38 Klassen und 76 Lehrer in Quarantäne

Corona-Infektionen an 17 Schulen
Corona-Infektionen an Magdeburgs Schulen führen zu einem deutlichen Lehrermangel. Insgesamt 76 Lehrkräfte befinden sich derzeit in häuslicher Isolation. Das Einsteingymnasium musste deswegen den Schulbetrieb aussetzen. Und auch das Abendgymnasium ist im Distanzunterricht.

Magdeburgs Schulen und Kitas sind die „Corona-Leuchttürme“. Man setze alles daran, das Licht oben brennen zu lassen, verdeutlichte Amtsarzt Dr. Eike Hennig gestern auf einer Pressekonferenz. Und doch musste nun eine Schule geschlossen werden. Im Albert-Einstein-Gymnasium waren eine Lehrerin und ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden (Seite 18). Da eine Vielzahl Kollegen zu den Kontaktpersonen gehörten und sich nun in Quarantäne begeben müssen, konnte der Schulbetrieb gestern nicht aufrecht gehalten werden. Neben dem Einsteingymnasium ist zudem die Schule des zweiten Bildungsweges in der Moldenstraße geschlossen. Auch hier habe es einen Corona-Fall im Kollegium gegeben. Derzeit befinden sich alle Schüler im Distanzunterricht, informiert Landesschulamtssprecher Tobias Kühne

Insgesamt 17 Schulen haben Corona-Fälle zu beklagen. Sieben Lehrkräfte, zwei weitere Mitarbeiter und 18 Schüler sind positiv auf das Virus getestet worden. Amtsarzt Dr. Eike Hennig teilte auf Volksstimme-Nachfrage mit: 76 Lehrer, zwei weitere Mitarbeiter und 38 Schulklassen befinden sich aktuell in Quarantäne. Zudem habe es in fünf Kitas Infektionen gegeben. Drei Kinder, eine Erzieherin und ein Praktikant sind positiv auf das Virus getestet worden. Daher befinden sich momentan fünf Kita-Gruppen und 13 Erzieher in Quarantäne. Dr. Eike Hennig betonte in der Pressekonferenz jedoch, dass es sich in den Schulen und Kitas um Einzelfälle handele. Unter den 32 gestern gemeldeten Neuinfektionen seien „nur“ vier Personen, die nach dem Jahr 2000 geboren wurden, ergänzt Oberbürgermeister Lutz Trümper. Es gebe keine Ausbrüche von Kind zu Kind, sondern hereingetragene Infektionen.

Obgleich in der Landeshauptstadt täglich zwischen 20 und 30 Neuinfektionen registriert werden, gebe es keine Ausbrüche in Größenordnungen und keinen weiteren Anstieg. Es sei ein Plateau. Das Gesundheitsamt ist zudem wieder in der Lage, tagesaktuell alle Kontaktpersonen zu erfassen, zu informieren und schiebe keine Fälle mehr vor sich her. Häufungen von Infektionen gibt es nach wie vor im Norden der Stadt. Betroffen sind unter anderem die Johannes-R.-Becher-Straße, Albert-Schweitzer-Straße und der Schrotebogen. Von etwa 30 Fällen seien 10 bis 14 in diesem Bereich. Viele Betroffene sind arabischer Herkunft. Aus diesem Grund ist nun ein Arabisch sprechender Mitarbeiter eingestellt worden, der über Videobotschaften erklärt, was hinsichtlich der Corona-Eindämmung verlangt wird. Denn, obgleich es derzeit keinen extremen Anstieg an Neuinfektionen gibt, ist die Lage noch immer ernst. 29 Corona-Patienten befinden sich momentan auf der Intensivstation, 23 davon im Universitätsklinikum, wo fünf von ihnen beatmet werden müssen.

Dass zur hohen Infektionslage eine Oktoberfestparty mit rund 120 Personen in nicht unerheblichem Maße beitrug, verärgert Magdeburgs Oberbürgermeister nach wie vor. Daher entschied er, den Fall nicht mit einem Bußgeldverfahren zu ahnden, sondern an die Staatsanwaltschaft abzugeben, die nun klären soll, inwiefern es sich um fahrlässige Körperverletzung gehandelt hat.

Volksstimme Magdeburg

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