Schulweg-Frust in Buckau

Vater sorgt sich um die Sicherheit seines Kindes auf dem Weg zur Grundschule Buckau
Um die Sicherheit seiner Tochter auf dem Weg zur Grundschule Buckau sorgt sich Michael Boldau. Er wünscht sich konsequenteres Eingreifen der Behörden.

Je näher man der Grundschule kommt, desto unübersichtlicher wird zu den Bringezeiten die Situation. Foto: Christina Bendigs
Je näher man der Grundschule kommt, desto unübersichtlicher wird zu den Bringezeiten die Situation. Foto: Christina Bendigs

Ein kleiner Junge steht gegenüber der Grundschule Buckau links neben geparkten Autos und möchte die Straße überqeren, rechts neben ihm ein weißer SUV, der gerade auf dem Bürgersteig wenden möchte, der Fahrer hat den Rückwärtsgang schon eingelegt. Von der linken Seite kommt ein weiteres Fahrzeug. Der Junge hat sichtlich Probleme, die Straße einzusehen, zögert kurz, dann rennt er zügig über die Straße. Situationen wie solche beobachtet Michael Boldau seit drei Wochen immer wieder im Bereich der Grundschule Buckau,

wenn er seine Tochter in die Grundschule bringt, und wendet sich besorgt an die Volksstimme: „Täglich gibt es auf diesem Schulweg mehrere haarsträubende Situationen, die mich um das Leben meines Kindes bangen lassen“, schreibt er in einem Leserbrief. Es würden Überholabstände missachtet, die Spielstraße ignoriert, ständig in zweiter Reihe geparkt oder gleich auf den Bürgersteig gefahren, beklagt er. Die Erstklässlerin würde eigentlich gern selbst zur Schule gehen. „Und sie macht das auch gut“, sagt der Vater. Statt des Fahrrads nimmt sie den Roller, weil die Bürgersteige auf dem Weg zur Schule viel zu eng seien.

Einen Grund für die verschärfte Lage sieht Boldau auch in der Baustelle auf der Schönebecker Straße. Durch die Öffnung des Tores an der südlichen Karl-Schmidt-Straße zur Sandbreite würden Autofahrer die Strecke als Abkürzung zur Umleitungsstrecke sehen. „Das Anlieger-frei-Schild in der Coquistraße wird auch geflissentlich ignoriert“, ärgert er sich.

Er würde sich wünschen, dass die Polizei ab und an zu den Stoßzeiten Präsenz zeigt und das Ordnungsamt Falschparker bestraft. Dann würde sich die Situation wahrscheinlich schon verbessern. Boldau hat noch eine ältere Tochter, die bereits eine weiterführende Schule besucht, aber auch Schülerin der Grundschule Buckau war. Seiner Ansicht nach habe sich die Situation dort verschlechtert. „Es würde vielleicht schon reichen, wenn die Kollegen sich dort mit einem Bulli hinstellen und 30 Minuten einen Kaffee trinken“, vermutet Boldau.

Boldau sieht zudem auch die Eltern in der Pflicht. „Viele könnten ihre Kinder sicher auch zu Fuß bringen, aber dafür müsste ein Umdenken stattfinden“, sagt er.

Im vergangenen Jahr habe es im Bereich der Grundschule fünf Unfälle gegeben. Dabei habe es sich um Unfälle beim Ein- und Ausparken gehandelt, berichtet Sebastian Alisch vom Polizeirevier Magdeburg auf Volksstimme-Nachfrage. In diesem Jahr habe es bislang drei Unfälle gegeben, die ebenfalls auf Fehler beim Parken zurückzuführen seien, ergänzt Alisch. Im Rahmen der Schulwegsicherung sei zu Beginn dieses Schuljahres die Grundschule Buckau im Vergleich mit anderen Einrichtungen mit gefährlicheren örtlichen Voraussetzungen nicht als Schwerpunkt angesehen worden. Denn bislang sei die Karl-Schmidt-Straße eine Sackgasse gewesen. Unter den Regionalbereichsbeamten sei derzeit nur ein Kollege für den Bereich Altstadt/Buckau zuständig. Der Kollege sei beauftragt, Kontakt mit der Grundschule Buckau aufzunehmen und gegebenenfalls zukünftige Maßnahmen zur Schulwegsicherung und gegegebenenfalls Verkehrsüberwachung zu besprechen.

Die Stadtverwaltung hat bereits auf die Probleme im Bereich der Karl-Schmidt-Straße reagiert: Am Montag gab es die erste Geschwindigkeitskontrolle seit Schulbeginn im Bereich der Grundschule, berichtet Stadtsprecher Michael Reif. Von 6.47 Uhr bis 13.30 Uhr wurden insgesamt 153 Verstöße festgestellt. „Weitere Kontrollen – auch des ruhenden Verkehrs – werden folgen“, kündigt der Stadtsprecher an.

Der erhöhte Verkehr auf der Karl-Schmidt-Straße habe zwei Gründe: Zum einen sei derzeit das dortige Tor geöffnet, weil diese Strecke von zahlreichen Lastwagen genutzt werde, um zwei größere Baustellen in Buckau zu erreichen. „Eine andere Zufahrtsmöglichkeit für diese Lastwagen gibt es wegen der gesperrten Schönebecker Straße nicht“, so Reif. Jedoch würden auch viele Autofahrer diese Strecke als Abkürzung nutzen, um schneller vom beziehungsweise zum Schanzenweg zu kommen. Dadurch fahren diese ebenfalls direkt an der Schule vorbei.

Allerdings gibt Reif zu bedenken: „Im Vergleich zu vielen anderen Schulen ist die Verkehrssituation jedoch nicht problematischer.“ Sie sei vorher aber entspannter gewesen, weil die Karl-Schmidt-Straße bei geschlossenem Tor eine Sackgasse sei.

Zum anderen ignorieren einige Autofahrer die Umleitungsstrecken der gesperrten Schönebecker Straße, obwohl die Umleitungen deutlich ausgeschildert und auch schneller seien. Jene Fahrer würden damit auch die Beschilderung in der Coquistraße missachten, die aus beiden Richtungen als Sackgasse und mit einem Durchfahrtsverbot (außer Anlieger) ausgeschildert sei.

Die Schulleitung der Grundschule Buckau war gestern nicht zu erreichen.

Volksstimme Magdeburg

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