Wahl für Einschüler bleibt eine Ausnahme

Sonderregelung für Erstklässler aus Beyendorf-Sohlen vorgesehen
Westerhüsen oder Reform? Diese mit einem Sternchen versehene Frage stellt sich für Familien aus Beyendorf-Sohlen, deren Kinder im Schuljahr 2022/23 eingeschult werden.

Den betroffenen Familien soll gemäß der Pläne der Stadtverwaltung im nächsten Jahr die Möglichkeit der Schulwahl eingeräumt werden. Grund dafür ist der Umbau der Grundschule „Europaschule Westerhüsen“, in welche die Jungen und Mädchen aus der Ortschaft seit dem laufenden Schuljahr 2020/21 eingeschult werden, wie Jessica Althaus vom Fachbereich Schule und Sport am Montag während der Ortschaftsratssitzung erklärte. Während der Modernisierung und Erweiterung des ältesten in Magdeburg noch genutzten Schulhauses nutzt die Einrichtung samt Hort den Schulstandort an der Bertolt-Brecht-Straße. Und zwar bis zum zweiten Quartal des Jahres 2024. Dann soll laut Planung die Westerhüser Grundschule wieder genutzt werden. Aufgrund der Auslagerung der Schule in den Stadtteil Leipziger Straße sowie der Besonderheit, „dass es sich bei den Kindern um Erstklässler handelt, die eine sehr lange Zeit diesen Standort besuchen würden, haben wir uns für die höchstwahrscheinlich einmalige Möglichkeit der Schulwahl entschieden“, so Jessica Althaus.

Jedes Jahr prüft die Stadtverwaltung, wie die Grundschulbezirke am besten für die Erstklässler angepasst werden müssen: Die Kinder sollen möglichst kurz Schulwege zurücklegen müssen, sichere Strecken zum Unterricht haben, und die Klassen sollen möglichst nicht mehr als 22 Schüler haben. Die Wahlmöglichkeit könne angeboten werden, da für das besagte Schuljahr eine im Vergleich zu anderen Jahrgängen geringere Einschülerzahl zu erwarten sei, so die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Im Schuljahr 2022/23 werden laut aktueller Zahlen 2112 Erstklässler stadtweit eingeschult – 13 von ihnen wohnen in Beyendorf-Sohlen. Zum Vergleich: Ein Jahr später sind es insgesamt etwa 200 Schüler mehr, „so dass wir wieder auf jeden Grundschulplatz angewiesen sind und es sehr wahrscheinlich ist, dass es dann wieder eine Festlegung der Schulen geben und es wohl wieder Westerhüsen sein wird“.

Für die Einschüler aus der Ortschaft wurden vorsorglich Plätze in der Ganztagsgrundschule Lindenhof am Neptunweg (acht Plätze) und eben an der Westerhüser Schule und damit am Ausweichstandort Bertolt-Brecht-Straße (elf) reserviert. Nach wie vor können sich Familien auch gegen eine kommunale Einrichtung und für einen freien Träger entscheiden. Das gilt auch für die Möglichkeit, einen Antrag auf Beschulung außerhalb des Schulbezirkes zu stellen.

Die Ratsmitglieder um Ortsbürgermeister Niko Zenker (SPD) trieb während des Austauschs die Frage um, ob die geplante Bauzeit für die Erweiterung der Grundschule in Westerhüsen eingehalten werden kann. Coronabedingt kam es beispielsweise bei der Sanierung der Ernst-Wille-Schule in Ottersleben (nutzte bis Herbst 2020 den Standort Bertolt-Brecht-Straße als Ausweichquartier) zu einer zeitlichen Verzögerung. Denn unabhängig von der Erstklässlern steht fest, dass diejenigen Kinder, die bereits die Schule im benachbarten Stadtteil besuchen, auf jeden Fall von der Auslagerung an die Bertolt-Brecht-Straße betroffen sein werden. Wobei der Schülerverkehr dorthin in Absprache mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) laut Jessica Althaus sichergestellt sei. Allerdings kann das Vorhaben nicht realisiert werden, direkt vor der Bertolt-Brecht-Schule eine Haltestelle einzurichten, „denn dafür ist die Straße zu eng“.

Am 18. Februar entscheidet der Stadtrat bei seiner Sitzung über die Schulbezirke.

Volksstimme Magdeburg

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