„Schnupfen-Papier“ soll Corona-Fehlalarm verhindern

Bildungsministerium gibt Leitfaden für Lehrer und Eltern heraus / Bei akutem Fieber, Husten und Geschmacksstörungen zum Arzt

Kurz vor dem Schulstart heute hat das Bildungsministerium ein „Schnupfen-Papier“ herausgegeben. Der Leitfaden soll Lehrern helfen, im beginnenden Herbst unbedenkliche Erkältungssymptome von möglichen Corona-Infektionen zu unterscheiden.

„Das Papier soll Unsicherheiten in Bezug auf den Umgang mit Schülern mit Krankheitssymptomen verringern“, sagte Ministeriumssprecher Stefan Thurmann gestern. Als Vorlage hätten ähnliche Leitfäden anderer Bundesländer gedient. Vor der Veröffentlichung sei das Papier mit dem Pandemiestab im Sozialministerium abgestimmt worden, ergänzte der Sprecher.Kinder unter 10 Jahren mit akutem Fieber, Husten oder Störungen von Geschmacks- oder Geruchssinn müssen demnach zu Hause bleiben, wenn mindestens eines der genannten der Symptome auftritt.

Die Vorgaben
Treten die Beschwerden erstmals in der Schule auf, sind Kinder in einem getrennten Raum unterzubringen. Eltern müssen sie abholen. In solchen Fällen sind die Kinder beim Arzt vorzustellen. Der entscheidet, ob ein Corona-Test notwendig ist. Fällt dieser negativ aus, können Kinder in die Schule zurück, sobald sie 24 Stunden ohne Fieber sind und keine Weiterverbreitung ihrer Erkrankung droht. Ein weiteres ärztliches Attest ist dann nicht notwendig. Bei einem positiven Corona-Test kommen die Gesundheitsämter ins Spiel. Ein Schulbesuch corona-erkrankter Kinder ist laut Leitfaden frühestens nach 10 Tagen häuslicher Isolation und 48 Stunden Symptomfreiheit möglich. Unter 10-jährige Kinder mit unspezifischen Symptomen, wie Schnupfen und unauffälligem Husten ohne Fieber, können indes generell am Unterricht teilnehmen.

Für ältere Kinder ab zehn Jahren gelten Kriterien des Robert-Koch-Instituts. Auch für diese Altersgruppe zählen akute Atemwegssymptome, Fieber und Störungen des Geruchs- und Geschmacksinns zu den Leitsymptomen für Corona. Als meldepflichtige Verdachtsfälle gelten Personen, die Symptome zeigen und zudem Kontakt zu einem Covid-19-Patienten hatten oder bei denen Hinweise auf eine Lungenentzündung bestehen. Die Lehrergewerkschaft GEW teilte gestern mit: Das Papier sei ein Versuch, etwas mehr Klarheit zu schaffen. Verdachtssymptome zu unterscheiden, klinge aber einfacher als es ist.

Volksstimme Magdeburg

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