Betriebspraktika für Schüler der Klassen 8 und 9

Sachsen-Anhalt erweitert die Berufsorientierung

In Sachsen-Anhalt sollen Schülerinnen und Schüler verstärkt Berufsfelder erproben und praktische Erfahrungen sammeln, um den für sie richtigen Beruf zu finden. Das Berufsorientierungsprogramm des Landes, das jährlich mehr als 10 000 Jugendliche nutzen, wird dazu erweitert. Die Schülerbetriebspraktika in Klasse 8 und 9 ergänzten künftig die schon etablierte Kompetenz und Betriebserkundung in der Klasse 7, erklärte Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag in Magdeburg.

Dort besuchte sie Siebtklässler einer Förderschule für Menschen mit Lernbehinderungen, die sich über die Arbeit im Pflege- und Gesundheitsbereich informierten. Die Mädchen und Jungen probierten mit der lebensgroßen Puppe „Frau Müller“, wie es ist, einen bettlägrigen Menschen zu waschen. Auf dem Plan des Orientierungstags standen auch Themen wie die inneren Organe, Zahnpflege, Blutdruckmessen und Hände desinfizieren. Insgesamt sollten sich Schüler frühzeitig orientieren, sagte Grimm-Benne. Ziel sei auch, die Abbrecherzahlen bei den Azubis zu senken.

Das Programm zur Berufsorientierung Brafo (Berufswahl richtig angehen, frühzeitig orientieren) besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Schritten. Es geht mit der Erkundung von Interessen und Kompetenzen in Klasse 7 los und reicht bis zur Unterstützung bei der Bewerbung in Klasse 9 und 10.

Das Programm richtet sich künftig nicht mehr nur an Sekundar-, Gesamt- und Gemeinschaftsschüler, sondern auch an Förderschüler. „Jungen Menschen mit Behinderungen fällt der erste Schritt ins Berufsleben schwer. Häufig sind Jugendliche ohne besondere Hilfen zum Scheitern verurteilt“, erklärte Grimm-Benne. Deshalb nähmen die Förderschulen nun verbindlich am Programm teil.

Für Brafo stehen laut Sozialministerium derzeit EU-Mittel bereit. Es seien jährlich rund 7,5 Millionen Euro dafür veranschlagt.

Volksstimme Magdeburg

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