Herausforderung Heim-Lernen

Magdeburger Stadtelternrat beklagt große Unterschiede beim Unterricht zu Hause
Das Lernen zu Hause stellt in Zeiten der Corona-Krise und geschlossenen Schulen für Schüler, Eltern und Lehrer eine Herausforderung dar. Der Stadtelternrat Magdeburg sieht hier großes Engagement auf allen Seiten, allerdings auch große Unterschiede in Herangehensweise und Qualität.

Seit mehr als drei Wochen sind Magdeburgs Schulen geschlossen. Die Kinder und Jugendlichen müssen sich selbst am heimischen Schreibtisch Lehrstoff aneignen und von ihren Lehrern gestellte Hausaufgaben abarbeiten. „Für Kinder und Eltern ist das Home-Schooling eine echte Herausforderung und für die meisten sehr anstrengend. Den Kindern fehlen die Freunde, die Pausen zum Toben, Bewegung und der Hort – und die Eltern müssen zu dem oft organisatorisch anspruchsvoll gewordenen eigenen Job noch die Lehrer ersetzen – je mehr Kinder umso mehr Zusatzarbeit“, weiß Annette Kirstein, die Vorsitzende des Stadtelternrates Magdeburg.

Seit mehr als drei Wochen sind Magdeburgs Schulen geschlossen, die Kinder müssen zu Hause lernen und von der Schule aufgegebene Arbeiten erledigen.Foto: Ivar Lüthe
„Herausforderung Heim-Lernen“ weiterlesen

Digitales Lernen frustriert Eltern und Schüler

Lehrergewerkschaft fordert Zensuren-Stopp
Drei Wochen nach Schließung der Schulen wächst in vielen Familien der Frust. Eltern berichten von Aufgabenflut, fehlender Technik und mangelnden Vorgaben zur Tages-Struktur. Gewerkschaft GEW und Elternrat fordern, die Notengebung auszusetzen.

Selten bekommen Facebook-Veröffentlichungen des Landeselternrats so viel Zuspruch: Mehr als 660 Mal wurde bis gestern eine Betroffenen-Schilderung zum häuslichen Schulalltag in Corona-Zeiten von Nutzern geteilt. Darin beschreibt eine Mutter, selbst Lehrerin in Sachsen-Anhalt, die Bedingungen des aktuellen Unterrichts für ihre Söhne: „Ich fühle mich absolut überfordert“, schreibt die Frau, die ungenannt bleiben will. „Ja, die Situation ist für alle neu, wir müssen uns umstellen. Trotzdem ist der Druck, der zum Teil ausgeübt wird, enorm.“

„Digitales Lernen frustriert Eltern und Schüler“ weiterlesen

Musikstunde mit Laptop und Mobiltelefon

Lehrer und Schüler einer Neustädter Musikschule meistern Herausforderungen durch Abstand

Durch die geschlossene Tür dringen gut verständliche Anweisungen. „Nicht zu schnell und die Achtel gleichmäßiger spielen!“ – eigentlich eine Unterrichtssituation wie an einem gewöhnlichen Nachmittag im Musik-Treff-Punkt am Magdeburger Nicolaiplatz. Doch im Flurbereich sitzen keine wartenden Schüler, und die Unterrichtsräume der Musikschule sind leer. Schulleiter Martin Steinhoff ist umgezogen und unterrichtet unter völlig neuen, nämlich interaktiven Umständen im heimischen Musikkeller.

„Corona-Office“ nennt der Klavier- und Keyboardlehrer sein Unterrichtsangebot. Er ist per Live-Chat mit seinen Schülern verbunden. Im virtuellen Unterrichtsraum nutzen seine Schützlinge ihr Handy oder den Laptop. Die Geräte werden seitlich ihrer Instrumente aufgebaut, so dass beide Hände und die Klaviatur beim Spielen gut zu sehen sind. WhatsApp bzw. Skype machen nun das Lehren und Lernen möglich.

