Viertklässler in der Schule immer schwächer

Kultusminister sehen Schließungen während der Pandemie als Hauptgrund

Die Wirksamkeit von Schulschließungen auf die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus ist auch mehr als zwei Jahre nach Pandemiebeginn nicht geklärt. Das ist das Ergebnis des Berichts einer Expertenkommission der Bundesregierung zur Bewertung der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen.

Begründung: An den Schulen seien zeitgleich mehrere Maßnahmen eingeführt worden, so dass der Effekt einzelner Schritte nicht gemessen werden könne – darunter die Maskenpflicht im Schulgebäude oder Auflagen zu regelmäßigem Lüften. Das Urteil zum Tragen von Masken fällt – unabhängig vom Ort – indes eindeutig aus: Die Maske könne „ein wirksames Instrument“ sein. Aber: „Eine schlechtsitzende und nicht enganliegende Maske hat einen verminderten bis keinen Effekt“, so die Experten. Messbar verschlechtert haben sich über den Zeitraum Viertklässler in der Schule immer schwächer der Pandemie laut einer Studie im Auftrag der Kultusminister die Leistungen von Viertklässlern in Deutschland.

Der Untersuchung zufolge haben sie zunehmende Rechtschreib-, Lese- und Matheprobleme und sind im Vergleich zu Viertklässlern vor zehn Jahren deutlich zurückgefallen. Im Vergleich zur letzten Erhebung 2016 entsprächen die Kompetenzrückgänge im Lesen etwa einem Drittel, in Rechtschreibung und Mathematik einem Viertel eines Schuljahres. Verglichen mit 2011 seien es sogar Rückstände von rund einem halben Schuljahr. Grundlage waren Tests an fast 1500 Schulen bundesweit mit etwa 27 000 Viertklässlern zwischen April und August 2021.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sieht sich durch die Ergebnisse in ihrer Einschätzung bestätigt, dass „die Schulschließungen und Unter- richtseinschränkungen in der Corona-Zeit“ Schülerinnen und Schüler „erheblich zurückgeworfen“ hätten. Die Autoren der Studie vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) gehen davon aus, dass die Corona-Einschränkungen „zumindest teilweise“ verantwortlich sind. Sie schreiben aber auch, die „ungünstigen“ Entwicklungen ließen sich nicht eindeutig darauf zurückführen, da es auch schon zwischen 2011 und 2016 Verschlechterungen gab. Es sei nicht auszuschließen, dass sich diese im weiteren Verlauf auch ohne die Pandemie fortgesetzt hätten.

Volksstimme Magdeburg

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