Ottersleber Schulrochade

Heute hat der Magdeburger Stadtrat die Ottersleber Grundschule auf der Tagesordnung. Thema ist der vom Schulausschuss befürwortete Ausweichstandort für die vierten Klassen im Werner-von-Siemens-Ring 13a.

Schon vor Monaten hatte die Magdeburger Stadtverwaltung einen Ausweichstandort für die vierten Klassen der Grundschule Ottersleben gefunden. Ziel ist ab den Winterferien eine Fläche von 800 Quadratmetern im Bürogebäude Werner-von-Siemens-Ring 13a. Der Schulausschuss des Stadtrats hatte sich in seiner Oktobersitzung diesem Vorschlag ausdrücklich angeschlossen – und ihn dennoch heiß diskutiert.

Grund: Nach wie vor besteht die Beschlussvorlage für den Stadtrat aus drei Punkten. In den ersten beiden geht es um die Anmietung der Räume im Werner-von-Siemens-Ring. Auch wenn dieser sicher nicht im Herzen Otterslebens und dafür in unmittelbarer Nachbarschaft zum Magdeburger Ring liegt – dieser Ausweichstandort ist den im Schulausschuss versammelten Stadträten allemal lieber als der von der Verwaltung ebenfalls ins Spiel gebrachte Alternativstandort am Gneisenauring in Neu-Olvenstedt. Für den müssten die Viertklässler einen Weg von rund zehn Kilometern durch die Stadt zurücklegen.

Infrage käme diese Variante, wenn es für den Standort Werner-von-Siemens-Ring keine Genehmigung gibt. Unter anderem gelten in Schulen besondere Anforderungen an den Brandschutz, deren Einhaltung sichergestellt werden muss.

15 Kleinbusse für die ungeliebte Alternative
Außerdem wäre der Ausweichstandort Gneisenauring mit der Schaffung eines Schülerverkehrs verbunden, für den die Kapazitäten der Magdeburger Verkehrsbetriebe nicht ausreichen. Die Stadt hatte im Vorfeld schon einmal erkundet, wie ein Schülertransport organisiert werden könnte. Und dafür hatte es auch zwei Unternehmen gegeben, die sich um einen entsprechenden Auftrag bemühen würden. Bei einem von ihnen kämen dann 15 Kleinbusse zum Einsatz.

Auch wenn die Verwaltung deutlich machte, dass sie auf jeden Fall den Standort Werner-von-Siemens-Ring bevorzugen würde, dass man sich aber nicht über rechtliche Vorschriften hinwegsetzen könne und deshalb den Gneisenauring als Alternative nicht aus den Augen verlieren dürfe – der Schulausschuss befürwortete allein den Standort am Rand von Ottersleben. Den Standort in Neu-Olvenstedt lehnte er einstimmig ab.

Ob die Gespräche zur Möglichkeit der auch vom Schulausschuss befürworteten Räume zu einem guten Abschluss gekommen sind, wird heute im Stadtrat Thema sein. Dann werden dessen Mitglieder auch endgültig darüber abstimmen, wie es weitergeht. Denn die Zeit drängt: Als letzten Termin, um den Mietvertrag unterzeichnen zu können, gilt der 15. November.

Grund für die Umzugspläne sind Schulbauvorhaben an zwei Stellen in Ottersleben. Zum einen wird die Ernst-Wille-Gemeinschaftsschule saniert, in der die Viertklässler der Grundschule bislang in einer Nebenstelle unterrichtet werden. Die Sanierung soll im Winter beginnen, und die Schüler der Gemeinschaftsschule sollen zwischenzeitlich die alte Schule an der Bertolt-Brecht-Straße nutzen.

27 Monate am nächsten Nebenstandort
Dass die Viertklässler ebenfalls in den Bereich der Leipziger Straße wechseln, kommt nicht infrage: An dieser Stelle soll künftig nämlich eine neue Grundschule entstehen. Und da würde es eng mit dem Platz. Zumal – und das ist zum anderen die zweite Schulbaustelle in Ottersleben – die Erweiterung der Grundschule mit genügend Platz auch für die vierten Klassen noch ein wenig dauern wird: Für den Mietvertrag im Werner-von-Siemens-Ring ist von 27 Monaten Mietzeit die Rede.

Volksstimme Magdeburg 01.11.2018

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