„Musikstunde mit Laptop und Mobiltelefon“ weiterlesen

Der Online-Lehrer

In Zeiten geschlossener Schulen produziert ein Hallenser Youtube-Filme für seine Schüler
Wie unterrichten in Zeiten coronabedingter Schulschließungen? Lehrer Stephan Baier geht jeden Tag ins heimische Online-Filmstudio. Vom Dachgeschoss aus erklärt er seinen Schülern die Physik von Raum und Zeit. Anschauen macht auch Erwachsenen Spaß.

Wer in Kindertagen „Die Sendung mit der Maus“ oder „logo“ gesehen hat, fühlt sich bei den Filmen von Stephan Baier unweigerlich daran erinnert. Ganz wie im Fernsehstudio steht da ein gut gelaunter Moderator und erklärt den jungen Zuschauern, wie die Welt da draußen funktioniert. In einem Stream zur Relativitätstheorie Albert Einsteins erfährt der Zuschauer etwa, dass ein Körper immer schwerer wird, je schneller er sich bewegt. Bis er kurz vor der Lichtgeschwindigkeit – der höchstmöglichen Geschwindigkeit im Universum – quasi unendlich schwer würde.

https://www.e-pages.dk/volksstimme/30181/assets/a282503881i0013_max1024x.jpg

„Der Online-Lehrer“ weiterlesen

Streit um Abi-Vorklausuren

Schüler sollen ab dieser Woche Arbeiten schreiben / Gewerkschaft: „Das ist fahrlässig“ / Abi-Prüfungen ab 4. Mai

Trotz Pandemie-bedingter Schulschließungen: Ab dieser Woche sollen Sachsen-Anhalts Gymnasien ausstehende Klausuren des letzten Abi-Kurshalbjahres, darunter Vorprüfungen, schreiben lassen. Wegen der Schulschließungen der vergangenen Wochen seien solche Arbeiten in etwa der Hälfte der Schulen noch zu absolvieren, teilte das Bildungsministerium gestern mit. Mehrere tausend Schüler dürften betroffen sein. Bei den Prüfungen müssen die Schulen geltende Sicherheitsauflagen einhalten, betonte Ministeriumssprecher Stefan Thurmann. Die Einrichtungen hätten aber die Möglichkeit alternativ zu Klausuren besondere Lernleistungen, wie Hausarbeiten, zu benoten. Die Gewerkschaft GEW kritisiert den Plan: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das fahrlässig“, warnte Landeschefin Eva Gerth. Vornoten könne man ohne die noch ausstehenden Klausuren vergeben. Gestern gab das Ministerium auch die Termine für die schriftlichen Abi-Prüfungen bekannt. Sie sollen in zwei wählbaren Runden ab 4. Mai sowie ab 2. Juni stattfinden.

Volksstimme Magdeburg

„Ich will in die Schule zurück!“

Eltern wünschen sich von der Verwaltung kreative Lehrkonzepte für ihre Kinder
Die allgemeinen Schulschließungen stellen viele Eltern jeden Tag vor neue Probleme. Es zeigt sich, dass gemeinsames Lernen mit einem Pädagogen unersetzlich ist. Für die „Zuhause-Schule“ fehlen auch praktikable Konzepte. Die Wissensvermittlung bleibt nicht selten auf der Strecke.

Jeder, der schulpflichtige Kinder hat, hat in den letzten 14 Tagen erlebt, was es für Schüler und Eltern bedeutet, Schule zu Hause stattfinden zu lassen. Für Eltern, Schüler und Lehrer ist es eine Herausforderung und enorme zusätzliche Belastung, von einem Tag auf den anderen diese Umstellung zu organisieren.

„„Ich will in die Schule zurück!““ weiterlesen

„Wir sollten überlegen, was Schüler umtreibt“

Der Leiter der Evangelischen Sekundarschule über seine Erfahrungen aus der coronabedingten nach Hause verlagerten Schule als Lernort

Die letzten beiden Wochen haben gezeigt, was wir Lehrenden dieses Landes zu leisten vermögen. In kürzester Zeit haben Schulen Notbetreuungspläne organisiert, lehrplangemäße Aufgaben erstellt und auf unterschiedlichsten Wegen zu den Haushalten der Schülerinnen und Schüler gesandt. Es hagelt geradezu auf die Elternhäuser ein: digitale Lernangebote, Dokumenten-Uploads, Selbststudium und die Aufforderung, neue Inhalte selbstständig zu erarbeiten, oft garniert mit dem Hinweis, dass Bewertungen weiterlaufen und klar gesetzte Fristen „einzuhalten sind“.

