Lediglich 7 von 105 Sekundarschulen ausreichend versorgt / Stadt und Land driften auseinander

Dass die Personalnot an den Schulen in Sachsen Anhalt zum Herbst erneut auf einen historischen Tiefstand rutschte, ist bekannt. Mit einer Kleinen Anfrage ans Bildungsministerium hat sich die Linksfraktion die Zahlen nun aber genauer auswerten lassen.

Zentrales Ergebnis: Nur noch knapp jede vierte Schule in Sachsen-Anhalt (176von754) war zum Stichtag am 5. Oktober ausreichend mit Lehrern versorgt. Am stärksten betroffen sind die Sekundarschulen. Nur noch ganze 7 von 105 Einrichtungen der Schulform kommen demnach auf eine ausreichende Versorgung. Die Unterrichtsversorgung im Land war an allen Schulformen zum Herbst von 94 Prozent im Vorjahr auf 93,5 Prozent gefallen. Die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen hielten dabei die schlechtesten Werte (88 %). Besser ist die Versorgung an den Grundschulen (95 %) und Gymnasien (98 %).

Stark unterversorgte Schulen: 30 Einrichtungen aller Schulformen kommen den Daten zufolge nicht einmal mehr auf 75 Prozent Unterrichtsversorgung, weitere 32 bleiben. Nur knapp jede vierte Schule hat genügend Lehrer unter 80 Prozent. Die Unterrichtsversorgung ist die zentrale Größe für die Bewertung der Verfügbarkeit von Lehrern an Schulen. Ziel der Koalition sind 103 Prozent, um auch bei Erkrankung Ausfälle zu verhindern.

Stadt und Land: Die Anfrage offenbart auch erhebliche räumliche Ungleichheiten in Sachsen-Anhalt. Ganze Landkreise bewegen sich bei der Unterrichtsversorgung demnach nur noch bei Werten um 90 Prozent. Schlusslicht ist der Landkreis Börde mit 89,7 Prozent hinter dem Kreis Wittenberg (90,8 %) und dem Altmarkkreis Salzwedel (91,1 %). Die für junge Leute attraktiveren Großstädte stehen besser da. Auf Platz eins liegt Halle (99,4 %) mit seiner Universität als Hauptlehrerschmiede im Land, gefolgt vom in Pendeldistanz befindlichen Kreis Mansfeld-Südharz (95,2 %) und der Landeshauptstadt Magdeburg (94,9 %). „Die zunehmenden Disparitäten in der Unterrichtsversorgung werden die ungleiche Entwicklung der Regionen des Landes befördern“, sagte Linke-Politiker Thomas Lippmann zu den Zahlen.

Die Ergebnisse des Bildungsgipfels vergangene Woche kritisierte der Linke-Politiker gleichzeitig als unzureichend. Es wäre höchste Zeit gewesen, an der Uni Magdeburg nicht nur das Spektrum der Fächerwahl zu erweitern, sondern den schon lange überfälligen Ausbau der Lehramtsausbildung in Angriff zu nehmen, sagte er. „Sachsen-Anhalt braucht für die Mitte und den Norden des Landes in Magdeburg einen attraktiven und starken Standort

Volksstimme Magdeburg

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