Lehrermangel spitzt sich weiter zu

Der Lehrermangel an den 148 Sekundarund Gemeinschaftsschulen in
Sachsen-Anhalt hat sich im Vergleich zum vergangenen Schuljahr deutlich zugespitzt. Die Zahl der Einrichtungen mit einer Unterrichtsversorgung von weniger als 90 Prozent stieg von 46 auf 75. Das geht aus Antworten des Bildungsministeriums auf Kleine
Anfragen von Linke-Bildungspolitiker Thomas Lippmann hervor.

Landesweit liegt damit gut die Hälfte der Einrichtungen unter 90 Prozent Unterrichtsversorgung. Betroffen seien 25 400 Schüler, sagte Lippmann. Das schwarz-rot-gelbe Regierungsbündnis hat sich 103
Prozent Unterrichtsversorgung in den Koalitionsvertrag geschrieben. So sollen Stunden auch bei Ausfall von Lehrern vertreten werden können.

Negativ-Spitzenreiter war zum Erhebungszeitpunkt am 7. Oktober mit 69,24 Prozent die Sekundarschule „Gebrüder Grimm“ in Calvörde. In der
Altmark gebe es inzwischen fast keine Schule mehr oberhalb 90 Prozent, ergänzte Lippmann. Von der Sekundarschule Kalbe (Milde) war zuletzt bekannt geworden, dass die Leitung wegen des Personalmangels
tageweise wieder auf Distanzunterricht ausweichen musste.
„Eine solche Dimension des Niedergangs einer ganzen Schulform war bisher nicht vorstellbar“, sagte Lippmann. Besserung sei nicht in Sicht.
Auch in den kommenden Jahren bilde das Land nur etwa 20 Prozent seines Bedarfs in der Schulform aus.

Volksstimme Magdeburg

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