Lehrermangel bleibt Thema in Stadtpolitik

Mit einer Magdeburger Erklärung haben Vertreter aus Wirtschaft, Bildung und Kommunalpolitik vom Land eingefordert, die Unterrichtsversorgung zu verbessern. Dies hatte landesweit für Aufsehen gesorgt, und von der Landesregierung war ein Bildungsgipfel einberufen und das Thema zur Chefsache erhoben worden. Im Magdeburger Bildungsausschuss, von dem der Impuls und die Vorbereitung der Magdeburger Erklärung ausgegangen war, war diese nun erneut Thema.

Annette Kirstein, Vorsitzende des Stadtelternrats, berichtete nämlich von einem Treffen mit der SPD Landtagsfraktion. Die Landtagsabgeordneten hätten sich sehr interessiert gezeigt und es sei angenehm zu hören, wie der Lehrermangel hier gesehen wird und dass versucht wird, etwas zu bewegen. Allerdings bestehe in der Regierung keine Einigkeit darüber, welches das richtige Mittel zur Beseitigung des Lehrermangels ist. Aus Elternsicht, so die Kritik von der Stadtelternratsvorsitzenden, würden nur mittel und langfristige Maßnahmen betrachtet. Es sei aber enorm wichtig, dass kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden.

Die Frage, wer am nächsten Tag vor der Klasse stehe, müsse unbedingt betrachtet werden. Ein wichtiger Aspekt ist aus Sicht von Annette Kirstein die Nutzung der digitalen Medien und wie man jetzt schnell Lehrerstunden ersetzen kann. Denn noch fünf bis zehn Jahre müsse mit der Lehrerknappheit mindestens gerechnet werden. Von einer positiven Resonanz auf die Magdeburger Erklärung spricht auch die Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz. Das Papier war auch im Präsidium des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt diskutiert und wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Das Präsidium sieht hier das Land in der Verantwortung, so die Kulturbeigeordnete.

Mit der Magdeburger Erklärung war im vergangenen Herbst eine Art Brandbriefe mit Blick auf die vielen Unterrichtsausfälle an den Schulen in Sachsen-Anhalt verfasst worden. Unter anderem hatten die Unterzeichner eine Optimierung der Lehramtsausbildung mit einer Stärkung entsprechender Ressourcen an der Otto-von-Guericke-Universität gefordert. Es ging beispielsweise auch darum, Wettbewerbsnachteile ums Werben um Lehrer gegenüber anderen Ländern auszugleichen, Digitalisierung und Eigenverantwortlichkeiten der Schulen zu stärken.

Volksstimme Magdeburg

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