Sachsen-Anhalt schafft Tafelwerk in Schulen ab

Ab 2025 ist das Tafelwerk in Prüfungen in Sachsen-Anhalt nicht mehr zugelassen. Neue Formelsammlungen sollen es ersetzen. Vieles ist dabei bislang unklar – so zum Beispiel, welche Fächer eine eigene Sammlung erhalten. Die Gewerkschaft GEW kritisiert die Pläne.

Volksstimme Magdeburg

Vorbereitung zur Schulmesse im November

Ausgerichtet vom Magdeburger Stadtelternrat findet bei freiem Eintritt am 19. November von 10 bis 14 Uhr in Messehalle 1 die Magdeburger Schulmesse statt. Wie Stadtelternratsvorsitzende Annette Kirstein berichtet, ist der Anmeldestand für Mitte September gut: Bislang hätten 16 Schulen ihr Kommen zugesagt. Bei weiteren steht die Antwort noch aus. Auf der Messe stellen sich Magdeburger weiterführende Schulen in öffentlicher oder freier Trägerschaft sowie einige der privaten Grundschulen vor.

Die Familien haben so die Möglichkeit, die vielfältige Schullandschaft in Magdeburg versammelt an einer Stelle kennenzulernen. Auch verschiedene für den Schulbesuch bedeutsame Beratungsstellen und zusätzliche Lernangebote geben wertvolle Informationen. Kinder und Jugendliche aus den mit ihren Ständen vertretenen Schulen verkaufen Snacks und Getränke und berichten über ihren Schulalltag.

Die Besucher können sich unter anderem einen Überblick darüber verschaffen, welche Schulformen in Magdeburg vertreten sind, welche Schwerpunkte und Konzepte hinter den einzelnen Einrichtungen stehen und ob der Einstieg in eine Grundschule in freier Trägerschaft vielleicht die richtige Lösung ist. Die Schulmesse ist eine Veranstaltung mit Tradition in der Landeshauptstadt. In früheren Jahren hatte sie in der Stadtbibliothek stattgefunden, war aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse zuletzt aber in eine Messehalle gewechselt.

Volksstimme Magdeburg

Land schreibt 1000 Stellen für Lehrer aus

Sachsen-Anhalt hat eine neue Ausschreibungsrunde zur Einstellung von Lehrern gestartet. Insgesamt seien 992 Stellen ausgeschrieben worden, teilte das Bildungsministerium am Wochenende auf Volksstimme- Anfrage mit. Bewerbungsschluss ist der 3. Oktober. Mit der Ausschreibung greift eine Neuregelung: Erstmals können Seiteneinsteiger mit einem Bachelor-Abschluss, aus dem kein Fach abgeleitet werden kann, entfristet werden, wenn sie ein Probejahr bestehen.

Dafür müssen sie sich verpflichten, sich in Sekundarschulfächern zu qualifizieren. Die meisten Stellen sind an Sekundarschulen ausgeschrieben (348), gefolgt von Grundschulen (175) und Gymnasien (164). An den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen ist die Personalnot auch besonders groß: Landesweit lag die Unterrichtsversorgung bereits im vergangenen Herbst an der Hälfte der 148 Einrichtungen unter 90 Prozent.

Das schwarzrot- gelbe Regierungsbündnis hat sich 103 Prozent als Ziel in den Koalitionsvertrag geschrieben. Bis Anfang September hat das Land in diesem Jahr laut Ministerium bereits 758 Lehrer sowie 349 Seiteneinsteiger eingestellt. Bei früheren Ausschreibungsrunden waren wiederholt viele Stellen unbesetzt geblieben.

Volksstimme Magdeburg

Streit zur Lernförderung ist beigelegt

Die Stadtverwaltung will ihren Ermessensspielraum bei der Bewilligung von Zuschüssen zur außerschulischen Lernförderung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien künftig weitestgehend im Sinne der Kinder ausschöpfen. Das ist Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen Stadtrat und Verwaltung nach einem Ratsbeschluss im Februar. Auf Antrag der Linken hatte damals eine Ratsmehrheit einer künftig großzügigeren Bewilligung einer Kostenübernahme von Nachhilfestunden für Kinder bedürftiger Familien zugestimmt. Die Verwaltung verweigerte die Umsetzung des Beschlusses mit Verweis aufs Bundesrecht. Weil zur Lernförderung Bundesfördergeld weitergereicht wird (Mittel aus dem Programm „Bildung und Teilhabe“) sei die Stadt an Bundeskriterien zur Bewilligung gebunden.

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Immer mehr verspätete Einschulungen

Die Zahl der Kinder in Sachsen-Anhalt, die aufgrund von Entwicklungsdefiziten verspätet eingeschult wurden, haben sich von 291 im Jahr Schuljahr 2010/11 auf 822 im Schuljahr 2021/22 erhöht – eine Steigerung binnen zehn Jahre von über 180 Prozent. Diese „bedrückende Zahl“ ergibt sich aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Gordon Köhler. Besondere Defizite habe es vor allem in den Bereichen „Grammatik“ und „Artikulation“ gegeben.

