Fast 3000 Schüler in Quarantäne

Tullner: Schulen sollen offen bleiben / Deutlich höhere Zahlen im Bund

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) geht nicht davon aus, dass Sachsen-Anhalts Schulen in größerem Umfang zum Hybrid-Modell aus Heim- und Präsenzunterricht wechseln müssen. „Vergangenen Freitag hatten wir 2795 Schüler in Quarantäne. Das heißt: Nicht mal 1,5 Prozent der Schülerschaft waren betroffen“, sagte der Minister gestern. Bei der Corona-Pandemie könne man Entwicklungen nicht planen. „Stand jetzt glaube ich aber, dass wir mit dem Regelbetrieb mit Hygienauflagen gut fahren“, sagte Tullner. Wegen gestiegener Corona-Zahlen hatte das Ministerium die Hygienevorschriften für die rund 900 Schulen im Land zum Montag verschärft.

So gilt, dass Schulen nur noch mit Mindestabstand von 1,5 Metern unterrichten dürfen, sobald ein Viertel der Schüler- oder Lehrerschaft wegen Corona-Verdachts unter Quarantäne steht.

Folge ist, dass viele betroffene Schulen wegen ihrer baulichen Bedingungen zum Wechselmodell aus Heim- und Präsenzunterricht übergehen müssten.

Ziel der Politik sei es, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten – auch vor dem Hintergrund von Studien zu negativen Folgen geschlossener Schulen für die Gesellschaft, sagte Tullner. Mit den Hygienevorgaben bemühe man sich, das Risiko für Schüler und Lehrer so gering wie möglich zu halten. „Nach allem, was wir wissen, sind Schulen aber auch nicht Herd für größere Ausbrüche“, ergänzte der Minister. Mit Blick auf bundesweite Zahlen warnte der Chef des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, gestern: „Wir erleben an den Schulen einen Salami-Lockdown.“ Laut Verband stehen deutschlandweit aktuell 300 000 Schüler unter Quarantäne, Ende September waren es noch 50 000 Schüler.

Volksstimme Magdeburg

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