Lehrer-Studium unbeliebt

Zu wenig Studienanfänger, zu viele Abbrecher in Halle und Magdeburg

Sachsen- Anhalt steht bei der Ausbildung von Lehrkräften vor Problemen. Die jährlich 1000 zum Wintersemester angebotenen Studienanfängerplätze für Lehramtsstudierende an den Universitäten Halle und Magdeburg können nicht komplett besetzt werden, wie das Wissenschaftsministerium auf Nachfrage mitteilte. Hinzu kommt, dass es deutlich weniger Absolventen gibt als angestrebt. Vorläufigen Zahlen zufolge konnten im laufenden Wintersemester insgesamt 974 Studienanfänger im ersten Fachsemester immatrikuliert werden. Darunter seien aber auch alle Hochschul- und Studiengangswechsler, die ein Studium für ein Lehramt aufgenommen hätten. Die reine Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester betrage 684.

Viele Lehramtsstudierende kommen zudem nicht bis zum Abschluss, wie eine Erhebung des Wissenschaftsministeriums zeigt. So habe die Absolventenquote an der Martin- Luther-Universität Halle- Wittenberg im vergangenen Jahr bei 47 Prozent gelegen. Auf 293 Absolventen kamen 619 Studienanfänger. Es wurden 126 Exmatrikulationen gezählt, etwa weil das Studium ohne Prüfung beendet oder endgültig abgebrochen wurde oder weil die Studierenden sich nicht zurückgemeldet haben. 2018 hatte die Absolventenquote noch bei 68 und 2019 bei 51 Prozent gelegen. An der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg, an der das Studium anders organisiert ist, betrug die Absolventenquote laut der Berechnung des Ministeriums 69 Prozent nach rund 80 Prozent in den beiden Vorjahren. Bei 79 Absolventen gab es den Angaben zufolge 114 Studienanfänger und acht Exmatrikulationen.

Für beide Universitäten gilt eine Zielvereinbarung mit einer vorgegebenen Absolventenquote von 75 Prozent. Während die Uni Magdeburg die Quote in den vergangenen Jahren überwiegend erreicht habe, sei das in Halle nicht der Fall. „An beiden Universitäten geht die Absolventenquote seit 2018 zurück“, erklärte das Ministerium. Ganz einfach liegen die Dinge in der Statistik laut Ministerium nicht. So gebe es an der Universität Halle mit bis zu 30 Prozent einen verhältnismäßig hohen Anteil von Studierenden, der zusätzlich zu den üblichen zwei Fächern ein drittes Studienfach wähle. Viele beendeten das Studium mit Abschluss in zwei Fächern, aber ohne Abschluss im dritten. Statistisch erschienen diese Hochschulabgänger sowohl als Absolventen als auch als Abbrecher. Die Universität will Drittfachstudierenden künftig gesondert statistisch erfassen.

Volksstimme Magdeburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.