Schulen: Neubau im Zentrum, nicht im Osten

Der Stadtrat soll morgen über geänderte Pläne zur Erweiterung der Kapazitäten an Schulen in Magdeburg beschließen

Eine neue Gesamt- oder Gemeinschaftsschule (ab Klasse 5) im Stadtzentrum, Abkehr vom Grundschulneubau in Ostelbien, Neugründung einer Gemeinschaftsschule am Altstandort Gneisenauring, künftige Nutzung der Schule Schilfbreite für Berufsschüler und mittelfristige Abfederung von Engpässen an weiterführenden Schulen durch die temporäre Eröffnung zusätzlicher Klassen – das ist in groben Zügen der Fahrplan der Stadtverwaltung zur Erweiterung der Platzkapazitäten an Magdeburger Schulen. Das Beschlusspapier steht am morgigen Donnerstag im Stadtrat zur Abstimmung. Debattenstoff liegt auf der Hand, vor allem wegen der geplanten Abkehr vom Grundschulneubau östlich der Elbe.

Auf 23 Seiten, voll mit zahlenreichen Tabellen, listet die Verwaltung Argumente für ihren Vorschlag auf. Im Kern: Während die künftigen Fünftklässler, die in weiterführenden Schulen Platz finden müssen, schon geboren sind und hier absehbar Hunderte Plätze fehlen, seien die Geburtenzahlen aktuell leicht rückläufig, so dass der Platz in den Grundschulen (bestehende und solche im Bau) ausreicht. Mit Eröffnung des Erweiterungsbaus der Grundschule Am Brückfeld gelte dies – trotz regen Wohnungsbaubetriebs vor Ort – auch für Ostelbien. Die Neueröffnung weiterführender Schulen ab Klasse 5 habe aktuell Vorrang, so die Verwaltung.

Ob die Ratsmehrheit der Argumentation folgt, ist alles andere als klar. Der Grundschulneubau für Ostelbien ist beschlossene Sache und scheiterte bisher nur an der Suche nach einem Standort.

Die Kinderbeauftragte Katrin Thäger gibt in ihrer Stellungnahme zu Protokoll, dass sie der Abkehr vom Grundschulneubau „nicht folgen“ könne. Mindestens bis zum Schuljahr 2025/26 sei ein Mehrbedarf an Platz in Grundschulen gegeben. Werde er, wie vorgeschlagen, durch eine Erhöhung von Einschüler-Klassenstärken von 22 auf 26 und die Verschiebung von Werder-Kindern nach Nord ausgeglichen, „würde dies zulasten der Kinder gehen“. Auch der Stadtelternrat hatte bereits im Vorfeld heftig gegen die Abkehr vom Grundschulneubau protestiert.

Ein CDU-Änderungsantrag beharrt auf dem Grundschulneubau im Osten und will dadurch entstehende Erweiterungsmöglichkeiten für die seit Jahren überlastete Thomas-Mann-Gemeinschaftsschule in Cracau prüfen lassen. Der Finanzausschuss will den Schulneubau im Stadtzentrum nicht als solchen gesetzt wissen, sondern den Standort der neuen weiterführende Schule offen lassen.

Volksstimme Magdeburg

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