„„Wir sollten überlegen, was Schüler umtreibt““ weiterlesen

Mehr Schüler in Notbetreuung des Landes

In der zweiten Woche pandemie-bedingter Schulschließungen in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Schüler in staatlicher Notbetreuung gestiegen. Wurden in der ersten Woche noch 571 Grundschüler betreut, stieg die Zahl jetzt auf 700, teilte Bildungsministeriums-Sprecher, Stefan Thurmann, gestern mit. In Förderschulen wuchs die Zahl von 58 auf 74.

Die Inanspruchnahme bleibt dennoch auf niedrigem Niveau. Bei landesweit 448 Grundschulen kommen statistisch nur zwei betreute Kinder auf eine Einrichtung. Normalerweise besuchen rund 69 000 Schüler Sachsen-Anhalts Grundschulen. Die Notbetreuung wird damit lediglich von einem Prozent der Schüler in Anspruch genommen. Noch weniger genutzt wird das Angebot an den weiterführenden Schulen. Landesweit wurden in dieser Woche neun Schüler an Sekundarschulen, sieben an Gemeinschaftsschulen und fünf an Gymnasien betreut.

Anspruch auf Notbetreuung haben Familien, in denen ein Elternteil im medizinischen, pflegerischen oder pharmazeutischen Bereich arbeitet. Auch Familien, in denen beide Eltern in kritischen Einrichtungen wie Polizei oder Feuerwehr arbeiten, können das Angebot nutzen.

Volksstimme Magdeburg

Alle Bundesländer einig: Abitur gibt es nur mit Prüfung

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat die Einigung mit seinen Amtskollegen auf ein Festhalten an Abiturprüfungen trotz Corona-Pandemie begrüßt. Die Vergleichbarkeit des Abiturs bleibe damit auch in Krisenzeiten gewährleistet. Damit werde garantiert, dass für das Abitur gleiche Maßstäbe angelegt würden. Zuvor hatte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bei ihren Amtskollegen für viel Kritik gesorgt, weil sie im Alleingang die Abiturprüfungen in ihrem Land absagen wollte.

Auch Tullner äußerte sein Unverständnis über diesen Schritt und forderte eine gemeinsame Lösung der Länder. Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, die Abiturprüfungen zu verschieben und allen rund 5700 Jugendlichen die Wahl zu lassen, ob sie die ersten Termine oder eine zweite Runde im Juni für ihre Abschlussprüfungen nutzen. Ursprünglich war der Start für den 27. April vorgesehen. Wann es jetzt losgeht, soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Volksstimme Magdeburg

Schule an Schüler

Editha-Gymnasium setzt in der Zwangspause auf den Unterricht über das Internet
In ganz Deutschland ruht der Schulbetrieb. Doch der Unterricht muss weitergehen. Viele Schulen nutzen daher das Internet. Beispiel Editha-Gymnasium: Hier werden nicht nur Aufgaben verteilt. Es gibt auch Sprechstunden und Tests.

Ausnahmezustand – und man hört nichts. Wenn es zur Pause geklingelt hat, bleiben die Gänge des Editha-Gymnasiums am Lorenzweg leer. Hier wie in den anderen Schulen in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas.

Auf der Homepage der Schule sind zunächst Bilder von Lehrern und weiteren Mitarbeitern der Schule in einer Collage zu sehen. Sie alle zeigen auf ihrem Foto ein Wort, und zusammen richten sie einen Gruß an ihre Schüler: „Wir finden es toll, dass Ihr das Homeschooling rockt und von zu Hause aus durchhaltet. Leben retten war noch nie so einfach! Bleibt solidarisch! Stay@home #bleibt gesund Eure Lehrer“.

„Schule an Schüler“ weiterlesen