Lehrermangel: „Alarmismus hilft niemandem“

Im Interview wirbt Bildungsminister Marco Tullner (CDU) für Geduld im Kampf gegen die Personalnot an den Schulen
Dreieinhalb Jahre nach Amtsantritt von Bildungsminister Marco Tullner (CDU) ist die Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt weiter im freien Fall. Im Interview mit Volksstimme-Redakteur Alexander Walter schwört der Minister auf eine längere Durststrecke ein, warnt aber auch vor Alarmismus. Kein Kind werde mit mangelnder Bildung ins Leben geschickt.
Bildungsminister Marco Tullner: „Es wird täglich an der Stabilisierung gearbeitet.“

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Personalnot an Schulen hält 2020 an

Uni Magdeburg soll Chemielehrer ausbilden
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) rechnet trotz der Rekordzahl von je 1000 Einstellungen 2017 und ’18 nicht mit einer kurzfristigen Verbesserung der Unterrichtsversorgung. „Die Personalsituation wird sich in den kommenden Jahren entspannen. Aber bis dahin haben wir eine Durststrecke zu überwinden“, sagte der CDU-Politiker im Interview. Auch 2020 will Tullner 1000 Lehrer einstellen. „Das ist die Mindestzahl“, betonte er. Ein Teil der Stellen wird seit Dezember dabei erstmals ohne Bewerbungsfristen ausgeschrieben.

Die Unterrichtsversorgung hatte im September mit gut 96 Prozent einen neuen Tiefstwert erreicht. Die Koalition strebt 103 Prozent an, um auch bei Erkrankung von Kollegen Unterricht ohne Ausfall erteilen zu können.

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Westerhüser Schule bleibt außen vor

Seit Sonntag rollt die Buslinie 66 der Magdeburger Verkehrsbetriebe durch Beyendorf-Sohlen. Der Bus pendelt im Stundentakt zwischen dem Bördepark und Westerhüsen. Eine Anbindung an die Grundschule im benachbarten Stadtteil bleibt ein Thema. Offen ist, ob es einen Schülerverkehr dorthin geben wird.

Für eine Anbindung der Grundschule in Westerhüsen gebe es keinen Auftrag, hieß es von Vertretern der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) während der Vorstellung des Fahrplans für die reaktivierte Linie 66. Bei der Schleifenfahrt zwischen dem Einkaufszentrum und Westerhüsen werden Schüler zwar in den Morgen- und Nachmittagsstunden berücksichtigt. Allerdings nur jene, die die Schulen im Stadtteil Reform besuchen.

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Fast jede zehnte Schule führungslos

73 Schulleiter-Stellen im Land unbesetzt
Fast jede zehnte Schule in Sachsen-Anhalt muss derzeit ohne Schulleiter oder Schulleiterin zurechtkommen. Laut Bildungsministerium in Magdeburg sind momentan landesweit 73 Schulleitungsstellen nicht besetzt. Das entspreche neun Prozent der Schulen. Hinzu kommen 53 nicht besetzte stellvertretende Schulleitungsstellen, das betreffe sieben Prozent der Schulen, wie das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Ein Ministeriumssprecher erklärte: „Keine Schule im Land ist ohne Leitung. Die Leitung der Schulen mit vakanten Schulleitungsstellen wird durch beauftragte Lehrkräfte, durch die stellvertretende Schulleitung oder durch die (stellvertretende) Schulleitung einer anderen Schule sichergestellt.“

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Weitlingschule sendet Hilferuf

Zustand des Außenbereichs der Schule an der Sankt-Josef-Straße soll verbessert werden
Fehlende Sport- und Verweilmöglichkeiten auf dem Gelände sowie eine Unterstellmöglichkeit und ungebetene Besucher, die ihre Spuren hinterlassen. Der Handlungsbedarf ist groß, sendet die Leitung der Ganztags- und Sekundarschule „Wilhelm Weitling“ einen Hilferuf an die Stadt.

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Lehrermangel beenden

Regen Sie beim Schulelternrat oder der Schulleitung Ihrer Schule zum Sammeln von Unterschriften für das Volksbegehren an!
Wenn Sie selber Unterschriften sammeln wollen, informieren Sie sich auf den Informationsabenden.

Informationen zum Bündnis „Den Mangel beenden …“ und zum Volksbegehren unter: www.denmangelbeenden.de

Start für den Umzug an den Roggengrund

Bauarbeiten an der neuen Förderschule sind abgeschlossen / Erste Visite der Schüler vor den Weihnachtsferien
Die Schüler der Förderschule für Körperbehinderte startet in einem neuen Domizil in das neue Jahr. Der Schulneubau am Roggengrund ist abgeschlossen, das Haus mit dem Namen Förderschule „Am Sternsee“ kann bezogen werden.

Endspurt in Neu-Olvenstedt: Die Förderschule für Kinder und Jugendliche mit einer Körperbehinderung im Roggengrund wird dieser Tage fertiggestellt. Wie während der Sitzung des Schulausschusses zu erfahren war, stand im November die Übergabe des neuen Schulkomplexes – und zwar vom Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement, der für den Bau und den Erhalt der städtischen Immobilien zuständig ist, an den Fachbereich Schule und Sport der Verwaltung auf dem Plan.

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Neue Regeln fürs Schul-Lotto

Angesichts knapper Plätze gibt es jedes Jahr ein Gerangel um die Plätze in den fünften Klassen einiger weiterführender Schulen in Magdeburg. Die Stadt lässt das Los entscheiden. Die Regeln dafür sollen per Beschluss über eine entsprechende Satzung heute im Stadtrat geändert werden.

Was für viele Eltern von Interesse sein dürfte: Künftig würden dann Kinder, von denen bekannt ist, dass sie eine Zusage zur Aufnahme an eine Schule in freier Trägerschaft oder in einer spezialisierten Schule wie dem Sportgymnasium oder dem Werner-von-Siemens-Gymnasium erhalten haben, aus dem Losverfahren ausgeschlossen. Bislang konnten sich diese unabhängig davon mit ihrem Erstwunsch um einen Platz an einer der öffentlichen Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen oder Gymnasien bewerben.

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Tullner gegen gemeinsames Lernen

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat Forderungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg nach längerem gemeinsamem Lernen eine Absage erteilt. „Wenn die Schulen derzeit eines nicht brauchen, dann ist das eine Schulstrukturdebatte“, sagte er gestern der Volksstimme. Das bestehende System biete vor dem Hintergrund der aktuellen Personalsituation die besten Voraussetzungen.

Jugendliche sollten sich erst nach der achten Klasse entscheiden müssen, welchen Abschluss sie anstreben, hatten IHK-Spitzenvertreter am Dienstag gefordert. Es solle mehr um individuelle Ausbildung als um Auslese gehen. „Jugendliche sind erst in der achten Klasse so weit, zu wissen, was sie wollen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang März. „Derzeit wird die Selektion zu früh vorgenommen.“

Die IHK-Position findet viel Beifall bei SPD, Grünen und Linken. Der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Hövelmann sagte: „Die konservative Vorstellung, dass man schon neun- und zehnjährige Kinder auf eine Schul- und damit auch eine Berufslaufbahn festlegen kann, ist nicht nur lebensfremd, sie entspricht auch nicht den Anforderungen einer Wirtschaft im Wandel.“ Die Grünen freuen sich über neuen „Rückenwind für gemeinsames Lernen“.

Volksstimme Magdeburg