Volksstimme Magdeburg

Noch mehr Unterricht auf der Kippe

Lehrermangel in Sachsen-Anhalt groß wie nie / Maskenpflicht und Tests entfallen

Für rund 209000 Schüler in Sachsen-Anhalt beginnt morgen nach sechs Wochen Sommerferien das neue Schuljahr. Die Personalnot an den Schulen wird dabei groß wie nie sein, räumt Bildungsministerin Eva Feußner ein. Auch die Corona-Pandemie und die Energiekrise zählt Feußner zu den Herausforderungen des neuen Schuljahres.

Nach jahrelanger Talfahrt wird die Personalausstattung an Sachsen-Anhalts Schulen im neuen Schuljahr einen weiteren Negativrekord erreichen: Die Unterrichtsversorgung dürfte über alle Schulformen hinweg nur noch bei 92 Prozentliegen, sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) gestern in Magdeburg. 267 Schulen (34 Prozent) der rund 870 Schulen im Land erreichen demnach nicht einmal mehr den Wert von 90 Prozent. Schulformbezogene Zahlen lägen zwar noch nicht vor. „Sie können aber davon ausgehen, dass die Sekundar-, Gemeinschafts- und Förderschulen besonders betroffen sind“, sagte Feußner.

Die Unterrichtsversorgung gilt als zentrale Größe für die Personalausstattung der Schulen – und als Gradmesser für den Lehrermangel im Land. Im vergangenen Jahr hatte der Wert noch bei 94 Prozent gelegen. Ziel der Koalition aus CDU, SPD, FDP sind 103 Prozent, um Unterricht auch bei Erkrankung oder Klassenfahrten von Kollegen vertreten zu können. Noch seien die Zahlen vage, betonte die Ministerin. Sie räumte aber ein, es sei erneut mit mehr Unterrichtsausfall zu rechnen. Feußner verwies auf Gegenmaßnahmen. So habe das Land in diesem Jahr 758 Lehrer eingestellt, hinzu kämen 349 Seiteneinsteiger. Weil gleichzeitig aber 700 bis 1000 Lehrer pro Jahr aus dem Beruf ausscheiden und die Schülerzahlen auf 209000 steigen (um knapp 9000), fällt die Gesamt-Bilanz negativ aus. Wegen der Lage und wegen der Ansiedlung des Chipriesen Intel in Magdeburg strebe sie als eine Antwort die Aufstockung der Lehramtsausbildung auch an der Universität Magdeburg an, sagte Feußner.

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Fast die Hälfte wechselt ans Gymnasium

Daneben spielen in Magdeburg Gemeinschafts- und Integrierte Gesamtschulen beim Übergang in die fünfte Klasse eine wichtige Rolle

Morgen enden in Sachsen-Anhalt die Sommerferien und der Unterricht beginnt wieder. Mit dem Blick auf das vergangene Schuljahr wird deutlich: Mit 49,2 Prozent wählen nirgendwo sonst in Sachsen- Anhalt die Familien so vieler Viertklässler für ihre Sprösslinge einen gymnasialen Schulweg aus. Das geht aus von den deutschen Statistikbehörden veröffentlichten Zahlen hervor. Noch liegt die Schuljahreseingangsstatistik für das beginnende Schuljahr nicht vor – doch daran, dass rund die Hälfte der Kinder in Magdeburg in die entsprechenden Klassen an den weiterführenden Schulen gehen werden, wird sich kaum etwas ändern.

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Durchblick bei Berufswahl fehlt

Studie: Jugendliche beklagen Informationsflut

Eine knappe Mehrheit der Jugendlichen findet sich in der Fülle an Be- ratungsangeboten zur Berufsorientierung nur schwer zurecht. 53 Prozent der Jugendlichen gaben in einer gestern veröffentlichten Umfrage der Bertelsmann-Stiftung an, von der Vielzahl der Angebote überfordert zu sein. Wichtigste Ansprechpartner bei der Berufswahl waren für knapp drei Viertel der jungen Erwachsenen trotz der vielen Digitalangebote die eigenen Eltern. „Direkte Erfahrung und das persönliche Gespräch sind für viele Jugendliche immer noch essenziell“, erklärte die Ausbildungsexpertin Claudia Burkard. Lediglich ein Viertel der befragten Jugendlichen gab an, dass es ausreichend Informationsmaterial gebe, in dem sie sich auch gut zurecht fänden.

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Viertklässler in der Schule immer schwächer

Kultusminister sehen Schließungen während der Pandemie als Hauptgrund

Die Wirksamkeit von Schulschließungen auf die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus ist auch mehr als zwei Jahre nach Pandemiebeginn nicht geklärt. Das ist das Ergebnis des Berichts einer Expertenkommission der Bundesregierung zur Bewertung der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen.

Begründung: An den Schulen seien zeitgleich mehrere Maßnahmen eingeführt worden, so dass der Effekt einzelner Schritte nicht gemessen werden könne – darunter die Maskenpflicht im Schulgebäude oder Auflagen zu regelmäßigem Lüften. Das Urteil zum Tragen von Masken fällt – unabhängig vom Ort – indes eindeutig aus: Die Maske könne „ein wirksames Instrument“ sein. Aber: „Eine schlechtsitzende und nicht enganliegende Maske hat einen verminderten bis keinen Effekt“, so die Experten. Messbar verschlechtert haben sich über den Zeitraum Viertklässler in der Schule immer schwächer der Pandemie laut einer Studie im Auftrag der Kultusminister die Leistungen von Viertklässlern in Deutschland.

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