Tausende Schul-Laptops kaum nutzbar

Schulen im Land fehlen die Netzwerke / Lehrer-Rechner oft nicht vorinstalliert. Tausende Notebooks und Tablets haben Land und Kommunen über den Digitalpakt für die Schulen beschafft. Viele Geräte aber sind bis heute nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Mobile Endgeräte für Schüler und Lehrer sollten der Digitalisierung in Sachsen- Anhalts Klassenzimmern einen kräftigen Schub verleihen: Bundesweit 500 Millionen Euro standen über Sonderprogramme zum Digitalpakt für Schüler- und Lehrergeräte jeweils bereit. Zu Jahresbeginn waren so allein für Schüler in Sachsen-Anhalt bereits 30 000 Leih-Geräte beschafft. Trotzdem sind bis heute Tausende der neuen, mobilen Geräte in der Schule nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar. Das ergab eine Volksstimme- Umfrage unter Kreisen und großen Städten im Land: „Erst in wenigen Schulen existiert bereits ein eingerichtetes Schul- und Lehrernetzwerk“, schrieb etwa der Altmarkkreis Salzwedel. Erst in 12 von 17 Schulen des Kreises gibt es demnach die nötige Netzwerk- Verkabelung.

WLAN, ein Funkinternet in der Schule also, gebe es flächendeckend erst in drei Schulen, in sechs dagegen überhaupt nicht. „Die beschriebene Situation tritt auch in Halle auf, da einige Schulobjekte noch über keine oder unzureichende Verkabelung verfügen“, sagte Sprecher Drago Bock. „Erst nach Installation der benötigten Netzwerke können zusätzliche Geräte implementiert werden“, teilte auch der Kreis Börde mit. Die Verkabelung ist nicht das einzige Problem: Vor allem bei den Lehrergeräten kommt hinzu, dass das Land diese zentral und damit ohne die oft nötige Vorinstallation für die Schulen geliefert hat. Eine vollständige Einbindung der Geräte sei deshalb nicht möglich, teilte der Harzkreis mit – er allein hat fast 900 Geräte für Lehrer bekommen.

Durch die fehlende Einrichtung gingen „wichtige Funktionen verloren“. So könnten Lehrer Inhalte nicht mit den Schülern teilen. Denkbares Beispiel sind etwa Lehrer-Vorträge über Beamer. Ähnlich gelagerte Probleme geben auch Magdeburg, der Kreis Stendal oder Mansfeld- Südharz an. Magdeburg behilft sich mit eigenen IT-Leuten. Andere Kreise sehen sich indes auf ein angekündigtes Zusatzprogramm zum Digitalpakt angewiesen. Mit ihm sollen IT-Administratoren für die Schulen bezahlt werden. „Leider hat das Land die Förderrichtlinie bis heute nicht veröffentlicht“, sagte Stendals Kreissprecherin Angela Vogel.

Volksstimme Magdeburg

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