Nächster Schritt für neue Schule

An der Grenze von Fermersleben zu Buckau soll Platz für Grundschüler geschaffen werden. Für den Schanzenweg muss jetzt geplant werden. Auf alten Tennisplätzen des FSV soll eine Grundschule gebaut werden. Beantwortet werden müssen hier u. a. Fragen der Schulwegsicherheit.

Nächster Schritt zum Bau der neuen Grundschule für den Südosten Magdeburgs: Die Stadtverwaltung legt dem Stadtrat zu seiner Novembersitzung eine Drucksache vor, laut der ein neuer Bebauungsplan für das Gelände am Schanzenweg aufgestellt werden soll. Zuvor sollen der Umweltausschuss am 22. Oktober und der Bauausschuss am 7. November ihre Voten abgeben.

In einer gewissen Weise eilt das Vorhaben. Denn spätestens ab dem Schuljahr 2023/24 reichen die Plätze an den Grundschulen in Westerhüsen, Salbke, Buckau und in der Hegelstraße nicht mehr aus: Die Stadtverwaltung prognostiziert für den Einzugsbereich dieser Schulen mehr als 300 Erstklässler. Zur Verfügung stehen aber trotz der geplanten Erweiterungen an eben jenen Schulen nur 264 Plätze.

Grundschule entsteht auf alten Tennisplätzen
Der Stadtrat hatte im Juni beschlossen, die daher notwendige Grundschule auf dem Gelände der Tennisplätze des Fermersleber Sportvereins 1895 bauen zu lassen. Entstehen soll eine dreizügige Grundschule mit Hortbetrieb ohne Sporthalle und Sportaußenfläche. Hier sollen die Anlagen des Sportvereins mitgenutzt werden.

Der Sportverein hatte bereits in der Vergangenheit signalisiert, dass er über keine eigene Tennisabteilung mehr verfügt. Das Gelände wird derzeit von einer privaten Tennisschule genutzt. Die restlichen Flächen des Sportplatzes, für den auch eine Sanierung ansteht, sollen erhalten bleiben.

Um den Standort hatte es durchaus keine Einigkeit gegeben: Viele Stadträte hatten Standorte in Buckau und nicht an der Grenze dieses Stadtteils mit Fermersleben favorisiert. Der Ansatz dahinter: Gerade in Buckau werde die Zahl der Grundschüler steigen, so dass hier die Schule entstehen müsse.

In der Diskussion hatte die Stadtverwaltung dagegen argumentiert: Mit der Erweiterug der Kapazitäten in der Grundschule Hegelstraße – hier wird Platz durch den Fortzug der Leibniz-Gemeinschaftsschule in die Pablo-Neruda-Straße gewonnen – könnten Schüler aus dem nördlichen Buckau hier eingeschult werden. Zudem sei auch in Salbke und Fermersleben mit einer weiteren baulichen Entwicklung und damit mit dem Zuzug von Familien mit Kindern zu rechnen.

Offene Fragen betreffen den Schulweg der Kinder
Aus Gründen der Pietät hatte der Vorschlag, einen Teil des Friedhofs Fermersleben für einen Schulneubau abzutrennen, keine Mehrheit gefunden.

Kritik an dem Standort hatte es nicht zuletzt an der Erschließung gegeben: Wie soll das Schulgelände erschlossen werden, ohne die Kleingartensparte Fort I zu beeinträchtigen?

Wie soll der Schulweg gesichert werden angesichts einer wichtigen Durchgangsstraße vor der Tür samt Doppelkurve und engen Fußwegen? Wie sollen die Kinder aus Buckau zu dem Gelände gelangen, wenn sie dazu durch die Hettstedter Straße durchqueren müssen, in der es bislang keinen Fußweg gibt und an der Wirtschaftsverkehr rollt und die Schüler von Bildungseinrichtungen parken? Wie soll gewährleistet werden, dass Mädchen und Jungen nicht in Gefahr geraten, da kurz hinter dem Eingang zum Schulgelände der Fußweg in Richtung Westen nur noch wenige Zentimeter breit ist? Und wie soll die Sicherheit von Grundschülern gewährleistet werden, die mit dem Fahrrad zur Schule kommen?

All diese Fragen müssen jetzt im Rahmen eines Bauleitplanverfahren geklärt werden. Unter anderem war bereits eine Ampel im Gespräch, die im Bereich der Kreuzung Schanzenweg/Hettstedter Straße die Situation entschärfen könnte.

Das Schulbau-Vorhaben in Fermersleben ist nur eines von mehreren in Magdeburg. Gebaut wird derzeit an einer neuen Förderschule für Kinder mit körperlichen Einschränkungen im Roggengrund, an einer Erweiterung für die Grundschule Brückfeld und am Edithagymnasium im Lorenzweg. Saniert wird in Diesdorf, in der Ottersleber Ernst-Wille-Gemeinschaftsschule und in der Evangelischen Sekundarschule. In Lemsdorf wird das leerstehende Schulgebeäude für die Berufsbildenden Schulen „Hermann Beims“ hergerichtet.

Drei Grundschulen sind im Süden ein Bau-Thema
Im Süden der Stadt konzentrieren sich die Aktivitäten zur Erweiteurng von Kapazitäten ansonsten auf Grundschulen: Bereits in Betrieb ist die neue Grundschule an der Bertolt-Brecht-Straße. Hier wächst eine neue Schule in einem Gebäude aus DDR-Zeiten auf. Noch nicht begonnen haben die Arbeiten an einem weiteren Gebäude für die Grundschule Ottersleben und für die Grundschule Westerhüsen. Einen kompletten Grundschulneubau soll es nicht nur für Fermersleben geben, auch in Stadtfeld-Ost an der Wilhelm-Külz-Straße ist eine entsprechende Investition geplant. Eine Hängepartie gibt es derzeit bezüglich einer weiteren Grundschule für Ostelbien, da bislang die von der Stadtverwaltung favorisierten Standorte im vom Stadtrat bevorzugten Gebiet des Heumarkts keine Mehrheiten gefunden haben.

Dass derweil auch über die Grenzen von Stadtteilen hinweg die Entwicklung von Grundschulen ein Thema ist, zeigen zwei Beispiele: Fürs kommende Schuljahr war zeitweilig die Rede davon, Schüler aus Stadtfeld nach Sudenburg zu schicken – eine Überlegung die derzeit wieder vom Tisch ist. Und mit der neuen Buslinie 66 wird es für Beyendorf-Sohlen möglich sein, die Kinder nach Westerhüsen und nicht wie bisher nach Reform zur Schule zu schicken.

Volksstimme Magdeburg

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