Testpflicht an Schulen ab Montag

Ohne negativen Schnelltest dürfen Schüler das Schulgelände dann nicht mehr betreten

Die Testpflicht kommt. Ab nächster Woche müssen alle Schüler einen negativen Schnelltest vorweisen, bevor der Unterricht beginnt. Wer einen falschen Test vorlegt, muss mit Bußgeld rechnen.

Alle Schüler in Sachsen-Anhalt müssen sich ab kommender Woche testen lassen, wenn sie das Schulgelände betreten wollen. Das kündigte das Bildungsministerium des Landes gestern an. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Testpflicht: • Wo können sich die Schüler testen lassen? In der Schule oder in einem Schnelltest-Zentrum. Das jedenfalls soll nach Vorstellungen von Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) die Regel sein. Möglich sein soll aber auch, dass Eltern die Test-Sets für ihre Kinder von der Schule abholen und dann zu Hause testen. Das Ergebnis müssen die Schüler dann vor Beginn des Präsenzunterrichts vorlegen. •

Wie oft wird getestet? Das negative Testergebnis darf nicht älter als drei Tage sein. Die Schüler müssen daher zwei Mal pro Woche einen Test machen. Weil die Schülerim derzeitigen Wechselunterricht nicht jedenTag an der Schule sind,reichen zwei feste Testtage an einigen Schulen nicht aus. Am Ökumenischen Domgymnasium Magdeburg, das freiwillig schon jetzt alle Schüler für den Präsenzunterricht testen lässt, sind es vier Tage die Woche. •

Wann genau wird getestet? Die Organisation der Tests ist den Schulen überlassen. Thekla Mayerhofer, Vorsitzende des Landesgrundschulverbandes, befürchtet längere Wartezeiten am Morgen. Sie schlägt vor, den Unterricht deswegen eine halbe Stunde später beginnen zu lassen. Das Magdeburger Domgymnasium testet laut Schulleiter Dietrich Lührs schon jetzt in den Klassenräumen vor Unterrichtsbeginn. Für die Schüler sei das bereits zur Routine geworden. Unterrichtsausfälle in größerem Maße gebe es dadurch nicht. Während Lehrer und Schüler auf das Ergebnis warteten, beginne der Unterricht. Schnelltests zeigen nach 15 bis 20 Minuten ein Ergebnis. Ähnlich läuft das auch an anderen Schulen im Land, etwa am Professor-FriedrichFörster-Gymnasium in Haldensleben.

Schulleiter Marco Ladewig betont dazu, dass ein Verschieben des Unterrichtsbeginns nicht ohne Weiteres möglich sei. Schließlich kämen die Schüler seines Gymnasiums mit Bussen aus mehr als 40 Ortschaften. •Wie wird verhindert, dass Schüler mit negativen Schnelltests anderer Personen in die Schule kommen und am Unterricht teilnehmen? Gefordert wird dann eine eidesstattliche Versicherung. Wer dort falsche Angaben macht und überführt wird, muss ab dem 19. April mit einem Bußgeld rechnen. Wie hoch es ausfallen wird, konnten die zuständigen Ministerien gestern noch nicht sagen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Tests manipuliert werden, da müssen wir einfach Vertrauen haben“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestern zu den Plänen. •

Was passiert, wenn Eltern nicht erlauben, dass ihre Kinder getestet werden? Dann können die Kinder nicht in die Schule gehen. Sie würden dann weiter digital unterrichtet werden, heißt es aus dem Bildungsministerium. Schulleiter Ladewig befürchtet dadurch einen Mehraufwand für Lehrer. Neben den sich stets abwechselnden digitalen Lerngruppen und den PräsenzLerngruppen könnte es so eine dritte Gruppe geben, die der Lehrer digital betreuen müsse. Auch von Seiten der GEW hieß es gestern, den Lehrern sei keine weitere Mehrarbeit zuzumuten. •

Wird die vermehrte Testung zu einer Quarantänewelle in den Schulen führen? Das ist nicht klar. Bisherige massenhafte Testungen an den Schulen im Land verweisen auf eher wenige symptomfreie Fälle unter den Schülern. Am Domgymnasium Magdeburg gab es laut Schulleiter Lührs bisher nur „eine Handvoll“ positiver Schnelltests von insgesamt rund 5000. Am Förster-Gymnasium in Haldensleben war laut Schulleiter Ladewig in der vergangenen Woche einer von rund 450 Tests positiv. Im Burgenlandkreis waren Mitte März von insgesamt 47882 Schülertests 23 positiv.

Volksstimme Magdeburg

8 Antworten auf „Testpflicht an Schulen ab Montag“

  1. Guten morgen, es ist sehr traurig, das mein Kind sich mehrere Male in der Woche ein Stäbchen in die Nase stecken muss, damit es zusammen mit anderen Kindern, seinen Freunden, im Klassenzimmer lernen darf.
    Traurig, mehr fällt mir dazu nicht ein.

  2. Ich kann nicht nachvollziehen wieso sie unsere Kinder darunter Leiden lassen, wenn die Politik versagt hat. Nichtmal die Politiker lassen sich jedesmal Testen wenn sie zu ihrer Arbeit gehen aber unseren Kindern dann sowas antun. Was muss das für eine schreckliche Kindheitserinnerung sein.Die Tests sind nicht sicher und gehören auf keinen Fall in Schulen oder Kitas. In welcher kranken Welt leben wir dass es soweit kommen musste. Hört endlich auf damit.

  3. Ich finde es einfach nur noch schlimm was entschieden wird. Und noch schlimmer zu Lasten unserer Kinder. Sorry da geh ich nicht mit. Mein Kind bleibt dann zuhause. Auch wenn es für alle Mehraufwand bedeutet, aber das tue ich meinen Kindern nicht an. Die haben sowieso schon eine schlimme Zeit seit letztem Jahr.

  4. Warum müssen unsere Kinder so wie wir darunter leiden, nur weil Ihr in allen Dingen versagt habt und uns in jeglicher Form was vorlügt…!!!
    Wie heißt das so schön…! „ Die Menschenwürde ist unantastbar“..!! Ha, was ich nicht lache…! Ihr dürft alles und wir sowie unsere Kinder dürfen nichts mehr..

  5. War nicht ursprünglich die Aussetzung der Präsenzpflicht für ängstliche Eltern gedacht? Warum müssen jetzt die, die ihre Kinder ohne Test in die Schule schicken möchten ihre Kinder zu Hause lassen?

  6. Auch ich werde meinen Kindern dieses testen nicht antun! Lasst die Kinder endlich in ruhe! Wir alle sind so in unserem Leben schon eingeschränkt und nun kommt auch in den Schulen die 2 Klassen Gesellschaft! Das darf und sollte so nicht sein! Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung! Da aber nun die testpflicht kommt spaltet ihr auch so die Gesellschaft noch mehr! Das geht und werde ich so nicht hin nehmen!

  7. Es macht mir wahnsinnig Angst, was hier in Deutschland passiert! Ich muss mich für das ,,Recht“ auf Bildung für mein Kind zu Dingen zwingen lassen, die mein Bauchgefühl und meine Verantwortung meiner allerwichtigsten Personen im Leben, MEINE Kinder, gegenüber keinesfalls zulassen! Schämt euch….schämt euch in Grund und Boden! Dass ihr alle kein Gewissen habt…oder Kinder, Enkelkinder!
    Hier geht es nicht mehr nur um ein kleines Wattestäbchen in der Nase, hier geht es um ganz andere Dinge!! Ich habe das Gefühl, man wolle mich erziehen….furchtbar!!!

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