sachsen Anhalt. Die Projekte können zum Beispiel aus den Bereichen Sport, Kunst, Musik, Technik, Natur, Toleranz und Miteinander kommen. Wichtig: je kreativer das Projekt, umso besser. Und noch wichtiger: Die Schüler Kreative Visionen werden mit 50000 Euro belohnt müssen bei der Planung und Realisierung des Projektes aktiv mitwirken. Die PSD Bank fördert die Projekte mit insgesamt 50000 Euro.

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FFP2-Masken für alle Schüler?

Würden Kinder besser geschützt, müssten nicht mehr ganze Klassen bei einem Corona-Fall in Quarantäne. Bildungsminister Tullner (CDU) erklärt im Volksstimme-Live-Forum, wie er die Schulen auch bei steigenden Inzidenzen möglichst offen halten will.

Sachsen-Anhalts Schüler sollen künftig womöglich generell FFP2-Masken im Unterricht tragen. Grund: Dann müssten im Fall eines mit Coronaviren infizierten Kindes nicht zwangsläufig ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden. Der Vorstoß kam vom Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte der Volksstimme gestern bei einem Facebook-Live-Forum: „Ich lasse den Vorschlag prüfen.“ Tullner lobte die Magdeburger Coronapolitik. „Ich wünschte mir mehr Magdeburger Praxis in ganz Sachsen-Anhalt.“ Kritisch sah der Minister etwa das Vorgehen in Halle, wo ohne tiefergehende Ursachenprüfung „ganze Klassen in Quarantäne geschickt“ worden seien.

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Schule auch in Sommerferien?

Vorschlag nach Lernrückständen in der Corona-Pandemie

Schüler müssen Lernrückstände in Sommerschulen abbauen können. Das fordert Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz. Die Teilnahme an Extra-Lernangeboten solle freiwillig sein. Pensionierte Lehrer oder Lehramtstudierende könnten den Job übernehmen. In Sachsen-Anhalt gibt es unterschiedliche Reaktionen. Wolfgang Aldag (Grüne): „Solche Angebote sind sinnvoll, damit Kinder und Jugendliche mit Lernrückständen den schulischen Anschluss nicht verlieren. Sie sollen aber auf Freiwilligkeit basieren.“

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