Deutsche Schulen bei neuer Pisa-Studie weit hinten

Digitale Ausbildung der Lehrer auf Platz 76

Angesichts der schlechten Ergebnisse der Sonderauswertung der Pisa-Studie 2018 zur Digitalisierung für Deutschlands Schulen fordern Verbände rasches politische Handeln. Lehrer müssten befähigt werden, digital zu unterrichten.

In der am Dienstag veröffentlichte Sonderauswertung der Pisa-Studie 2018 untersuchen die Wissenschaftler die Möglichkeiten des digitalen Lernens in den OECD-Ländern. Deutschland schneidet dabei schlecht ab. Während in der Bundesrepublik nur 33 Prozent der Schüler eine Schule mit einer effektiven Online-Lernplattform besuchten, waren es im Durchschnitt der OECD-Länder mehr als 50 Prozent.

Noch schlechter sieht es bei der digitalen Ausbildung und Fortbildung der Lehrer aus. Hier landete Deutschland auf Platz 76 von 78. Zudem zeigt die Sonderauswertung, dass bei Schulen in sozial schwächeren Regionen die Werte jeweils noch schlechter sind. Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte daher eine grundlegende Reform der Struktur des Schulsystems. Nur durch andere Strukturen könne es gelingen, mehr Chancengleichheit für Schüler in finanzschwächeren Städten und Gemeinden zu schaffen, sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann am Dienstag in Frankfurt.

Einzelne Programme und Förderprojekte reichten nicht aus, um Nachteile, die Schüler mitbrächten, auszugleichen. Unterschiedliche Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen führten dazu, „dass Kinder und Jugendliche, die in armen Städten und Gemeinden leben, oft schlecht finanzierte Schulen besuchen müssen und am stärksten vom Lehrermangel betroffen sind“. Hoffmann schlug vor, arme Kommunen finanziell mehr zu unterstützen, damit sie gut ausgestattete Schulen anbieten könnten.

„Bildungserfolg darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein“, so die Expertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Auch der Deutsche Philologenverband rief zu einem raschen politischen Handeln auf. „Die Schulen in Deutschland können nur so gut digital aufgestellt sein, wie der Digitalisierungsstand in Deutschland es zulässt. Ist dieser schlecht, können dies die Schulen und ihre Lehrkräfte in der Fläche kaum ausgleichen.“, sagte die Vorsitzende.

Volksstimme Magdeburg

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