Wann die CO₂-Ampeln in die Klassen kommen

Stadt setzt neben den Geräten zur Messung der Luftqualität in den Schulen auch auf 150 000 Tests pro Woche

Auch wenn Kinder und Jugendliche inzwischen gegen das Coronavirus geimpft werden können – auch bei ihnen gibt es Impfdurchbrüche. Und überhaupt sind viele Heranwachsende noch nicht geimpft – sei es, dass sie noch keinen Impftermin bekommen haben, sei es, dass sie oder ihre Eltern zurückhaltend in Sachen Corona-Schutzimpfung sind.

Dementsprechend müssen gerade Kinder und Jugendliche nach wie vor besondere Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen beachten. Denn dass auch sie sich leicht mit Corona infizieren können, zeigen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts: Mit Stand vom gestrigen Morgen waren in Magdeburg in den vergangenen Monaten insgesamt 1623 Jungen und 1511 Mädchen im Alter von 5 bis 14 Jahren mit einer Corona-Infektion diagnostiziert worden.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, gelten nach wie vor das Abstandhalten und das kräftige Lüften von Räumen als wirksame Mittel. Das mit dem Lüften hat gerade ab den Herbstmonaten nur einen Haken: Die Klassenräume sind schnell ausgekühlt, und Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche frieren. Seit Monaten ist zwar klar, dass Magdeburg vom Bund keine Unterstützung für die kostenintensiven Raumluftfilter bekommt – da sich alle Schulräume in Magdeburg gut lüften lassen.

Wohl aber gibt es Unterstützung, CO₂-Ampeln anzuschaffen. Mehr als anderthalb Jahre nach den ersten Schulschließungen fließen die Fördermittel nun, und die Stadt konnte die entsprechenden Geräte bestellen. Wie Kerstin Richter, Leiterin des Fachbereichs Schule und Sport, berichtete, sind die Bestellungen jetzt ausgelöst. Zwei Firmen werden die Ausstattung für alle Klassenräume in Magdeburg liefern. Die ersten Schulen sollen Ende Januar ausgestattet werden, die letzten sollen Ende Februar an der Reihe sein. Voraussetzung sei, dass die Produzenten nicht zwischendurch von Materialengpässen ausgebremst werden.

Mit den CO₂-Ampeln wird der Kohlendioxid-Gehalt in der Luft gemessen, der als Indiz dafür gilt, wie verbraucht diese ist und ob sich entsprechend die Menge der Viren in ihr erhöht haben könnte. Ist ein zuvor festgelegter Kohlendioxidwert in der Raumluft erreicht, zeigt die Ampel an, dass es an der Zeit zum Lüften ist.

Daneben werden an den rund 90 Schulen in Magdeburg pro Woche derzeit rund 150 000 Tests für die Kinder und Jugendlichen benötigt. Bislang stehe genügend Material zur Verfügung, so Kerstin Richter. Allerdings habe die Stadt mehr Mitarbeiter und zusätzliche Fahrzeuge abstellen müssen, um die Auslieferung bewältigen zu können. Nebenbei führen die täglichen Tests auch zu einem anderen Aufwand.

Wie Thorben Rang vom Stadtschülerrat Magdeburg berichtet, gibt es von Schulen wie dem Ökumenischen Domgymnasium inzwischen eigene Fahrten, um die gebrauchten Tests zu entsorgen. Und Stefan Matz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Schule und Sport, sagt, dass an einer Reihe von Schulen zusätzliche Müllbehälter für die benutzten Tests aufgestellt werden. Dieser Corona- Test-Müll wird wie der übrige Magdeburger Hausmüll im Müllheizkraftwerk entsorgt.

Volksstimme Magdeburg

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