Unterrichtsausfall auf Rekordniveau?

Der Bildungsexperte und Fraktionschef der Linken im Landtag, Thomas Lippmann, prognostiziert einen neuen Höchststand beim Unterrichtsausfall an den Schulen. Es sei damit zu rechnen, dass in diesem Schuljahr mindestens 700.000 geplante Unterrichtsstunden „nicht regulär vertreten“ würden, erklärte Lippmann am Montag.

Als Grundlage seiner Berechnungen nannte er Zahlen, die das Bildungsministerium in mehreren Kleinen Anfragen der Linken mitgeteilt hatte. Der Umfang des regulär erteilten Unterrichts, der bei den Schülern tatsächlich ankomme, befinde sich seit vier Jahren im Sinkflug, sagte Lippmann. „Im laufenden Schuljahr werden dabei erneut alle bisherigen Negativrekorde gebrochen.“ „Unterrichtsausfall auf Rekordniveau?“ weiterlesen

Zwangsgeld für Eltern von Schwänzern

187 Mal griffen Richter auch 2017 zum letzten Mittel. Nachdem Gespräche, Bußgelder und Arbeitsstunden keine Wirkung zeigten, schickten sie Schulschwänzer in den Jugendarrest. Die maximal einwöchige Sanktion ist seit Jahren umstritten. Die SPD hätte sie am liebsten schon 2013 abgeschafft. In den Verhandlungen über ein neues Schulgesetz haben SPD und Grüne nun einen neuen Anlauf gestartet. „Der Arrest bringt Schwänzer nicht in die Schule und führt mit dazu, dass Schüler die Schule ohne Schulabschluss verlassen“, sagt Bildungsexpertin Angela Kolb-Janssen. Die SPD-Politikerin beruft sich auf einen Passus im Koalitionsvertrag. Darin heißt es: „Schulschwänzer gehören in die Schule, nicht in den Jugendarrest.“ „Zwangsgeld für Eltern von Schwänzern“ weiterlesen

Russisch auf dem Rückzug

Sachsen-Anhalts Schüler belegen immer häufiger Spanisch – wenn sie die Wahl haben. Der einstige Fremdsprachen-Primus Russisch ist in Sachsen-Anhalt auf dem Rückzug. Schüler können stattdessen wählen – wenn es die benötigten Fachlehrer gibt.

Bis zum Ende der DDR war Russisch verordnet erste Fremdsprache im Land. Alle Schüler ab der fünften Klasse mussten kyrillische Buchstaben und lange Vokabeln mit „Sch“-Lauten pauken. Unvergessen Wortungetüme wie Dostoprimetschatjelnostj (zu Deutsch nicht weniger kompliziert: Sehenswürdigkeit). „Die Anwendung glich oft eher Trockenschwimmen“, erzählt Bildungsminister Marco Tullner (CDU) aus eigener Erfahrung. Englisch als Sprache des Klassenfeinds wurde erst ab der siebten Klase gelehrt, mancherorts auch nur Französisch. Heute bestünden für Schüler glücklicherweise ganz andere Möglichkeiten, sagt Tullner. Doch stimmt das so? Ein Blick ins Land 28 Jahre nach der Wende:

Richtig ist: Den Status der ersten Fremdsprache büßte die Sprache von Dostojewski und Tolstoi nach 1990 rasch ein. Neuer Primus: Das Englische. „Russisch auf dem Rückzug“ weiterlesen

Land sucht 120 weitere Lehrer

Sachsen-Anhalt schreibt 120 weitere Lehrerstellen an allgemeinbildenden Schulen aus. Hinzu kommen 10 Stellen an berufsbildenden Schulen, teilte das Bildungsministerium mit. Bewerbungen sind bis zum 15. März möglich. Zuletzt hatte das Land Probleme, ausgeschriebene Lehrerstellen auch zu besetzen. Ende 2017 waren 245 Stellen ausgeschrieben worden, Zusagen erhielt man aber nur für 176 Stellen. Besonders an Sekundarschulen und im ländlichen Raum blieben Stellen unbesetzt.

Volksstimme Magdeburg 06.03.2018

Bildungsminister nimmt neue Schultechnik ab

Für über 212 000 Euro, davon 75 Prozent öffentliche Mittel, konnte die Dreisprachige Internationale Grundschule Magdeburg mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet werden. So wurden u. a. die Netzwerk- und Servertechnik erneuert, interaktive Touch-Displays für alle Klassenräume eingerichtet und die Softwareausstattung angepasst.

