Abifahrt führt für Magdeburger in Quarantäne

Schüler und Lehrer vom Siemensgymnasium in Magdeburg müssen nach ihrer Abschlussfahrt in Quarantäne.

Ob sie Corona im Gepäck haben, weiß keiner. Aus diesem Grund müssen 21 Abiturienten und zwei Lehrkräfte des Werner-von-Siemens-Gymnasiums nun nach einer Abschlussfahrt in Quarantäne. Eine Woche lang hatten sie in Amsterdam das baldige Ende ihrer Schulzeit gefeiert. Die Hauptstadt der Niederlande gehörte bisher nicht zu den Hotspots der Corona-Infektionen.

Bisher. Denn am Mittwochabend stufte das Robert-Koch-Institut (RKI) Amsterdam als Risikogebiet ein. Lehrer, Eltern und Schüler waren besorgt. Was tun? Die Lehrkräfte, welche die Schüler nach Amsterdam begleiteten, suchten Rat bei der Schulleitung. Direktor Frank Skroblien wiederum beim Gesundheitsamt. Das Ergebnis: Alle Schüler und Lehrer müssen sich direkt nach Ankunft in ihrer Heimatstadt in Quarantäne begeben. Ende kommender Woche sollen sie auf eine mögliche Infektion mit Sars-CoV-2 (Corona) getestet werden. Vorher mache das wenig Sinn, erklärt Amtsarzt Dr. Eike Hennig. Man gehe hier vom Heimreisetag als Tag null aus. Mindestens fünf, besser sechs oder sieben Tage danach werde der erste Test gemacht.

IGS-Tests negativ
Anders war es bei den Schülern der Integrierten Gesamtschule „Regine Hildebrandt“. Dort ist am Freitag voriger Woche eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hier veranlasste der Amtsarzt einen sofortigen Test aller Schüler und Lehrer, die Kontakt mit der Achtklässlerin gehabt haben. Dies, um erst mal den Ist-Zustand, also ob es bereits eine weitere infizierte Person gibt, zu erfassen. Der erste Test fiel bei allen 70 Schülern und zwölf Lehrern negativ aus. Am Donnerstag erfolgte die zweite Testrunde. Und auch hier ist dem Amtsarzt kein positiver Befund gemeldet worden. Demnach können alle Schüler und Lehrer ab Montag wieder zum Unterricht, wie Dr. Eike Hennig gestern der Volksstimme mitteilte.

Während die einen also aus der Quarantäne kommen, müssen die anderen sich in Isolation begeben. Und das könnte kein Einzelfall bleiben. Etliche Klassen, insbesondere Abiturienten, sind auf oder treten ihre Klassenfahrt an. Eine weitere Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ist beispielsweise in Kroatien. Es sei eine Region, die nicht zum Risikogebiet erklärt wurde, wie Schulleiter Frank Skroblien erklärt, dennoch hält sich die Begeisterung von Magdeburgs Amtsarzt in Grenzen. „Man sollte wirklich überlegen, ob das in dieser Zeit unbedingt sein muss“, sagt er.

Polizei kontrolliert in Bussen
Derzeit herrsche in Magdeburg eine niedrige Infektionslage. Wie schon am Tag zuvor sind auch gestern dem Gesundheitsamt keine Neuinfektionen gemeldet worden.

Dem Ehepaar, das sich mit Covid-19 im Krankenhaus befindet, gehe es so weit gut. Es befinde sich nicht auf der Intensivstation. Die beiden hatten dem Amtsarzt Sorge bereitet, da sie über 80 Jahre alt sind und zu den Risikopatienten gehören.

Damit die Infektionslage in Magdeburg so gering bleibt, geht nun auch die Polizei in Bussen und Bahnen auf Corona-Streife. Wie die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) gestern mitteilten, sollen zwei Polizeibeamte ab Montag etwa vier Stunden pro Tag die MVB-Kontrolleure unterstützen und die Einhaltung der Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr überwachen.

Volksstimme Magdeburg

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