Heumarkt für Ostschule wieder im Rennen

Zwar sieht Verwaltung keinen Bedarf mehr für neue Grundschule in Ostelbien – viele Stadträte sehen das aber anders
Ob eine Schule in Ostelbien gebaut wird, ist am Donnerstag Thema im Magdeburger Stadtrat. Mal wieder. Neueste Wendung: Die Befürworter einer Heumarktvariante haben Zeichen erkannt, dass man doch Flächen vom Land nutzen könnte.

In den vergangenen Jahren wurde der Bau einer neuen Grundschule für den Osten Magdeburgs mannigfaltig diskutiert. Die neueste Entwicklung: Der Heumarkt kommt wieder auf den Tisch. Den hatte eine Mehrheit schon einmal favorisiert. Die Pläne hatten sich aber zerschlagen, da sich keine Mehrheit gefunden hatte, so kurz vor der Kommunalwahl eine Kleingartensparte zu opfern. Und auch für die andere Seite des Heumarkts sah es nicht gut aus: Das Land hatte signalisiert, keine ausreichenden Flächen in einer absehbaren Zeit zur Verfügung stellen zu können. Und gar nicht infrage gekommen war für das Land das Gebäude des ehemaligen Verfassungsschutzes am Zuckerbusch.

Für dieses wären ohnehin erhebliche Aufwendungen zur Reinigung von Schadstoffen erforderlich, und auch die Statik müsste den aktuellen Anforderungen an Schulgebäude dringend angepasst werden. Entsprechende Schreiben sind für die Magdeburger Stadtverwaltung in der Diskussion um Standorte nach wie vor ausschlaggebend.

Stadträte hören die Signale
Wie nun aber während des Bildungsausschusses zu erfahren war, hat Olaf Meister, Fraktionsmitglied der Grünen und Landtagsabgeordneter, inzwischen in Gesprächen mit dem Land erfahren, dass dessen Position nicht in Stein gemeißelt sei. Und auf diesen Strohhalm für den Heumarkt zielt nun ein Antrag ab, der von den Unterstützern der Heumarkt-Variante ins Spiel gebracht wird: Die Stadt möge erneut das Gespräch mit dem Finanzministerium suchen, heißt es in einem Antrag, der von den Stadträten Jürgen Canehl (Grüne) und Christian Hausmann (SPD) formuliert wurde. Unter anderem hoffen die Initiatoren dieses neuerlichen Vorstoßes, dass das Land hier der Landeshauptstadt entgegenkommen werde, damit die Stadt im Gegenzug Wünschen der Landesverwaltung entgegenkomme.

Wenn es nach den Heumarktschulen-Befürwortern geht, würden dann Flächen im östlichen Bereich des Heumarkts genutzt werden – einige, die der Stadt bereits gehören, und zusätzliche, die vom Land gekauft würden. Die Schule würde dann in Nachbarschaft des Sozialzentrums „Mutter Teresa“ entstehen.

Nicht geopfert werden müssten in einem solchen Fall Kleingartenflächen, die für lange Zeit in der Diskussion um neue Schulstandorte für viele Magdeburger Stadträte ein Tabu waren. Ausdrücklich abgerückt von dieser Position waren zuletzt die Vertreter der SPD-Fraktion und der Fraktion „Die Linke“.

Ausdrücklich ausgeschlossen worden seien Flächen in Nachbarschaft der Landesministerien zwischen Turmschanzen- und Herrenkrugstraße. Diese Flächen waren zuletzt während der Ankunft zahlreicher Flüchtlinge vor fünf Jahren mit einem großen Zelt als Notunterkunft versehen worden, welches dann aber nie genutzt werden musste. Dieses Gelände für einen Schulbau zu nutzen, hatte die AfD-Ratsfraktion vorgeschlagen.

Unabhängig von der Diskussion um die Heumarktflächen steht die Ostschule diesen Donnerstag mehrfach auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung. Zum einen im Zusammenhang mit der Druckvorlage aus der Stadtverwaltung zu weiteren Schulbauten. Nach wie vor gilt zwar der Beschluss: In Ostelbien wird eine Schule gebaut. Doch die Stadtverwaltung ist von diesem abgerückt und möchte sich lieber auf die weiterführenden Schulen konzentrieren. Das Argument der Stadtverwaltung: Nur noch wenige Jahre sei in Ostelbien mit vielen Schulanfängern zu rechnen, danach fielen die Zahlen der Erstklässler spürbar ab. Die Spitze in den kommenden fünf Jahren ließe sich schulorganisatorisch lösen. Sprich: Es werden kurzerhand mehr Klassen gebildet und Schüler vom Werder auch im Westelbischen eingeschult. Diesem Ansinnen haben einige Ausschüsse widersprochen. Und auch die Kinderbeauftragte Katrin Thäger hatte in einer schriftlichen Stellungnahme Zweifel an der Position der Stadt vorgebracht.

Weitere Standortvorschläge auf Wiedervorlage
Außerdem steht der Antrag der früheren CDU/FDP-Fraktion auf der Tagesordnung. Der fordert den Bau einer Grundschule Am Brellin – auch ein über Monate als Schulstandort diskutierter Kandidat. Dazu gibt es eine Reihe von Änderungswünschen über die bereits genannten Standorte hinaus mit dem Winterhafen und der Friedrich-Ebert-Straße als mögliche neue Plätze für eine Grundschule in Ostelbien.

Volksstimme Magdeburg

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