Bildungsminister Marco Tullner überzeugte sich am Donnerstag im Rahmen eines Schulbesuches von der technologischen Umsetzung an der Schule, die sich in Trägerschaft der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis befindet. „Bildungsminister nimmt neue Schultechnik ab“ weiterlesen

500 000 Stunden Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt

An Sachsen-Anhalts Schulen sind im vergangenen Schuljahr mehr als 493 000 Stunden ausgefallen. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Andreas Mrosek hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert um 80 000. Am stärksten betroffen waren Grundschulen (+ 20 000). „Fast eine halbe Million Ausfallstunden sind völlig inakzeptabel“, sagte Mrosek. Die Kenia-Koalition sei weder willig noch fähig, das Problem zu lösen. „500 000 Stunden Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt“ weiterlesen

„Wir produzieren Sozialhilfeempfänger von morgen“

Landes-Behindertenbeauftragter kritisiert Bildungsminister“Wir produzieren Sozialhilfeempfänger von morgen“

Eine Hortbetreuung ist in Sachsen-Anhalt nur bis zum 14. Lebensjahr durch das Kinderförderungsgesetz (KiFöG) gesichert. Der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Adrian Maerevoet, erklärt, warum die derzeitige Bildungspolitik einen falschen Ansatz verfolgt und wie junge Menschen mit Handicaps behindert werden.

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Milliarden-Paket für Schulen

Tullner hofft auf Schub für Digitalisierung / Die Linke fordert mehr Geld
Magdeburg l Im Fall einer neuen Großen Koalition wollen CDU, CSU und SPD das Thema Bildung zu deren „Flagschiff“ machen. Die Unterhändler haben sich auf ein insgesamt elf Milliarden Euro schweres Paket geeinigt. Zwei Milliarden sollen allein in den Ausbau von Ganztagsschulen fließen, fünf Milliarden in die IT-Ausstattung von Schulen.

Bildung ist eigentlich Ländersache. Der Bund darf bislang nur finanzschwache Kommunen unterstützen, bekannt als Kooperationsverbot. CDU, CSU und SPD wollen die Regelung lockern, dafür ist eine Änderung des Grundgesetzes nötig. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) wertet die Ergebnisse als positives Signal. „Milliarden-Paket für Schulen“ weiterlesen

Land schafft 1000 neue Lehrerstellen

Parlament beschließt Sofort-Paket gegen den Pädagogen-Mangel

Der Druck einer Volksinitiative gegen den Lehrermangel trägt Früchte: Bildungsminister Marco Tullner will 2018 gleich 1000 Lehrer einstellen. Von Alexander Walter

Magdeburg l Es sollte der Tag der Volksinitiative werden, es wurde der Tag des Bildungsministers. Vor der Abstimmung über die Anliegen eines Bündnisses für mehr Personal in den Schulen überraschte Marco Tullner (CDU) im Landtag gestern mit einem Vorstoß. Erstmals will er 2018 binnen eines Jahres mehr als 1000 neue Lehrer einstellen. Das wären bis zu 400 mehr als geplant. Das Ziel der Koalition, 14 500 Lehrerstellen bis 2021 zu besetzen, will Tullner so schon Anfang 2019 erreichen – und bei Bedarf weiter anpassen. „Land schafft 1000 neue Lehrerstellen“ weiterlesen

Linke wirft Tullner Verlogenheit vor

Magdeburg (aw) l Für Äußerungen zur Zukunft der Förderschulen erntet Bildungsminister Marco Tullner (CDU) harsche Kritik von der Opposition. „Die Behauptung, die Förderschulen stärken zu wollen, ist an Verlogenheit nicht zu überbieten“, sagte Linken-Fraktionschef Thomas Lippmann. In keiner anderen Schulform seien Unterrichtsausfall (9 Prozent) und Krankenstand der Lehrer (10 Prozent) ähnlich hoch. Dabei sei es Tullners Aufgabe als Chef des Schulsystems, die Voraussetzungen für die nötige Unterstützung von Förderschülern zu schaffen. Das Ministerium wies Kritik zurück. „Probleme haben wir nie bestritten“, sagte Sprecher Stefan Thurmann. Das entbinde aber nicht von der Pflicht, sich Gedanken über die Zukunft der Schulform zu machen. Förderschulen würden zudem etwa bei Stellen-Ausschreibungen verstärkt berücksichtigt.

Tullner hatte zuletzt erklärt: Die Idee, dass alle Kinder dieselbe Schule besuchen müssen, sei eine Überinterpretation der Behindertenrechtskonvention. Eine Förderung sei wegen des allgemeinen Personalmangels an Förderschulen oft besser möglich. Im Dezember hatte Tullner ein Förderschulkonzept vorgelegt. Darin bekennt er sich zum Erhalt der Schulform.

Volksstimme Magdeburg 11.01.2018