Fast die Hälfte wechselt ans Gymnasium

Daneben spielen in Magdeburg Gemeinschafts- und Integrierte Gesamtschulen beim Übergang in die fünfte Klasse eine wichtige Rolle

Morgen enden in Sachsen-Anhalt die Sommerferien und der Unterricht beginnt wieder. Mit dem Blick auf das vergangene Schuljahr wird deutlich: Mit 49,2 Prozent wählen nirgendwo sonst in Sachsen- Anhalt die Familien so vieler Viertklässler für ihre Sprösslinge einen gymnasialen Schulweg aus. Das geht aus von den deutschen Statistikbehörden veröffentlichten Zahlen hervor. Noch liegt die Schuljahreseingangsstatistik für das beginnende Schuljahr nicht vor – doch daran, dass rund die Hälfte der Kinder in Magdeburg in die entsprechenden Klassen an den weiterführenden Schulen gehen werden, wird sich kaum etwas ändern.

In Sachsen-Anhalt gilt bei der Wahl der Schule der Wille der Eltern. Erst in den höheren Klassenstufen der weiterbildenden Schulen entscheiden schulische Leistungen darüber, an welcher Schulform die Schullaufbahn fortgesetzt werden kann. Neben den kommunalen Gymnasien – dem Albert-Einstein- Gymnasium, dem Edithagymnasium, dem Geschwister- Scholl-Gymnasium, dem Hegel- Gymnasium, dem Sportgymnasium und dem Werner-von-Siemens- Gymnasium gibt es in Magdeburg mit dem Internationalen Stiftungsgymnasium, dem Norbertusgymnasium und dem Ökumenischen Domgymnasium auch entsprechende Schulen in freier Trägerschaft.

Das Abitur kann aber auch an anderen Schulen erworben werden – am Beruflichen Gymnasium der Berufsbildenden Schulen Otto von Guericke, an den Integrierten Gesamtschulen und an der Schule des Zweiten Bildungsweges mit dem Abend- Fast die Hälfte wechselt ans Gymnasium gymnasium und dem Kolleg in den Schulen in öffentlicher Trägerschaft sowie an der Freien Waldorfschule und der Neuen Schule.

Laut Landesgesetz könnten sogar die Gemeinschaftsschulen eigene gymnasiale Zweige einrichten – angesichts der dafür erforderlichen Mindestschülerzahlen ist diese Idee in Sachsen-Anhalt bislang nur eine Theorie geblieben. Vor diesem Hintergrund kooperieren die Gemeinschaftsschulen mit anderen Schulen, um ihren Schülern auch einen Weg zur allgemeinen Hochschulreife zu eröffnen.

Beim Übergang der Kinder in die fünfte Klasse gibt es deutliche regionale Unterschiede in Sachsen-Anhalt – siehe Grafik. In Halle als vergleichbare Großstadt in Sachsen-Anhalt beispielsweise liegt die Übergangsquote mit 41,2 Prozent eher im Mittelfeld – dort machten die Integrierten Gesamtschulen einen größeren Anteil aus. Der direkt an Magdeburg angrenzende Salzlandkreis weist 30,9 Prozent auf. In Magdeburg lagen die Gemeinschaftsschulen mit 26,8 Prozent an der zweiten Stelle beim Übergang der Kinder in die fünfte Klasse. Eine wichtige Rolle spielten zudem die beiden Integrierten Gesamtschulen (IGS) mit 15,2 Prozent sowie die Sekundarschulen mit 6,3 Prozent.

Für die drei gefragtesten Schulformen sieht Magdeburg angesichts gestiegener Schülerzahlen insgesamt den Bedarf, neue Kapazitäten zu schaffen: Zum einen wurde von der Verwaltung das zumindest kurzfristig nicht für den weiteren Schulbetrieb vorgesehene dritte und noch unsanierte Gebäude auf dem Gelände des Edithagymnasiums als Kapazität eröffnet. Laut aktuellem Stadtratsbeschluss soll zudem für die IGS „Regine Hildebrandt“ am Universitätsplatz ein Neubau mit mehr Räumen als am bisherigen Standort entstehen, dafür könnte sich die Oskar-Linke-Gemeinschaftsschule an deren Standort nach einem Umzug erweitern.

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